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EuroArt

EuroArt, die Vereinigung der europäischen Künstlerkolonien, wurde 1994 in Brüssel unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission gegründet, um ein Netzwerk von Künstlerkolonien, Künstlerdörfern und Künstlerorten in Europa zu schaffen. Diese stellen ein bedeutendes gemeinsames europäisches Kulturerbe dar, denn sie waren Geburtsstätten wichtiger Kunstströmungen und erneuerten im 19. und 20. Jahrhundert die europäische Kunst als Vorreiter von Stilrichtungen wie Realismus, Impressionismus, Symbolismus, Fauvismus, Surrealismus und Expressionismus.

EuroArt hat zur Zeit etwa 100 Mitglieder und Mitgliedsorganisationen, davon rund 40 Prozent Städte und Gemeinden, die insgesamt 21 europäische Länder repräsentieren. Auch Kevelaer, als Stadt der Kunst und des Kunsthandwerks, zählt seit 2002 zu den Mitgliedern der Vereinigung.

 

Logo EuroArt
European Federation of Artists Colonies'
Europese Federatie van Kunstenaars Dorpen
Europäische Vereinigung der Künstlerkolonien
Fédération Européenne des Village d'Artistes

www.euroartcities.eu

EuroArt zu Gast in Kevelaer

Im Herzen der Stadt wurde Künstlern schon mehrfach Raum zur Präsentation geboten. Nach fünf erfolgreich durchgeführten Open-Air-Ausstellungen "Sculptura" haben im Rahmen der Ausstellung "EuroArt zu Gast in Kevelaer" insgesamt 15 Exponate von Künstlern aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich, Polen und Ungarn drei Monate lang die Blicke der Kevelaerer und der Gäste der Marienstadt auf sich gelenkt. Alle Teilnehmer der Ausstellung haben ihren Wohnsitz in einer der EuroArt angeschlossenen Künstlerkolonien.

Die Skulptur " Three Ladies" vor den Besuchern der Ausstellungseröffnung "EuroArt zu Gast in Kevelaer"
Die Skulptur "Three Ladies" von der Künstlerin Pauline Schreibers aus Belgien war auf der
Hauptstraße am Niederrheinischen Museum  für Volkskunde und Kulturgeschichte zu sehen.

Künstler in Kevelaer

Kevelaer war um 1900 ein überregional bekanntes Zentrum der kirchlichen Kunst. Die Anfänge lagen in den 1880er Jahren, als der Maler Friedrich Stummel sein Atelier und seine Kunstschule gründete. Er holte verschiedene Vertreter anderer Kunsthandwerke nach Kevelaer. Vor allem Maler, Bildhauer, Goldschmiede, Glasmaler, Pramentiker und Mosaikleger kamen in den Wallfahrtsort. Viele dieser Männer gründeten eigene Ateliers und Werkstätten; bis etwa 1940 lassen sich in der Künstlerkolonie Kevelaer rund 200 Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker nachweisen, die dauerhaft oder vorübergehend ansässig wurden und von hier aus ihre Werke nach ganz Deutschland, aber auch in die Niederlande und nach Luxemburg lieferten.

Auf Grund dieser Tradition wurde Kevelaer im Juli 2002 in den Verband der historischen europäischen Künstlerkolonien EuroArt aufgenommen. Um den Besuchern der Stadt die historischen Spuren und Stationen vor Augen zu führen, wurde der Stadtplan "Künstler in Kevelaer" entwickelt, der die Kevelaer-Besucher zu ausgewählten Häusern und Objekten der Künstlerkolonie führt.

Vom Historismus zur Moderne

Das Buch "Vom Historismus zur Moderne" ist ebenfalls ein Führer zu Künstlern und ihren Häusern in Kevelaer. Das Buch von Dr. Peter Lingens ist ein kunsthistorischer Stadtführer, der von Geschichte und Geschichten berichtet. Beleuchtet werden die Ansiedlung im 19. Jahrhundert, das Künstlerleben um 1900, das Verbreitungsgebiet Kevelaer Kunst und die Ansätze einer künstlerischen Moderne. Anhand der Einzeltexte wird die Struktur der Künstlerkolonie und die Verbindung der Kunstschaffenden untereinander klar. Das Buch bietet somit einen Einblick in das Leben und Wirken in der alten Künstlerkolonie und die Grundlage des heutigen Kevelaerer Kunsthandwerks.

Der Buchdeckel des Buchs "Vom Historismus zur Moderne"

Das Buch ist an der Kasse des
Niederrheinischen Museums für
Volkskunde und Kulturgeschichte
sowie im lokalen Buchhandel für
12,50 Euro zu erwerben.

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