Inhalt

Stadt Kevelaer

Erklärung des Wappens

Wappen der Stadt Kevelaer

"Geteilt, oben in Blau eine goldene (gelbe) Mispelblüte mit roten Butzen und roten Kelchblätter, unten in Gold (Gelb) eine rote Lilie." Das Wappen bringt durch die Kombination der geldrischen Mispelblume mit einem Element des Klever Wappens - eine Lilie von der sogenannten "Lilienhaspel" (eigentlich einem Karfunkelschild) - zum Ausdruck, daß das Gebiet der 1969 neugebildeten Gemeinde Kevelaer rittlings auf einer uralten Territorialgrenze sitzt, nämlich Gebietsteile der ehemaligen Herzogtümer Geldern und Kleve umfaßt.

Zur Kevelaerer Stadtgeschichte

Stadtteile von Kevelaer

Neben Kevelaer gibt es in der Stadt Kevelaer fünf Ortschaften:

  1. Twisteden
  2. Wetten
  3. Winnekendonk
  4. Kervenheim
  5. Kleinkevelaer

Twisteden

Erklärung des Wappens

Wappen des Stadtteils Twisteden

"Twisteden" heißt eigentlich "Zwei Stätten" - gemeint sind die beiden historischen Niederlassungen Heuvens und Huxen, aus denen sich die heutige Ortschaft einst bildete. Diese Zweiteilung findet ihren unter heraldischen Gesichtspunkten sehr einfachen symbolischen Ausdruck in der verwechselten Zweifarbigkeit des Wappenbildes: neun Kugeln sind im oberen Wappenfeld blau auf gelb, im unteren gelb auf blau angeordnet. Die neun Kugeln sind die Zeichen des heiligen Quirinus, des Schutzpatrons von Twisteden. Die Experten haben sich bereits darüber gestritten, wie der Heilige zu diesen Symbolen gelangt ist. Die derzeitig gültige These lautet: um 1500 gehörte Twisteden zum Besitz eines Neusser Klosters. Dort verehrte man den römischen Tribun und Heiligen Quirinus. In Stein gemeißelt schaut er vom dortigen Rathaus herab und zeigt auf seiner Lanzenfahne die mysteriösen neun Punkte. Von diesem Neusser Kloster wurden Twisteden im Jahre 1571 die Pfarrechte verliehen, seitdem ist Quirinus der Patron der Gemeinde. Nun ist die Stadt Neuss römischen Ursprungs und wurde seinerzeit Novesia genannt. Und dieser Name gab dem heiligen Quirinus seine Kugeln mit auf den Weg: das lateinische Wort für neun ist novem und die ersten vier Buchstaben sind die gleichen wie im Stadtnamen Novesia.

Geschichte

In Twisteden deuten gefundene Hünengräber auf eine vorgeschichtliche Besiedelung hin. Die älteste noch vorhandene Quelle, in welcher die Bauernschaft Twisteden erwähnt wird, stammt aus dem Spätmittelalter. Die Ein- und Ausgaben des Herzogtums Geldern wurden in den sogenannten Landmeisterrechnungen festgestellt. Durch die Landmeisterrechnung von 1342/1343 wird überliefert, dass sich der damalige Herzog Reinald II. kurz in Twisteden aufgehalten habe. Im Jahre 1342 den Samstag nach Karneval habe er mit seinem Reitertross in Twisteden Station gemacht um auf seinem Wagen sein Mittagessen zu sich zu nehmen. Er habe danach armen Leuten, bei denen er die Pferde untergestellt hatte, aus Dankbarkeit für die ihm gewährte Gastfreundschaft insgesamt 12 Schillinge gegeben. Ein Entwässerungsgraben "Heerenvoere", heute als „Spanische Ley" bzw. „Veensche Ley" bezeichnet, bildete bereits vor 1342 die Grenze zwischen Walbeck und Twisteden. Der Graben war vor der Franzosenzeit auch die Grenze zwischen den Herzogtümern Geldern und Kleve. Nach den Aufzeichnungen des Landvermessers Buyx muss an eben diesem Graben im Bereich vom „Wember Dyk" eine Gerichtsstätte mit einem Galgen gewesen sein um den sich zudem einige Legenden ranken.

Mitten im Dorf Twisteden am Gerberweg wurde 1471 die Pfarrkirche St. Quirinus errichtet, vorher muss dort eine kleine Kapelle existiert haben. Bis ins letzte Drittel des 16. Jahrhunderts gehörten das Kirchspiel Twisteden und Kleinkevelaer zur Mutterpfarre Walbeck. Im Jahre 1667 zählte die Kirche mittlerweile 209 Personen welche die heilige Kommunion empfingen. Die „alte Kirche" wurde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts um das Doppelte vergrößert. Im Spätsommer des Jahres 1763 brannten in Twisteden mutmaßlich durch Selbstentzündung neun von insgesamt 52 Höfen, nieder.

Im 19. Jahrhundert brach im Ruhrgebiet das große Bohrfieber nach Kohle aus. Um die Jahrhundertwende kam es auch in Twisteden zu sogenannten Erkundungsbohrungen bzw. Mutungsbohrungen, die sogar auf Steinkohle stießen. Das Projekt wurde jedoch nicht durchgeführt, weil der Aufwand zum Abbau der Steinkohle zu groß war. Hingegen der Abbau und Verhüttung von Raseneisenerz hielt sich in den Brüchen um Twisteden seit der Eisenzeit bis ins 19. Jahrhundert. Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete hölzerne Bockwindmühle brannte 1860 ab und wurde durch eine massive Windmühle aus Stein „die van den Braaksche Windmühle" ersetzt. Im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde für die inzwischen stark angewachsene Gemeinde Twisteden - nach einer Zählung von 1919 waren 115 Häuser bewohnt - eine neue Kirche an der Dorfstraße gebaut (1925 Einweihung). Die vorherige Kirche dient heute als Friedhofskapelle.

Die seit der Gründung des Kreises Geldern (1816) selbstständige Gemeinde Twisteden (Amt Kevelaer) wurde 1969 in die Stadt Kevelaer eingemeindet. Beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden", heute zu „Unser Dorf hat Zukunft" umbenannt, gewann Twisteden 1998 die Bundes-Goldplakette.

Kleinkevelaer

Erklärung des Wappens

Wappen der Ortschaft Kleinkevelaer

Mit der Mispelblüte knüpft die Gemeinde Kleinkevelaer an ihre Herkunft aus dem alten Niederamt Geldern an. Die sieben Schwerter auf der Mispelblüte weisen auf die einstige Zugehörigkeit der Gemeinde zur Pfarrgemeinde "St. Maria der sieben Schmerzen" hin.

Geschichte

Der Name wirkt zunächst irritierend und lässt vermuten, dass es sich von jeher um einen Gemeindeteil von Kevelaer handelt. Verfolgt man die Geschichte von Kleinkevelaer wird man eines besseren belehrt. Der Ortsname Kleinkevelaer wird im Jahr 1533 erstmals erwähnt. Kleinkevelaer gehörte während des Zeitpunkts der Ersterwähnung zum Herzogtum Geldern und stand unter der Herrschaft des Herzogs Karl von Egmond. Der Name Kleinkevelaer ist durch einen Vertrag vom 11. Dezember 1533 der die Getreidemahlrechte im Gericht Wetten regelt, überliefert; geschlossen von einem Vertreter des Herzogs von Egmond und dem Eigentümer der Wissener Schlossmühle Graf von Loe. Bis zur Franzosenzeit 1794 war das Gericht Wetten für Kleinkevelaer zuständig.

Eine weit frühere Besiedelung des Gebietes von Kleinkevelaer hatte bereits im Mittelalter stattgefunden. Die ersten Höfe lagen an der seit dem Mittelalter kartographisch erfassten Handelsstraße Aachen - Jülich - Nimwegen, die von 1418 bis 1969 auch die Grenze zwischen Twisteden und dem Gebiet von Kleinkevelaer bildete. Kleinkevelaer gehörte bis 1571 zur Pfarre Walbeck, danach zur neuen Pfarre Twisteden.

In Kleinkevelaer befanden sich seit dem 16. Jahrhundert etwa 12 Häuser. Selbst im 19. Jahrhundert blieb die Anzahl der Häuser - einige verschwanden, andere kamen neu hinzu - konstant. Kleinkevelaer wird 1816 als eigenständige Gemeinde dem neuerrichtetem Kreis Geldern zugeteilt. Im Jahr 1824 hatte Kleinkevelaer 71 Einwohner, davon waren 21 erwerbstätig, jedoch hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig. Die bisher im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägte Gewerbestruktur von Kleinkevelaer änderte sich mit dem vom Gemeinderat Kleinkevelaer gefassten Beschluss 5 ha Gemeindewaldparzellen zur Förderung des Gemüse- und Obstanbaus zur Verfügung zu stellen. Hiermit begann in Kleinkevelaer die Gartenbauära der Haupterwerbszweig des 20. Jahrhunderts von Kleinkevelaer.

Bereits seit dem ersten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts versuchten sowohl die Gemeinde Twisteden als auch die Gemeinde Kevelaer (seit 1949 Stadt Kevelaer) vergeblich, Kleinkevelaer einzugemeinden. Erst im Zuge der Kommunalreform 1969 wurden sowohl die Gemeinden Kleinkevelaer mit 113 Einwohnern nach über 150 Jahren Selbstständigkeit als auch Twisteden in die Stadt Kevelaer eingemeindet. Durch den gemeinschaftlichen Bau einer Kapelle 2002 schafften sich die Bewohner von Kleinkevelaer einen Ortmittelpunkt. Beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" gewann Kleinkevelaer 2008 die Bronzeplakette. In Kleinkevelaer stehen heute mittlerweile 73 Häuser.

Bilder aus Kleinkevelaer
Impressionen aus Kleinkevelaer

Fakten

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Wetten

Erklärung des Wappens

Wappen des Stadtteils Wetten

Besonders alt ist das Wappen der Gemeinde Wetten. Der Nachweis über die Existenz eines Siegels aus dem Jahre 1390 mit gleichem Bild befindet sich im Düsseldorfer Staatsarchiv. Es zeigt, wie das Gemeindewappen, die weiße Rose mit zwei wuchtigen Löwenkrallen, die nach oben aus ihr herauswachsen. Die Wettener sind stolz auf diese 600-jährige Geschichte, und die Symbole sind für sie ein Zeichen für "die stählerne Kraft unserer Vorfahren, die dieses Wappen schufen, lange bevor unsere jetzige Kirche stand".

So jedenfalls steht es geschrieben in einem Brief der Geselligen Vereine Wetten an die Gemeindevertretung aus dem Jahre 1952. Eine Nachbildung dieses Siegels befindet sich auch an der Festkette.

Geschichte

Der Name „Wetten" wird in einer hochmittelalterlichen Urkunde aus dem Jahre 1154 erstmalig belegt. Hierin wird ein Priester aus Wetten (presbiter de Wette-ne) erwähnt, einer von sechs Zeugen, die auf Geheiß des Xantener Propstes mit ihrer Unterschrift einen Vertrag über die Zahlung des Zehnten (Getreideab-gaben) an einen Hof in Westfalen Nachdruck verleihen sollten. Wetten gehörte im Hochmittelalter zur Grafschaft Geldern (seit 1338 Herzogtum Geldern).

Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts besaß Wetten ein Gericht, dass sowohl für die Wettener- wie auch für das Kevelaerer Bauernschaften zuständig war. Das Gericht Wetten bildete einen Teil des mittelalterlichen Amtes Geldern.

Mittelpunkt des Ortes Wetten bildet noch heute die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Stile der ausgehenden Gotik erbaute Pfarrkirche St. Petrus mit dem ringsum angelegten Friedhof. Schon vorher existierte eine Pfarrkirche, die im Jahre 1221 das erste Mal erwähnt wird und mutmaßlich in Altwetten gestanden haben soll. Somit bildete Wetten schon seit dem Mittelalter einen Pfarrsprengel bzw. Kirchspiel. Nach einer Steuerliste aus dem Jahre 1369 werden 63 Haushalte in Wetten festgestellt. Um das Jahr 1500 wohnten in Wetten 1.500 Menschen (ohne Kleinkinder).

Seit dem späten Mittelalter (vor 1348) sind Wassermühlen und eine Windmühle in Wetten nachweisbar: Ein Zeitzeugnis des Spätmittelalters verkörpert das hervorragend erhaltene „Haus Gesselen". Zu dieser in der Niersniederung im Osten von Wetten gelegenen Burganlage gehörten ehemals wenigstens zwei Mühlen. Die im Westen von Wetten gelegene Neumühle „te Ghenge" (heute eingebunden in einen Futtermittelbetrieb) gehörte seit dem Spätmittelalter mit zu den bedeutendsten Niersmühlen. Östlich von Wetten steht eine in den 20er Jahren stillgelegte Fleuthwassermühle die „Honselaerer Wassermühle". Im 15., vielleicht sogar 14. Jahrhundert wurde eine Windmühle errichtet, die allerdings verschwunden ist. Hingegen die um 1800 errichtete an Größe mächtige Turmwindmühle am Ortsrand im Westen von Wetten ist erhalten geblieben. An der Grenze Wetten/Kapellen befindet sich noch heute der ehemalige Herrensitz „Haus Wankum".

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die am Friedhof gelegenen Ackergrundstücke nach und nach bebaut. Im Jahre 1793 befanden sich 37 Wohn-häuser samt Scheunen und Stallungen nahe der Pfarrkirche. Immer mehr Schuhmacher ließen sich in Wetten nieder. In den 60er Jahren des 19. Jahr-hunderts waren bereits 20 Schuhmacher in Wetten tätig. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im Ortskern von Wetten eine bedeutende Schuhindustrie.

Im zweiten  Weltkrieg (1943) wurde die Pfarrkirche St. Petrus stark beschädigt, als ein deutsches Flugzeug im dichten Nebel gegen den Kirchturm prallte. Die seit der Gründung des Kreises Geldern (1816) selbstständige Gemeinde Wetten (Amt Kevelaer) wurde 1969 in die Stadt Kevelaer eingemeindet. Beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden", heute zu „Unser Dorf hat Zukunft" umbenannt, gewann Wetten 1977 und 1981 Bronzemedaillen.

Impressionen aus Wetten
Impressionen aus Wetten

Fakten

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Winnekendonk

Erklärung des Wappens

Wappen des Stadtteils Winnekendonk

Das Winnekendonker Wappen bezieht sich auf den Schutzpatron der Gemeinde, den Heiligen Urbanus. In rätselhafter, aber überzeugender Harmonie stehen das dreifache Papstkreuz und die silberne Weindolde untereinander.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung findet Winnekendonk bzw. das Gericht Winnekendonk, als Ritter Wilhelm von Kervenheim am 27. September 1282 die Vogtei über Winnekendonk an das Stiftskapitel in Xanten verkaufte. Winnekendonk gehörte bereits vor 1250 zur Grafschaft Cleve (seit 1417 Herzogtum Cleve). Seit 1439 bildeten das Gericht Winnekendonk und das Gericht Kervenheim das Richteramt Schravelen. Der Name Schravelen rührt vom Amtssitz der Richter, die auf Haus Schravelen, einer Schlossburg an der Niers - sie ist längst verschwunden - residierten.

Die Winnekendonker Pfarrkirche St. Urbanus ist im Mittelalter errichtet worden. Das  Erbaungsdatum lässt sich leider nicht nachweisen. Bis Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte u. a. auch die Kapelle in Kervenheim und Kervendonk zum Kirchspiel Winnekendonk.

Im  Jahre 1448 fielen kölnische Reiterscharen in das Herzogtum Kleve ein und zerstörten Winnekendonk. Im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts gab es etwa 550 gläubige Katholiken. Um 1630 standen 59 Höfe, 34 Katstellen und 24 Häuser in Winnekendonk, die von 810 Menschen bewohnt wurden.

Ende des 17. Jahrhunderts zur Zeit Ludwig XIV. wurden die Pfarrkirche St. Urbanus und etliche Häuser im Dorf Winnekendonk wegen Nichtbezahlung hoher Kriegskontributionen an die Franzosen zweimal in Brand gesetzt (1689 und 1693). Das alte Richteramt Schravelen wurde 1798 aufgelöst und Kervenheim und Winnekendonk zu einer Bürgermeisterei vereinigt mit dem Sitz des Bürgermeisters in Kervenheim.

Winnekendonk wurde 1816 dem neuerrichtetem Kreis Geldern und der Bürgermeisterei Kervenheim zugeteilt. Der Verwaltungssitz der Bürgermeisterei Kervenheim mit den Gemeinden Kervenheim, Kervendonk und Winnekendonk wurde 1853 von Kervenheim in das freigewordene Schulgebäude vor dem Kirchturm  - heute als „Altes Rathaus“ bezeichnet - nach Winnekendonk verlegt.  Mitte des 19. Jahrhunderts werden 244 Häuser in Winnekendonk gezählt. Drei Viertel der Gewerbetreibenden waren in der Landwirtschaft tätig und ein Viertel setzte sich aus Handwerkern zusammen.

In den  60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die vormals zu Kervendonk zählenden Häuser, Höfe und Katstellen, die an der Gemeindegrenze zu Winnekendonk und Kevelaer lagen, abgetrennt und Winnekendonk zugeordnet, darunter auch die  Schravelsche Wassermühle, ehemals Domainenmühle. Noch heute bestehen, neben der Schravelschen Wassermühle, die Kerssenboomsche und die Singendonksche Windmühle. Die Mühlen sind alle nicht mehr in Betrieb.

In  den Jahren 1887/ 1888 wird die Pfarrkirche St. Urbanus in der jetzigen Größe errichtet. Winnekendonk wurde im zweiten Weltkrieg zu 85% zerstört. Die seit der Gründung des Kreises Geldern selbstständige Gemeinde Winnekendonk (Amt Kervenheim) wurde 1969 in die Stadt Kevelaer eingemeindet. Beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, heute zu „Unser Dorf hat Zukunft“ umbenannt, gewann Winnekendonk 1969 eine Bronzemedaille, 1971, 1973, 1983 und 1985 Silbermedaillen. Im Jahre 1975 wurde das Dorf mit einer Goldmedaille auf Landesebene und mit einer Silbermedaille auf Bundesebene ausgezeichnet.Nach dem Erwerb einer weiteren Goldmedaille auf Landesebene im Jahre 2000 folgte dann die Auszeichnung im Jahre 2001 mit der Goldmedaille auf Bundesebene.

winnekendonk
Impressionen aus Winnekendonk

Fakten

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Kervenheim

Erklärung des Wappens

Wappen des Stadtteils Kervenheim

Kervenheim übernahm sein Wappenbild aus dem Stadtsiegel des Jahres 1791. In diesem Jahr erlangte Kervenheim die Stadtrechte.

Geschichte

Die ältesten Nachrichten über die Grundherrschaftsverhältnisse im Kervenheimer Raum beziehen sich auf die Villa Geizefurt mit mehreren Unterhöfen aus dem Jahre 855, eine Schenkung des Königs Lothar II. an den Pfalzgrafen Ansfried; letztgenannter überträgt die Geizefurt elf Jahre später an das Kloster Lorsch in Rheinhessen. In der Grenzbeschreibung dieses Anwesens wird auch der Gochfortsberg, bei Kervenheim gelegen, genannt. Weitere Quellen, die näheren  Aufschluss über den Lorscher Besitz geben könnten, fehlen.

Ausschlaggebend für die Geschichte des Ortes Kervenheim ist die seit 1270 erstmals urkundlich erwähnte Burg Kervenheim, meistens als Burg Kervendonk bezeichnet, eine der ältesten Burganlagen am unteren Niederrhein. Nach einer Verkaufsurkunde von 1270 überträgt Graf Stefan von Wissel die Burg Kervenheim an den Grafen Dietrich von Cleve.

Im Jahre 1322 ist Kervenheim erstmals als Stadt bezeugt worden (bis zur Franzosenzeit 1794 als Stadt bzw. Freiheit belegbar). Sie gehörte seit 1332 zu den 24 Städten in der Grafschaft Kleve (seit 1417 Herzogtum Cleve). In Kervenheim bestand auf der Burg in den Jahren 1412 bis 1417 ein eigenes Richteramt, vorher gehörte Kervenheim mutmaßlich zum Gericht Winnekendonk, nach 1417 dann zum Gericht Uedem. Seit 1439 bildeten die Gerichte Kervenheim und Winnekendonk das Richteramt Schravelen. Der Name rührt vom Amtssitz der Richter, die auf Haus Schravelen, einer Schlossburg an der Niers -- sie ist längst verschwunden -- residierten.

Im Jahre 1445 erhielt Kervenheim eine eigene Pfarrei, vorher gehörte Kervenheim zum Pfarrsprengel Winnekendonk. Die Burgkapelle wurde zur Pfarrkirche erhoben. Um 1500 entstand in Kervenheim eine einschiffige Kirche St. Antonius (1775, 1839 und 1888 erfolgten Erweiterungen der Kirche). Noch heute kann man in der Kervenheimer Pfarrkirche St. Antonius zwei Holzskulpturen aus der Kalkarer Schnitzkunstwerkstätte des Henrik van Holt (geschaffen um 1540) bewundern. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die reformierte Kirchengemeinde Pächterin der Schlosskirche (seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die evangelische Kirche Eigentümerin des von ihr genutzten Burgteils). Mitte des 18. Jahrhunderts (1757) brannte das prächtige Schloss Kervendonk und der halbe Ort (38 Häuser) – die Ursache des Brandes blieb unbekannt - ab. Es erfolgte kein vollständiger Wiederaufbau, sondern es sind nur die in der Burg bestehende evangelische Kirche und ein Herrenhaus samt Nebengebäuden „Haus Kervendonk“ wiedererrichtet worden. Die Kervenheimer Bevölkerung lebte im 18. Jahrhundert hauptsächlich von der Landwirtschaft und der Branntweinbrennerei. Im Jahre 1771 standen drei Mühlen in Kervenheim, eine Wasser- eine Ross- und eine  Ölmühle.

Nach der endgültigen Auflösung des Richteramtes Schravelen wurden 1798 Kervenheim und Winnekendonk zu einer Bürgermeisterei vereinigt mit dem Sitz des Bürgermeisters in Kervenheim (seit der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts Sitz in Winnekendonk). In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelte sich die Schuhfabrikation in Kervenheim an, die bis ins späte  20. Jahrhundert von Bedeutung blieb. Die seit der Gründung des Kreises Geldern (1816) selbstständige Gemeinde Kervenheim (Amt Kervenheim) wurden 1969 in die Stadt Kevelaer eingemeindet. Beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, heute zu „Unser Dorf hat Zukunft“ umbenannt, gewann Kervenheim 2003 eine Bronzemedaille und 2006 eine Silbermedaille.

Kervendonk

Erklärung des Wappens

Wappen der Ortschaft Kervendonk

Das Korbmotiv ist aus dem Sprachbereich der Vorsilbe ein früheres Symbol für Heimatstatt. So wurde aus dem Bild des Korbes das Wort "Kerv", dieses gab der Ortschaft Ihren Namen und als Teil des Namens wiederum ging es bildhaft ein in die Wappensymbolik: pars pro toto.

Kervendonk war bis zur kommunalen Neugliederung am 01. Juli 1969 eine eigenständige Gemeinde im Amt Kervenheim. Heute bilden die früheren Gemeinden Kervenheim und Kervendonk gemeinsam die Ortschaft Kervenheim

Geschichte

Kervendonk, das Gebiet rund um Kervenheim, im Bereich der Ortschaften Kevelaer, Winnekendonk, Uedem, Weeze und Sonsbeck, war schon immer von der Landwirtschaft geprägt. Von jeher ist die weltliche und kirchliche Geschichte von Kervendonk mit der Geschichte von Kervenheim eng verflochten gewesen. Ein Teil der Unterhöfe der unter Kervenheim näher beschriebenen Villa Geizefurth befanden sich mit großer Wahrscheinlichkeit im nördlichen und westlichen Teil von Kervendonk.

Den Mittelpunkt von Kervendonk bildete die 1270 erstmals erwähnte Burg Kervendonk  bzw. Burg Kervenheim. Das Kervendonker Gebiet, vor allem nördlich und westlich von Kervenheim, gehörte ebenso wie Kervenheim selbst zur Grafschaft Geldern kam jedoch 1332 zur Grafschaft Kleve.   

Die Grafen von Kleve erwarben hingegen das südlicher gelegene Schravelen schon vor 1250. Schravelen wurde, soweit nachweisbar im Mittelalter nicht mit zu Kervendonk gerechnet. Ehemals bildete die Niers im Bereich von Schravelen die natürliche Grenze zwischen den Grafschaften bzw. Herzogtümern Kleve und Geldern.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts ließ Herzog Adolf von Kleve in Schravelen an der Niers neben der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Domänenmühle der „Schravelschen Wassermühle“ eine Festung errichten, die später als „Haus Schravelen“ bezeichnet wurde. Seit 1439 war das Haus Schravelen 350 Jahre lang Amtssitz der Richter des Amtes Schravelen, heute ist es längs verschwunden. Die „Schravelsche Wassermühle“ hingegen existiert noch heute. Allerdings wurde der Mühlenbetrieb in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts eingestellt.

Mutmaßlich, während Graf Adolf von Kleve seine Grenzen an der Niers befestigte, entstand das 500 Meter weiter nördlich gelegene Rittergut Brembt bzw. Steens (belegbar seit dem 16. Jahrhundert). Auf dem Gelände befindet sich heute ein großer landwirtschaftlicher Betrieb.

Zur Zeit  Ludwig XIV. wurde 1669 ein großer Teil der Kervendonker Höfe und Katstellen wegen Nichtbezahlung hoher Kriegskontributionen an die Franzosen in Brand gesetzt.

Soweit nachweisbar, wird seit dem beginnenden 18. Jahrhundert das Töpferhandwerk in Kervendonk betrieben. Ein Teil der Töpferfehlbrände sind im 20. Jahrhundert aus der Erde geborgen worden und können bewundert werden. Noch heute kann man zwei originale Töpferhäuser bzw. Potthäuser am Ortsausgang von Kervenheim besichtigen. 

Das alte Richteramt Schravelen wurde 1798 aufgelöst und Kervenheim, Kervendonk und Winnekendonk zu einer Bürgermeisterei vereinigt. Mit der Gründung des Kreises Geldern (1816) wurde Kervendonk (Amt Kervenheim) selbstständig. Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts wurden die vormals zu Kervendonk zählenden Häuser, Höfe und Katstellen, die an der Gemeindegrenze zu Winnekendonk und Kevelaer lagen, abgetrennt und Winnekendonk zugeordnet. Um 1870 wurde am Ortsrand von Kervenheim, in unmittelbarer Nähe der heutigen Kreuzung Kervenheim/Winnekendonk und Schloss Wissen/Uedem eine von ihren Ausmaßen her mächtige Windmühle errichtet. Die Windmühle „Mühle Mott“ wurde 1945 stillgelegt. Kervendonk wurde 1969 in die Stadt Kevelaer eingemeindet.

Impressionen aus Kervenheim

Impressionen aus Kervenheim

Fakten
  • Einwohnerzahl von Kervenheim und Kervendonk (31.08.2015): 2.251
  • Postleitzahl: 47627
  • Ortsvorsteher von Kervenheim und Kervendonk: Martin Brandts
  • Hompage von Kervenheim: www.kervenheim.de

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Ansprechpartner

Beate Sibben
Abteilung Zentrale Dienste
Telefon: (0 28 32) 122-210
Telefax: (0 28 32) 122-77210
E-Mail: beate.sibben@stadt-kevelaer.de
Adresse: Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer
Dorothee Flemming-Luehr
Abteilung Zentrale Dienste
Telefon: (0 28 32) 122-634
Telefax: (0 28 32) 122-77634
E-Mail: dorothee.flemming-luehr@stadt-kevelaer.de
Adresse: Venloer Str. 33 - 35, 47623 Kevelaer