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Die Preisträger des Marketing-Preis-Kevelaer 2010

 

Referent:

Prof. Dr. Marie-Louise Klotz, Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal

Thema: "Die Bedeutung der Hochschule Rhein-Waal für die gesamte Region"

Preisträger:

Auf einer Bühne stehen zahlreiche Menschen - einige Damen halten Blumensträuße, einige Herren Bronze-Plaketten in der Hand. Im Hintergrund sieht man ein großes Bild des Kevelaerer Heißluft-Ballons-Kevelaer.
"Das Familienfoto" beim Marketing-Preis-Kevelaer mit den Preisträgern, Organisatoren,
dem Bürgermeister und dem Festredner als bleibende Erinnerung.

Laudatio
Josef Derks GmbH & Co. KG

Die voranschreitende Filialisierung des Einzelhandels, ruinöse Preiskämpfe, Rund-um-die-Uhr-Öffnungszeiten im Handel und stets geöffnete Online-Shops haben eine Kehrseite. Viele Kunden klagen über die „Service-Wüste Deutschland". Doch jede Wüste hat ihre Oasen. Und hier in Kevelaer dürfen wir uns mit Dutzenden inhabergeführter Fachgeschäfte über eine wahre „Oasen-Dichte" freuen. Sie liefern den Kunden, Gästen und Besuchern einen eindrucksvollen Nachweis für die Feststellung vieler Marktforscher: Nicht Groß schlägt Klein. Sondern „Innovativ" schlägt „Langweilig". Und Service schlägt Preis.

Schon früh hat sich unser Preisträger auf seine Kernkompetenz konzentriert und ein zukunftsfähiges Marketingkonzept verfolgt. Mit dem Slogan „Holz für alles. Und alles, was dazu gehört" umschrieb Heinz Derks bereits vor mehr als 20 Jahren seinen Handelsschwerpunkt in einer heute hart umkämpften Branche mit einem stark differenzierten Produkt. „Für manche ist es vielleicht einfach nur Holz... Für uns sind es Bretter, die die Welt bedeuten", ist die aktuelle Image-Broschüre von Holz Derks überschrieben, die die Leidenschaft der hier handelnden Menschen für diesen besonderen Rohstoff und die Kompetenz des gesamten Teams eindrucksvoll und kreativ herausstellt.

Begonnen hat alles ganz anders. Anfang der 60er Jahre übernahm Heinz Derks nach einer absolvierten Kaufmannslehre und einem betriebswirtschaftlichen Studium mit Schwerpunkt Holz in Rosenheim den elterlichen Betrieb seines früh verstorbenen Vaters Josef Derks. Seinerzeit war das Unternehmen an der Biegstraße in den Bereichen Holz, Brennstoffe und Zeltverleih tätig. Gemeinsam mit seinem heutigen Prokuristen Heinz Lamers, der 1962 nach einer Ausbildung im Hause Derks die Prüfung zum Groß- und Außenhandelskaufmann ablegte, stieß er nach und nach die Bereiche Brennstoffe und Zeltverleih ab und konzentrierte sich fortan auf seine eigene Kernkompetenz Holz.

Holz Derks wuchs. Die Produktpalette wurde breiter und tiefer. Neue Mitarbeiter wurden eingestellt. Mitte der 80er Jahre stand fest, dass neue Räumlichkeiten für das Unternehmen gebraucht wurden. 1985 zog Holz Derks mit acht Mitarbeitern an die Feldstraße. Eine leer stehende Halle von 2.500 Quadratmetern wurde um eine 500 Quadratmeter große Ausstellungsfläche sowie einen ebenfalls 500 Quadratmeter großen Fachmarkt für Eisenwaren erweitert. Platz genug für „Holz für alles. Und alles, was dazu gehört."

Der immer größer werdende Markt für nachwachsende Rohstoffe führte in den vergangenen 15 Jahren zu einer Wiederentdeckung des Baustoffs Holz. Auch der Bereich der energetischen Sanierung führte zu Lösungsansätzen rund um das natürliche Baumaterial. Die Sortimentsbreite und Sortimentstiefe bei Holz Derks nahmen weiter zu und damit der Bedarf an trockenen Lagerflächen. Im Jahr 2008 entstand auf dem Firmengelände an der Feldstraße eine weitere, 2.500 Quadratmeter große Lagerhalle, die insbesondere den Kundenwünschen nach trockenen Lagerqualitäten in besonderer Weise gerecht wird und damit einen Wettbewerbsvorteil schafft. Heute stehen Holz Derks auf dem 15.000 Quadratmeter großen Grundstück insgesamt 6.800 Quadratmeter Hallenfläche zur Verfügung. „Vorrat ist der beste Rat", fasst der seit 46 Jahren im Unternehmen tätige Heinz Lamers die Anforderungen an immer kürzere Lieferzeiten und Verfügbarkeiten zusammen.

Viele der heute 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden bei Holz Derks ausgebildet. Ob als Groß- und Außenhandelskaufleute oder als Kaufleute im Einzelhandel. „Und weil die gut sind, haben wir sie gerne gehalten", blickt Heinz Derks stolz auf sein Team, das Kunden von Kleve bis Krefeld und bis in die Niederlande hinein betreut.

Aus dem Handwerk kommen Schreiner, Tischler und Dachdecker zu Holz Derks, um hier von der eindrucksvollen Servicequalität zu profitieren. Auch Messebauer, Fahrzeugbauer sowie Garten- und Landschaftsarchitekten nutzen die geballte Fachkompetenz der Holz-Derks-Mitarbeiter für gemeinsame Projektplanungen. Und für die Wünsche der Endverbraucher im Haus und im Garten stehen Fachberater bereit, die auch kleine Details bedenken und kreative Lösungsansätze formulieren.

Dem Anspruch an ein innovatives Marketing ist Holz Derks treu geblieben. Der hauseigene Slogan „Holz für alles. Und alles, was dazu gehört" beschreibt seit mehr als 20 Jahren das Produktportfolio. Die aktuelle Imagebroschüre zeigt ein Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses mit kreativen Sprüchen wie „Wir haben vieles zu bieten - und das Meiste davon auch auf Lager." Und der 100 Seiten umfassende Hausprospekt zeigt Bauholz, Brettschichtholz, Massivholzdielen, Innentüren, Terrassendielen, Carports und vieles mehr. Auch hier wird der professionelle Marketingauftritt konsequent in den Farben rot und grau geboten.

Gemeinsames Marketing, gemeinsamer Einkauf und der Erfahrungsaustausch mit Branchenkollegen kennzeichnen die Mitgliedschaft von Holz Derks bei HolzLand, der führenden Kooperation im Holzfachhandel. Heinz Derks ist Gründungsmitglied des heute etwa 300 Holzhandlungen umfassenden Zusammenschlusses mit Mitgliedern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Darüber hinaus gehört Holz Derks dem Verband Deutscher Holzhandel an, bei dem sich 1.000 Mitglieder an 1.200 Standorten im Interesse der gemeinsamen Sache engagieren.

Das Engagement in gemeinsamer Sache war es auch, das Heinz Derks im Jahr 1968 motivierte, als Mitglied der ersten Stunde dem Verkehrsverein Kevelaer und Umgebung e.V. beizutreten und dem aktuell 260 Mitglieder zählenden Verein die Treue zu halten. Für diese langjährige Unterstützung der Aktivitäten des Verkehrsvereins im Interesse des Standortes Kevelaer sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Sehr geehrter Herr Derks,

viele Kevelaerer haben Ihre konsequente Service-Orientierung und Ihren Erfolg aus nächster Nähe gesehen. So auch die Mitglieder der Jury. Die Juroren des Jahres 2010 sind einhellig der Meinung: Sie erhalten in diesem Jahr den Marketing-Preis-Kevelaer. Herzlichen Glückwunsch.

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Laudatio
van Meegern Bauunternehmung GmbH & Co. KG
van Meegern Bedachung-Klempnerei-Holzbau

Das Handwerk hat in Kevelaer ein Zuhause. Zahlreiche Unternehmen - ob Tischler oder Goldschmied, ob Bäcker oder Dachdecker - schreiben bereits in der zweiten, dritten oder vierten Generation Geschichte. Sie sind mit dem Standort Kevelaer verwurzelt und tragen mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen zur Zukunftssicherung der Bewohner und damit zum Gemeinwohl bei. Hier gibt es sie noch: die Unternehmer, die Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit ihren Mitarbeitern hoch qualifizierte Handwerksleistungen erbringen.

Bei unseren nächsten Preisträgern des heutigen Abends handelt es sich um gleich zwei Handwerksunternehmen, die als Firmenverbund vom Fundament bis zum fertigen Dach alle Leistungen des Bauhauptgewerbes anbieten können. Die 20 gelben Firmenfahrzeuge sind zu Baustellen von Kleve bis Düsseldorf und ins Ruhrgebiet unterwegs. Aktuell auch zur Großbaustelle der Hochschule Rhein-Waal, sodass wir Ihnen, sehr geehrte Frau Prof. Klotz, nun einen „Ihrer" Handwerker als Marketing-Preisträger vorstellen dürfen.

Begonnen hat alles im Jahr 1954, als Johann van Meegern an der Gelderner Straße - ausgerüstet mit einem Handkarren und einem Fahrrad - einen Dachdecker- und Klempnerbetrieb gründete, der in den Nachkriegsjahren schnell wuchs. Die beiden Söhne Willi und Paul wuchsen am und im Betrieb auf und lernten so schon früh den Alltag des Handwerksbetriebes kennen. Willi van Meegern trat in die Fußstapfen seines Vaters, absolvierte im elterlichen Betrieb seine Dachdeckerlehre, die er 1973 als Kammersieger und Landesbester abschloss. Ende der 70er Jahre begannen die ersten Planungen für einen Umzug des Unternehmens ins Gewerbegebiet am Hoogeweg. 1982 wurde der Neubau bezogen. Die Zeichen standen weiterhin auf Wachstum.

Standen bei der Firmenübernahme durch Willi van Meegern im Jahr 1986 noch fünf Mitarbeiter auf der Lohnliste, so wuchs die Zahl stetig auf heute 14. „Ich habe eine gute Mannschaft hinter mir. Ohne meine Leute wären wir nicht da, wo wir heute sind", begründet Willi van Meegern das Wachstum und den Erfolg seines Unternehmens. Dass sich seine Mitarbeiter überdurchschnittlich stark mit dem Unternehmen identifizieren, zeigt sich auch daran, dass es keine Fluktuation gibt. Einige der Mitarbeiter sind bereits seit Firmenübernahme durch Willi van Meegern für das Unternehmen tätig. Und die Auszubildenden bleiben meistens nach bestandener Gesellenprüfung dem Unternehmen treu. Der diesjährige Auszubildende gehörte 2010 zu den Prüfungsbesten im Kreis Kleve.

Das Einzugsgebiet des Dachdeckerbetriebes hat sich in den vergangenen 25 Jahren vergrößert. Heute sind die Mitarbeiter auf Dächern am gesamten Niederrhein bis nach Düsseldorf sozusagen „Zuhause". Auftraggeber sind Privatkunden, Kommunen und die Kirche. Zum Aufgabenbereich zählt der Neubau beziehungsweise die Sanierung von Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen, Verwaltungsgebäuden und denkmalgeschützten Objekten, beispielsweise das jüngst fertig gestellte Stiftsmuseum am Xantener Dom. Hierbei wird das traditionelle Dachdeckerhandwerk mit der Fortschrittlichkeit der heutigen Dach- und Abdichtungstechnik verbunden.

Der zweite Sohn, Paul van Meegern, studierte Bauingenieurwesen in Aachen und legte 1987 seine Diplomprüfung im konstruktiven Ingenieurbau als Statiker ab. In den darauf folgenden Jahren war er für verschiedene Bauunternehmungen in der Region tätig, zuletzt vier Jahre als Geschäftsführer.

„Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, mich selbstständig zu machen", erinnerte sich Paul van Meegern bei unserem Gespräch an das Jahr 1998. Damals sollten die nach dem Umzug von Reiseverkehr Schatorjé ins Gewerbegebiet leer stehenden Hallen seines Schwiegervaters Jean Schatorjé abgebrochen und dort ein zusätzliches Wohnhaus errichtet werden. Dies wäre jedoch mit hohen Kosten für kommunale Auflagen zum Schallschutz verbunden gewesen. „Da haben meine Frau und ich bei einem Kaffee beschlossen, die Hallen selbst zu nutzen und uns selbstständig zu machen", so unser Preisträger. Im April 1998 ging die Bauunternehmung van Meegern an den Start. Mit vier Mitarbeitern und einem Bauvorhaben. Nur einen Monat später stellte Paul van Meegern vier weitere Handwerker ein. Bereits Ende 1998 waren es zwölf Mitarbeiter, heute sind es 48 Kollegen, die als Maurer, Betonbauer oder im kaufmännischen Bereich an einem Strang ziehen. Längst ist die Bauunternehmung in größere Betriebsräume an die Gelderner Straße gezogen.

Auch zur Sicherung des eigenen Nachwuchses wurde bei der Bauunternehmung van Meegern stets ausgebildet. Im gewerblichen Bereich lernen junge Maurer und Betonbauer hier die ersten Schritte ins Berufsleben. Und im kaufmännischen Bereich werden immer wieder Bürokaufleute ausgebildet.

Konnten die Maurer und Betonbauer früher teilweise mit dem Fahrrad die Baustelle erreichen, so stehen heute Projekte bis ins Ruhrgebiet im Auftragsbuch. Etwa 80 Prozent der Aufträge kommen aus dem öffentlichen Bereich. So beispielsweise der Rohbau der Hochschule Rhein-Waal in Kleve, bei der die Bauunternehmung van Meegern in einer Bietergemeinschaft die Ausschreibung für sich entschieden hat. Aktuell lassen dort insgesamt 80 Handwerker die verschiedenen Gebäude in den Himmel wachsen.

Seit dem Jahr 2003 erhielt die Bauunternehmung van Meegern immer wieder den Zuschlag bei Ausschreibungen für Bauprojekte der Haus Freudenberg GmbH. Auch der Neubau der Zweigniederlassung im Kevelaerer Gewerbegebiet Süd, an dem die WfG Kevelaer deutlichen Anteil hat, wird durch die Brüder van Meegern realisiert.

Im Sommer 2010 bestand Jan van Meegern an der RWTH Aachen seine Bachelor-Prüfung zum Bauwirtschaftsingenieur. Während seines weiteren Studiums zum Master unterstützt er tatkräftig Vater Willi und Onkel Paul beim Haus-Freudenberg-Neubau an der Delbrückstraße.

Darüber hinaus zeichnen die Bauunternehmung und Bedachungen van Meegern für das große Bauprojekt der Caritas an der Sonnenstraße verantwortlich, wo zur Zeit ein Mehrgenerationenhaus mit Hotelkomplex realisiert wird. Gerade fertig gestellt durch die Firmen van Meegern wurden die Sanierung des Großen Kreuzweges in Kevelaer und das 60-Plätze-Altenheim mit Mehrgenerationenhaus in Straelen - ebenfalls für die Caritas.

Befragt man die Gebrüder van Meegern nach dem „goldenen Boden", den das Handwerk ja sprichwörtlich haben soll, so antworten beide, dass gute Handwerker auch heute noch stets einen Arbeitsplatz finden. Überhaupt werde qualitativ gute Arbeit der Mitarbeiter heute oft unterschätzt und nicht genug gewürdigt. „Die Mitarbeiter haben zum Erfolg unserer Unternehmen den höchsten Beitrag geleistet." Beide Preisträger betonten in unserem Gespräch, dass sie den Marketing-Preis-Kevelaer insbesondere für ihre Mitarbeiter entgegennehmen und als Würdigung der hochwertigen Arbeit aller - Hand in Hand - verstehen. Darum gilt an dieser Stelle mein ganz besonderer Gruß den Mitarbeitern beider Unternehmen. Der Marketing-Preis-Kevelaer ist auch Ihr Preis, Ihr Verdienst.

Sehr geehrte Herren van Meegern,

im Namen der Jury darf ich Ihnen sehr herzlich gratulieren. Die Juroren sind einhellig der Ansicht: Der Firmenverbund van Meegern Bedachungen und Bauunternehmung van Meegern erhält in diesem Jahr den Marketing-Preis-Kevelaer. Herzlichen Glückwunsch.

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Laudatio
Nacke Logistik  GmbH

Kevelaer ist eine Stadt, meine Damen und Herren, in der sich zahlreiche Unternehmer im Spannungsfeld des Dienstleistungsbereichs bewegen. Sie dienen dem Erfolg ihrer Kunden und leisten Besonderes. Sie sind innovativ und serviceorientiert. Sie spezialisieren sich und sind absolute Experten in ihrem Segment. Und das häufig in einer Nische, in der engagierte Profis erfolgreich expandieren können.

Unser nächster Preisträger ist in solch einer Nische zuhause. Und er definiert Dienstleistung so: „Dienstleistung heißt für uns nicht, die Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen - wir wollen sie übertreffen!" 40.000 Quadratmeter Lager- und Bearbeitungsfläche sowie 10.000 Palettenstellplätze bieten bei der Nacke Logistik GmbH ausreichend Platz für die Aufbereitung und Kommissionierung von vielen Millionen Textilien. Und befragt man Georg Bors nach den Säulen seines Erfolg, so antwortet er: „Meine Frau, meine Gesellschafter und meine Mitarbeiter."

Angefangen hat die Geschichte unseres Preisträgers bereits vor über 20 Jahren. Nach bestandener Ausbildung zum Elektroinstallateur arbeitete Georg Bors bei Elektro Wolf in Kevelaer und verkabelte 1989 den Erweiterungsbau der Textilaufbereitung Thewissen am Gewerbering. Die Eheleute Thewissen boten ihm eine Stelle als Hauselektriker und Fahrer an und der junge Kevelaerer wechselte in das expandierende Unternehmen. In den kommenden drei Jahren wuchs sein neuer Arbeitgeber und Georg Bors wuchs sozusagen mit. Ab dem Jahr 1992 war er auch für die Kundenbetreuung und die Auftragsabwicklung zuständig und arbeitete später als Betriebsleiter. „Ich habe in dieser Zeit viel gearbeitet und aus der Berufspraxis gelernt", blickte Georg Bors bei unserem Gespräch vor einigen Tagen zurück.

Das Textilaufbereitungsunternehmen war weiter auf Expansionskurs. Die neue EDV-Logistik-Lösung EDI eröffnete neue Geschäftsfelder. Mit EDI - Electronic Data Interchange - werden elektronische Verfahren zum vollautomatischen Versand von strukturierten Nachrichten bezeichnet. Bis heute stellt EDI die rechnergenerierten Nachbestellungen der Kunden auf den Server der Nacke Logistik GmbH sicher und verbessert damit die Steuerung der Nachbestellung und somit die stete Präsenz der Textilien am Point-of-Sale. Im Jahr 2000 begann für das Unternehmen eine wirtschaftlich schwierige Zeit. „Externe Gründe führten in den darauf folgenden Jahren zur Insolvenz, obschon der Kevelaerer Betrieb immer gute Zahlen schrieb", erinnert sich Georg Bors an diese dunklen Jahre.

Im April 2003 trat der Insolvenzverwalter an den damaligen Betriebsleiter heran. „Was können wir tun?", lautete seine Frage nach einer möglichen Zukunft für die Mitarbeiter des Unternehmens. In den darauf folgenden Wochen besuchte Georg Bors die Kunden der Textilaufbereitung und diskutierte die Situation mit den noch verbliebenen 30 Mitarbeitern. „Wir wussten, was wir können. Und unsere Kunden wie beispielsweise C&A vertrauten in unseren Neuanfang. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Aber es musste klappen."

In weniger als drei Monaten gründete Georg Bors ein neues Unternehmen. Als Gesellschafter konnte er die Kevelaerer Georg Ruffen und Jakob Baers sowie den Kaldenkirchener Volkmar Nacke gewinnen, der den im Logistik-Bereich bekannten Namen mitbrachte. Georg Bors selbst wurde Geschäftsführer der neuen Nacke Logistik GmbH und startete am 1. Juli 2003 mit der Aufbereitung und Kommissionierung von Textilien. Vom Start weg überzeugte das Team mit perfekter Leistung und hohem Engagement. Bereits Ende 2004 kaufte das junge Unternehmen die bis dahin gemieteten Hallen am Gewerbering. Und die Gesellschaftsanteile von Volkmar Nacke wurden von Georg Bors, Georg Ruffen und Jakob Baers übernommen. Heute ist Georg Bors Mehrheitsgesellschafter der Nacke Logistik GmbH.

Seit dem Jahr 2004 konnte das Unternehmen den Umsatz mehr als verdoppeln - und das trotz sinkender Umsatzstückzahlen. Die Kunden sind namhafte Hersteller aus der Bekleidungsindustrie und große Handelsunternehmen hauptsächlich aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. 1,5 Millionen Teile werden Jahr für Jahr bei Nacke Logistik aufbereitet. Die Kommissionierung umfasst jährlich etwa zwölf Millionen hängende und acht Millionen liegende Teile. Transport, Lagerhaltung, Aufbereitung, Kommissionierung, Bügeln, Etikettieren und vieles mehr gehört zum Repertoire der Nacke Logistik GmbH. Hauptkunde ist nach wie vor C&A. „Was Europa aus dem Hause C&A trägt, hängt in Kevelaer", bringt es unser Preisträger auf den Punkt. Auch außerhalb des Bereichs Textilien werden hier am Gewerbering Produkte wie Accessoires, Geschenkartikel, Werbepräsente oder Saisonartikel kommissioniert - und die Aufträge dafür sind steigend.

Dieser Erfolg hat, so Georg Bors, drei Säulen. Die erste Säule sei seine Frau Elke. „Meine Frau hält mir völlig den Rücken frei, sodass ich meine ganze Energie ins Unternehmen stecken kann", betont der 43-jährige Kevelaerer. Wichtig sind ihm die insgesamt vier Wochen Familienurlaub pro Jahr und das gemeinsame Mittagessen mit seiner Frau und seinen drei Kindern.

Ein weitere Säule für den Unternehmenserfolg seien die Mitgesellschafter. „Ohne das Vertrauen von Georg Ruffen und Jakob Baers hätten wir nicht starten können." Und als dritte Säule bezeichnet er die heute insgesamt 140 Mitarbeiter. „Wir von Nacke Logistik haben einen Schatz, um den uns viele beneiden: unsere Mitarbeiter", beginnt der Text auf der firmeneigenen Internetseite für den Bereich „Dienstleistung". Bei unserem Gespräch betonte Georg Bors die hohe Leistungsbereitschaft seiner Mitarbeiter, die trotz des hohen Zeitdrucks und der körperlich belastenden Arbeitsbedingungen alles mittragen. „Unser Führungsteam gibt den Kunden ein Leistungsversprechen. Und unsere Mitarbeiter lösen es ein", fasst unser Preisträger seine Wertschätzung der Teamleistung zusammen. Seit einigen Jahren bildet die Nacke Logistik GmbH für den eigenen Bedarf Mitarbeiter aus, und zwar Bürokaufleute sowie Fachkräfte für Lagerlogistik. Auch die Führungskräfte sind - wie Georg Bors selbst - im eigenen Unternehmen gewachsen. Für den Bereich Logistik zeichnen Thomas Fritsch und Oliver Basedow verantwortlich. Und im kaufmännischen Bereich ergänzen Hans-Jürgen Nienhuys sowie Judith van der Cruysen die insgesamt fünfköpfige Führungsmannschaft.

Georg Bors weiß, woher er kommt, was er kann und was im Betrieb läuft. Diese bodenständige Glaubwürdigkeit ist sicher auch ein Teil des Unternehmenserfolgs, denn sie führt zu einer hohen Motivation und Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Chef.

„Marke Mensch" war vor wenigen Tagen ein Vortrag von Christian Hupertz von der Agentur Grey Worldwide beim Forum Kreis Kleve der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve überschrieben. Hupertz erläuterte, wie ein Mensch zur Marke werden kann. Solch ein Mensch zeichne sich durch Eindeutigkeit, Stimmigkeit, Nachhaltigkeit und Einzigartigkeit aus. Er habe Identifikationspotenzial, sei eine Leitfigur für den Nachwuchs und sprichwörtlich ein „Qualitätssiegel" für die Geschäftspartner. Dies alles, meine Damen und Herren, trifft auf Georg Bors zu, der für seine Mitarbeiter und für seine Kunden längst zu einer wertstiftenden Marke geworden ist.

Sehr geehrter Herr Bors,

Sie führen als „Marke Mensch" die Nacke Logistik GmbH mit besonderer Verantwortung und Leistungsbereitschaft. Die Juroren des Jahres 2010 sind der Ansicht, dass Sie für diese Erfolgsgeschichte den Marketing-Preis-Kevelaer verdient haben. Herzlichen Glückwunsch.

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Ansprechpartner

Hans-Josef Bruns
Stabsstelle Kevelaer Marketing
Telefon: (0 28 32) 122-212
Telefax: (0 28 32) 122-989
E-Mail: hans-josef.bruns@stadt-kevelaer.de
Adresse: Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer