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Die Preisträger des Marketing-Preis-Kevelaer 2009

 

Referent:

Eckhard Uhlenberg, Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Thema: "Innovation in Agrobusiness und Umwelttechnologie"

Preisträger:

Etwa 20 Personen stehen auf der Bühne, darunter Minister Uhlenberg und die Preisträger.
"Das Familienfoto" beim Marketing-Preis-Kevelaer mit den Preisträgern, Organisatoren,
dem Bürgermeister und dem Festredner als bleibende Erinnerung.

Laudatio
Uhren Schmuck Optik Hammans

In Kevelaer, meine Damen und Herren, besitzt der inhabergeführte Facheinzelhandel einen beeindruckenden Bedeutungsüberhang. Und das in allen Branchen: von der Goldschmiede bis zur Bäckerei, von der Buchhandlung bis zum Modefachgeschäft. Hier ist der Kunde wahrlich noch König. Und er liefert dem Kevelaerer Einzelhandel durch seinen Zuspruch den Nachweis, dass auch oder gerade in Zeiten des Internet-Einkaufs die qualifizierte Beratung durch Nichts zu ersetzen ist.

In diesem Spannungsfeld zwischen Einzelhandel und Dienstleistung darf der Kunde in vielen Branchen häufig auch handwerkliche Perfektion erwarten. Und er vertraut dem Urteil der Fachleute, die ihm für sein persönliches Anliegen eine Präzisionsarbeit anbieten.

Hier, in der Welt der Beratung, des Vertrauens und der meisterlichen Handwerksarbeit sind die ersten Preisträger des heutigen Abends zu Hause. Sie arbeiten nach eigener Aussage „gerne miteinander". Und sie leben das für sie richtige Lebensmodell mit einem „lebendigen" Beruf, der für sie auch Berufung ist.

Am 01. Januar 1995 übernahmen Bernward und Esther Simon das elterliche Fachgeschäft von Alfons Simon an der Hauptstraße und führen es nun in der vierten Generation fort. Zwei Generationen der Familie Hammans hatten den heutigen Firmennamen „Uhren Schmuck Optik Hammans" geprägt. Danach heiratete die junge Optikermeisterin Ulla Hammans den Optikermeister und Uhrmachermeister Alfons Simon.

Beide arbeiteten fortan gemeinsam im Geschäft an der Hauptstraße und meisterten auch den Spagat zwischen Familie und Selbstständigkeit. Die Wohnung der Familie befand sich über den Geschäftsräumen und so lernten ihr Sohn Bernward und ihre Tochter Andrea von Kindesbeinen an das gemeinsame Leben und Arbeiten einer Unternehmerfamilie kennen. Schon früh zeigte Bernward Simon Interesse an der Präzisionsarbeit der Eltern. Und so begann er nach dem Abitur seine Ausbildungen zum Augenoptiker in Geldern und zum Uhrmacher in Nettetal und Kevelaer. Später besuchte er die Augenoptiker-Meisterschule in Köln. Hier lernte er seine spätere Ehefrau Esther aus Mönchengladbach-Rheydt kennen. Beide verbindet als Augenoptikermeister und Augenoptikermeisterin die Liebe zum Beruf, der das beratende Kundengespräch mit der handwerklichen Perfektion verbindet. Kurz nach der Hochzeit im Jahr 1994 übernahmen Bernward und Esther Simon zum 01. Januar 1995 das Geschäft an der Hauptstraße und bezogen die darüber liegende Wohnung. „Wir konnten ein gut geführtes Geschäft übernehmen", blickt Bernward Simon dankbar zurück. „Meine Schwiegereltern haben uns voller Vertrauen alles übergeben und uns danach stets völlig freie Hand gelassen. Auch bei unserem Umbau im Jahr 1996. Das rechnen wir ihnen hoch an", betonte Esther Simon bei unserem Gespräch. Vater Alfons Simon feierte vor wenigen Tagen seinen 85. Geburtstag und engagiert sich noch heute in der Werkstatt des innovativen Traditionsunternehmens.

Die Familie mit ihren Söhnen Alexander, Matthias und Markus hat für die beiden Preisträger einen hohen Stellenwert. Sie genießen die gemeinsame Zeit im Familienkreis und die Flexibilität, die Wohnen und Arbeiten unter einem Dach auch bei der Familienbetreuung bieten. Ehrenamt und christliches Engagement haben bei der Familie Simon einen festen Platz. Bernward Simon ist Gründungs-Mitglied in der Interessengemeinschaft Hauptstraße und wurde vor wenigen Tagen erneut in den Kirchenvorstand von St. Marien gewählt. Ehefrau Esther war viele Jahre lang in den schulischen Gremien tätig. Der Glaube spielt auch im täglichen Leben der Familie eine feste Rolle und so verwundert es nicht, dass sich alle drei Söhne als Messdiener engagieren.

Die sind toll und engagiert", antwortete Esther Simon auf meine Frage nach ihren Mitarbeitern. Sie und ihr Mann betonen, dass eine Stärke ihres Geschäfts die hoch motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeiter sind. Knapp ein Dutzend Kolleginnen und Kollegen prägen das erfahrene Team im Hause Hammans. Und alle stehen bei den Verkaufsoffenen Sonntagen wie auch bei den abendlichen Sonderveranstaltungen stets parat. Im Bereich Optik arbeiten neben den Eheleuten Simon eine weitere Meisterin, drei Gesellen und ein „angehender Augenoptiker" - so nennen sie den Auszubildenden im zweiten Lehrjahr. Eine Goldschmiedin sowie vier Fachverkäuferinnen für Uhren und Schmuck ergänzen die Mannschaft. Wichtig sind für Bernward und Esther Simon der Kundenservice und die eigene Werkstatt. Hier werden die Brillengläser von Deutschlands bestem Brillenglashersteller mit moderner CNC-Technik selbst eingeschliffen und individuelle Kundenwünsche erfüllt. Darüber hinaus werden moderne und antike Uhren repariert und Schmuckstücke im Kundenauftrag umgearbeitet.

Stets sind fünf bis sechs Ansprechpartner im Geschäft, um für jeden Kunden ausreichend Zeit für ein umfassendes Beratungsgespräch zu haben. In den kommenden Adventswochen wächst die Zahl auch schon mal auf sieben. „Die Kunden und ihre individuellen Bedürfnisse stehen bei uns im Mittelpunkt. Sie sollen sich bei uns wohlfühlen", betonen beide. Auch die Ausbildung des Nachwuchses liegt den Eheleuten Simon am Herzen. Aufmerksam betrachten sie die Zukunft des qualifizierten Einzelhandels. Für sie ist gut ausgebildetes und motiviertes Fachpersonal eine der tragenden Säulen des Fortbestands des inhabergeführten Fachgeschäfts. Deshalb empfinden sie auch eine Verpflichtung zur Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

Zur Erweiterung des eigenen Horizonts nutzen unsere beiden Preisträger den Erfahrungsaustausch mit Kollegen in so genannten Erfa-Kreisen. Bernward Simon engagiert sich zweimal jährlich im bundesweiten Erfa-Kreis Optik. Und gemeinsam mit seiner Frau besucht er den regionalen Erfa-Kreis Schmuck. „Unser Beruf lebt. Und gerade die technischen Weiterentwicklungen im Bereich Optik sind für uns ebenso intellektuelle wie handwerkliche Herausforderungen", erläutert Bernward Simon. Anregungen aus dem Kollegenkreis diskutieren beide und leiten daraus Ansprüche für das eigene Fachgeschäft in Kevelaer ab. Ständig wird das Sortiment um modische Trends und technische Neuheiten ergänzt. Aktuell beschäftigen sich beide mit den Themen „Visualtraining" und „Gleitsicht-Kontaktlinsen". „Viele unserer Kunden nutzen Kontaktlinsen. Und sie möchten auch in späteren Jahren auf den Komfort der Linsen nicht verzichten. Für uns also eine sinnvolle Erweiterung unseres Sortiments."

Wir bieten was für's Auge", lautet das Motto ihres Unternehmens im wörtlichen und übertragenen Sinn. Etwas für's Auge sind auch der moderne Internet-Auftritt und die kontinuierlichen Werbekampagnen in Print- und Hörfunk-Medien.

Viele Kunden der Region bleiben dem Hause Hammans jahrzehntelang treu. Sozusagen vom Ohrlochstechen in Kindertagen bis zur Gleitsichtbrille. Und das gar über mehrere Generationen. Viele Kinder von einst bringen heute ihre eigenen Kinder mit. Und manch ein älterer Kunde des Hauses Hammans erinnert sich daran, wie er vor Jahrzehnten die eigenen Trauringe an der Hauptstraße gekauft hat.

Sehr geehrte Eheleute Simon,

viele Kevelaerer haben Ihr Engagement im Interesse des Standortes Kevelaer aus nächster Nähe gesehen. So auch die Mitglieder der Jury. Die Jury ist einhellig der Meinung: Sie erhalten in diesem Jahr den Marketing-Preis-Kevelaer. Herzlichen Glückwunsch.

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Laudatio
Vogel Germany GmbH & Co. KG

Ob in der Luft- und Raumfahrt-Industrie, ob im Automobilbau oder bei Schiffsausrüstern, ob bei Energieversorgern oder im Maschinenbau: die industrielle Fertigung ist geprägt durch hochentwickelte Werkstoffe und optimierte Verfahrensabläufe mit hohen Präzisionsansprüchen im My-Bereich. Die hierfür erforderlichen Werkzeuge sind hochspezialisiert und bilden damit eine Nische für Erfolgsgeschichten aus dem Mittelstand.

Bei unserem nächsten Preisträger standen die Liebe zur Präzision, der Spaß am Werkzeug, die konsequente Markenentwicklung und die weltweite Exportorientierung stets im Zentrum seines unternehmerischen Wirkens. Seine Produkte verlassen das Lager am Ossenpass, um in 74 Ländern der Welt für die bestmögliche Präzision zu sorgen. Doch blicken wir kurz zurück auf die Anfänge vor nunmehr 60 Jahren.

Man schrieb den 01. April 1949, als Bernhard Vogel senior und Karl Vogel an der Basilikastraße ihre Messwerkzeugfabrik gründeten. Bereits in den Anfängen des heutigen Kevelaerer Traditionsunternehmens war der Export über traditionelle Handelshäuser ein wichtiges Standbein des Unternehmens. Ende der 50er Jahre trennten sich die Wege der Brüder und der gelernte Maschinenbau-Ingenieur Bernhard Vogel verlagerte Anfang der 60er Jahre sein Unternehmen an den Rosenbroecksweg.

Da sich auf dem Betriebsgelände auch das Wohnhaus der Familie Vogel befand, erhielten die Kinder bereits in jungen Jahren einen Einblick in die Welt der Messwerkzeuge. Schon früh zeichnete sich ab, dass der älteste Sohn Bernhard die Faszination des Produkts „Werkzeug" teilte. Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher arbeitete Bernhard Vogel junior ein Jahr in Irland, bevor er sich zur Meisterschule anmeldete. Das Unternehmen wuchs und zog 1980 in größere Räumlichkeiten an den Ossenpass. 1981 kam Bernhard Vogel als Werkzeugmachermeister zurück ins Familienunternehmen und unterstützte seinen Vater im kaufmännischen Bereich. Krankheitsbedingt musste Vater Bernhard in den darauf folgenden Jahren mehr und mehr Verantwortung an seinen Sohn abgeben und zog sich Ende der 80er Jahre aus dem aktiven Tagesgeschäft zurück.

Wo wollen wir in zehn Jahren stehen?", fragte sich Bernhard Vogel zu Beginn der 90er Jahre. Die Welt war durch die neuen Kommunikationstechnologien immer kleiner geworden und die Mitbewerber fanden sich nun auf einem globalen Wettbewerbsmarkt wieder. Das Unternehmenskonzept wurde auf neue, zukunftsträchtige Beine gestellt: weg vom Vertrieb über Handelshäuser, hin zum weltweiten Export mit eigenen Vertriebspartnern. Weg von der anonymen Handelsware, hin zur eigenen Markenbildung. Und damit zu einer deutlichen Positionierung in einem weltweiten Spezialmarkt.

Im Jahr 1992 nahm der damals 38-Jährige an einer Wirtschaftsreise der Industrie- und Handelskammer Köln nach China und Vietnam teil, wo er erste Kontakte knüpfte. Zur Zukunftssicherung seines Unternehmens lagerte er einen Teil der Produktion nach China aus und importierte Messwerkzeuge zur Programmergänzung. Die Produktentwicklung unter dem Markennamen „Vogel Germany" und die Exportorientierung mit Vertriebspartnern führte dazu, dass unverändert knapp 30 Mitarbeiter für Vogel Germany tätig sind. Durchschnittlich werden am Ossenpass vier Nachwuchskräfte zu Groß- und Außenhandelskaufleuten oder zu Fachkräften für Lagerlogistik ausgebildet.

Seit 1996 arbeitet Vogel Germany für den Import aus China mit einem Kontaktbüro in Shanghai. Nach einer Sichtprüfung werden die Produkte über den Seeweg nach Rotterdam verschifft oder mit dem Flugzeug über Frankfurt und Düsseldorf ins Lager nach Kevelaer transportiert. Hier werden alle Produkte geprüft, getestet, kalibriert und mit einem der Logos aus den Vogel-Produktlinien versehen. „Alle Produkte verlassen unser Unternehmen über das Auslieferungslager Kevelaer", betont Bernhard Vogel. Nur so könne die hohe Qualität und die erforderliche Flexibilität sicher gestellt werden.

Den wachsenden Anforderungen des Marktes begegnete das Kevelaerer Unternehmen mit der Entwicklung verbesserter Technologien bis hin zu Produkten mit Alleinstellungsmerkmalen. Aktuell umfasst der Katalog der Vogel Germany 340 Seiten mit etwa 10.000 Artikeln.

Die Präzisions-Messwerkzeuge aus dem Hause Vogel werden weltweit in 74 Länder exportiert. Das Wachstum in neue Ländermärkte erforderte eine immer stärkere Auslands-Präsenz. Dies führte dazu, dass im Jahr 2001 der heutige Prokurist Thomas Heinlein für das Unternehmen gewonnen werden konnte. Der Vertriebsfachmann brachte Erfahrung aus dem führenden Einkaufsverband Europas mit, insbesondere in den Bereichen Sortimentsaufbau und Vertriebsstrategien.

Heute „teilen" sich Bernhard Vogel und Thomas Heinlein sozusagen „die Welt". England, Irland, Südeuropa, Asien, Mittlerer und Naher Osten, Mittel- und Süd-Amerika, die USA, Kanada, Neuseeland und Afrika werden durch Bernhard Vogel betreut. Thomas Heinlein betreut den größten Teil der europäischen Länder, von Skandinavien bis zur Schweiz und von Frankreich über Russland, Ukraine bis hin zu Belarus sowie Australien. „Die unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten sind eine große Herausforderung", bestätigen beide unisono. „In vielen Ländern ist es unter Geschäftspartnern üblich, auch freie Zeit miteinander zu verbringen. Das reicht vom Besuch einer Karaoke-Bar bis zu gemeinsamen Besichtigungen oder sogar gegenseitigen privaten Einladungen." Die Betreuung der Exportländer bringt Jahr für Jahr viele Hunderttausend Flugkilometer mit sich, da Bernhard Vogel und Thomas Heinlein den persönlichen Kontakt zu ihren Kunden pflegen. So kehrte Bernhard Vogel erst vor zwei Stunden von einer Geschäftsreise aus China zurück. Anders ausgedrückt: Heute morgen war er noch in Beijing und jetzt dürfen wir ihn hier begrüßen. „Join us for success" - „Gemeinsam mit uns erfolgreich sein" lautet der Leitspruch des Unternehmens.

Persönliche Kontakte werden auch bei nationalen und internationalen Messen geknüpft. Etwa zehn Mal pro Jahr präsentiert sich Vogel Germany auf Fachmessen - ob in Köln oder Stuttgart, ob in Bilbao, Moskau, Bukarest, Bombay oder Jakarta. Als Leitmesse der Branche gilt die alle zwei Jahre in Köln stattfindende Internationale Eisenwarenmesse. Häufig werden bei der Teilnahme an einer internationalen Messe die Marktbearbeitungschancen ausgelotet. Dies führte 2008 zu einer Messebeteiligung in Bombay für den indischen Markt und in einer Woche, am 1. Dezember, noch zu einem Messeauftritt im indonesischen Jakarta.< / p>

Neben seiner weltweiten Kundenbetreuung nimmt sich Bernhard Vogel auch Zeit für e hrenamtliche Engagements. Viele Jahre war er Mitglied der Wirtschaftsjunioren im Kreis Kleve - einem Netzwerk junger Unternehmer und Nachwuchskräfte und wurde 1995 als „Wirtschaftsjunior des Jahres" ausgezeichnet. Im Prüfungsausschuss der Groß- und Außenhandelskaufleute war er zwölf Jahre lang aktiv. Nach vielen Jahren als Stellvertreter übernahm er in diesem Jahr den Vorsitz des Ausschusses der Messzeug-Hersteller im Fachverband Werkzeugindustrie e.V.. Und in den vergangenen fünf Jahren engagierte er sich als Vizepräsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve.

Sehr geehrter Herr Vogel,

Ihr Unternehmen trägt den Namen Kevelaers in die ganze Welt. Und das seit nunmehr 60 Jahren. Die Juroren des Jahres 2009 sind der Ansicht, dass Sie für diese Erfolgsgeschichte den Marketing-Preis-Kevelaer verdient haben. Herzlichen Glückwunsch.

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Laudatio
Euregionales Pflanzen Servicecenter GmbH

Die Agrobusiness-Region zwischen Kleve und Mönchengladbach ist geprägt durch einen deutlichen Bedeutungsüberhang im Bereich Garten- und Zierpflanzenbau. Bei Beet- und Topfpflanzen liefern die landschaftsprägenden Felder, Beet- und Unterglasflächen am Niederrhein einen eindrucksvollen Nachweis für die Bedeutung dieses Sektors für Wirtschaftskraft und Arbeitsmarkt. Je nach Kommune sind entlang der Wertschöpfungskette im Agrobusiness-Bereich 15 bis 30 Prozent aller Arbeitsplätze im Gartenbau, im Zierpflanzenbau und im Gemüsebau zu finden.

In einer Zeit, in denen die Kunden stets topaktuelle und frische Ware in den Fachmärkten erwarten, spielen Vermarktungskonzepte und eine effiziente Logistik immer bedeutsamere Rollen. Hier gibt es Unternehmer, die sich als Dienstleister erfolgreich spezialisiert haben und die die Frage nach der Bedeutung der Wirtschaftskrise für ihr Unternehmen zufrieden mit „Keine" beantworten.

1,2 Millionen Callunen haben in den vergangenen Wochen das Betriebsgelände unseres nächsten Preisträgers an der Industriestraße verlassen. Aktuell dreht sich hier alles um 60.000 bis 70.000 Weihnachtssterne, die zu Beginn der Adventszeit beim Kunden sein müssen. Und neben Gestecken, Moos-Schalen und Zweigen gilt es auch bereits die ersten Primeln auf die Reise zu schicken. In den Saisonzeiten sind es etwa 150 Fahrzeuge, die Produkte aus dem gesamten Euregio-Gebiet anliefern, und damit dem Unternehmen seinen Namen gaben. Norbert Engler, Ferdi Schiplack und ihr Team vermarkten als Euregionales Pflanzen Servicecenter, kurz EPS, Freilandprodukte, Baumschul-Ware und Zimmerpflanzen, die in den Gartenbaubetrieben der grenzüberschreitenden Region produziert werden. Die daraus resultierenden kurzen Vertriebswege sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern bringen sowohl den Lieferanten als auch den Kunden finanzielle Vorteile.

Angefangen hat alles vor zehn Jahren. Norbert Engler und Ferdi Schiplack, die gemeinsam Anfang der 80er Jahre ihren Gärtnermeister gemacht hatten, waren beide als Vertriebsfachleute in der „grünen Branche" tätig. Die Garten-Center-Gruppe Dehner, die 100 Niederlassungen in Deutschland und Österreich betreibt, suchte einen Partner zur Koordination des Vertriebs aus der niederrheinischen Grenzregion. Norbert Engler und Ferdi Schiplack sahen hier die Chance zum Sprung in die Selbstständigkeit. „Ich kam aus einem Gartenbaubetrieb in Nierswalde und wollte wieder als Unternehmer tätig sein", erinnert sich Norbert Engler. Das erstellte Konzept für den Standort Kevelaer überzeugte die Verantwortlichen bei Dehner, die per Handschlag zum ersten EPS-Kunden wurden.

Fünf Gärtner aus der Region teilten das Vertrauen der Firmengründer in das Vermarktungs-Konzept und wurden zu Investoren für den zu erstellenden Firmenkomplex. Am 01. Juni 1999 ging das Euregionale Pflanzen Servicecenter mit 4.300 Quadratmetern Hallenfläche und sechs Mitarbeitern an den Start. Mit hohem Risiko. Und mit einer großen Abhängigkeit von lediglich einem Kunden. Mit voller Unterstützung der Familien Engler und Schiplack. Und einem motivierten Team.

Die hier arbeitenden Menschen machen den Erfolg aus", betont Norbert Engler, der stolz auf seine Mannschaft ist und sie als „Zweitfamilie" bezeichnet. 14 Mitarbeiter sind heute für EPS tätig. Und fast alle der sechs Mitarbeiter der ersten Stunde sind heute noch mit dabei. Ehefrau Petra kümmert sich nach wie vor um die Buchhaltung. Und manch ein Spross der nächsten Generation der Familien erlernt einen „grünen" oder einen vertriebsorientierten Beruf. Gemeinsame Betriebsausflüge, Feiern und gemeinsame Zukunftsplanungen stärken das Gemeinschaftsgefühl und sind für den nach eigenen Aussagen „harmoniebedürftigen Familienmenschen" Norbert Engler die Basis für ein funktionierendes und erfolgreiches Miteinander.

Im Jahr 2003 gründeten Ferdi Schiplack und Norbert Engler die M&D GmbH zur Betreuung branchenfremder Kunden aus dem Lebensmittel-Einzelhandel- oder Discounter-Bereich. Fortan widmete sich Ferdi Schiplack im Tagesgeschäft um die M&D GmbH und Norbert Engler betreute bei EPS die Fachmarkt-Kunden.

EPSliefert seinen Kunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien das komplette Freiland- und Zimmer-Angebot. Warenbündelung, Warenaufbereitung, Konfektionierung und Verpackung erfolgen in den Hallen an der Industriestraße in Kevelaer. Bis zu 150 Fahrzeuge liefern täglich an der einen Seite des Hallenkomplexes die Ware an. Und auf der anderen Seite warten etwa 70 LKW darauf, die marktfertig erstellten Produkte zu den Fachmärkten zu bringen.

In den vergangenen Jahren hat sich der Markt für Topfpflanzen stark verändert. Vermarktete EPS im Jahr 1999 noch 600.000 Eriken, so sind es in diesem Jahr, nur zehn Jahre später, lediglich 70.000 Eriken. „Pflanzenkäufe wurden mehr und mehr zu Impulskäufen", betont Norbert Engler. „Die Kunden verlangen immer neue Produkte und Farben. Heute entscheidet die erste Optik über Kauf oder Nicht-Kauf." Dies zeige sich beispielsweise an Stauden, die im kleinen Topf ohne Blatt und mit schönem Etikett im zeitigen Frühjahr oft noch nicht vermarktbar seien, sondern erst mit den ersten Blüten im großen Topf im Frühsommer ihre Kunden finden. Zur Stärkung des Unternehmensprofils arbeitet EPS eng mit Züchtern zusammen, um seinen Kunden immer wieder Innovationen präsentieren zu können. So wird es auch im Jahr 2010 wieder neue Züchtungen geben, die EPS exklusiv seinen Fachmarkt-Kunden anbietet.

Die aktuelle Wirtschaftskrise der vergangenen zwölf Monate hatte keinen nennenswerten Einfluss auf die EPS-Umsatzzahlen. „Viele Menschen bleiben häufiger zu Hause und wollen es sich in den eigenen vier Wänden schön machen. Da gehören Pflanzen und der eigene Garten einfach dazu", erläuterten Norbert Engler und Ferdi Schiplack die aktuelle Situation. Und eine Million georderte Geranien für das Frühjahr 2010 zeigen, dass beide mit Zuversicht nach vorne blicken. „Unsere Zukunfts-Aufgabe liegt in der Lösung der Logistik-Fragen unserer Kunden. Dies haben wir auch bei unseren zukünftigen Planungen stets im Blick. Deshalb sind wir hier in Kevelaer im räumlichen Umfeld der Gärtner, die uns beliefern."

Sehr geehrter Herr Engler,
sehr geehrter Herr Schiplack,

die Jury des Marketing-Preis-Kevelaer hat sich einhellig dafür ausgesprochen, Ihnen in diesem Jahr für Ihr Engagement im für unsere Stadt bedeutsamen Agrobusiness-Bereich zu danken. Herzlichen Glückwunsch zum Marketing-Preis-Kevelaer 2009.

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Ansprechpartner

Hans-Josef Bruns
Stabsstelle Kevelaer Marketing
Telefon: (0 28 32) 122-212
Telefax: (0 28 32) 122-989
E-Mail: hans-josef.bruns@stadt-kevelaer.de
Adresse: Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer