Inhalt

Preisträger des Marketing-Preis-Kevelaer 2011

Referent:

Prof. Wolfgang Schulhoff, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf

Thema: "Die soziale Marktwirtschaft und der Wertekosmos von Handwerk und Mittelstand"

Preisträger:

Gruppenbild aller Preisträger und Ehrengäste des Abends der Verleihung des Marketing-Preis-Kevelaer.

"Das Familienfoto" beim Marketing-Preis-Kevelaer mit den Preisträgern, Organisatoren,
dem Bürgermeister und dem Festredner als bleibende Erinnerung.

 

Laudatio
Stern Apotheke

In Kevelaer, meine Damen und Herren, sind zahlreiche Unternehmer zu Hause, die sich im Spannungsfeld zwischen Einzelhandel und Dienstleistung bewegen. Hier ist der Kunde wahrlich noch König. Er findet bei vielen Kevelaerer Unternehmern ein breites Warenangebot, eine qualifizierte Beratung und verschiedene Service-Angebote, die ein Internet-Shop so nicht bieten kann. Dies gilt für so genannte „klassische Einzelhandelsgeschäfte" wie Modefachgeschäfte oder Buchhandlungen und in besonderem Maße für Unternehmer, die sich mit immateriellen Gütern oder gar gefährlichen, weil chemische Zusammenhänge berührenden Produkten beschäftigen.

„Wir verkaufen nicht nur Bonbons. Arzneimittel sind Waren der besonderen Art, denn bei falscher Anwendung können sie zum Tode führen", fasst unsere Preisträgerin die aus ihrer Sicht besondere Notwendigkeit einer ausgiebigen und intensiven Kundenberatung zusammen. Sie selbst bezeichnet sich als Pharmazeutin. Ihr Vorgänger in der Kevelaerer Apotheke nannte sie schlichtweg seine „Wunschkandidatin".

Seit nunmehr zwölf Jahren ist für Monika Schwarz die Stern Apotheke an der Ecke Annastraße / Busmannstraße gleichermaßen Beruf und Berufung. Das Unternehmensziel ihrer Apotheke formuliert sie so: „Unser oberstes Ziel ist die Gesundheit und die Zufriedenheit unserer Kunden. Durch kompetente Beratung und Therapiebegleitung sollen diese einen höchstmöglichen und sicheren Nutzen aus unserer Dienstleistung ziehen. Denn der Patient erwartet von uns eine optimale Versorgung und Betreuung."

Ein großer, „Offizin" genannter Verkaufsraum, ein Einzelberatungsraum sowie 18 EDV-Arbeitsplätze waren nur einige Meilensteine zur stetigen Verbesserung der formulierten Ziele. Diesen dienten auch die Einführung eines Qualitäts-Managements-Systems sowie die Investition in einen beeindruckenden Kommissionier-Automaten.

Begonnen hat alles im Jahr 1984. Damals führten die berufliche Wege von Monika und Ulrich Schwarz von Ettlingen bei Karlsruhe nach Kevelaer und die approbierte Apothekerin fand eine Anstellung in der Stern Apotheke von Helmut van Briel. „Eine ähnliche Arbeitsweise und gleiche Ziele waren damals die Grundlage für ein angenehmes Arbeitsverhältnis. Und sie bildeten gleichsam den Anfang einer bis heute währenden langjährigen Freundschaft", fasst Monika Schwarz die vergangenen 27 Jahre zusammen. Auch als ihre Tochter Leonie und ihr Sohn Tilman auf der Welt waren, arbeitete sie noch 20 Wochenstunden in der Stern Apotheke.

Im Jahr 1988 siedelte die junge Familie nach Frankfurt am Main um und Monika Schwarz kümmerte sich in den Folgejahren ausschließlich um die Kinder.

Nach fast fünf Jahren reifte der Entschluss der Apothekerin, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Monika und Ulrich Schwarz beschlossen, ihre „Familien-Rollen" zu tauschen. Sie würde eine Apotheke übernehmen und er würde sich künftig um die Kinder kümmern. Nach langer Suche fanden sie eine Apotheke in Zell am Hamersbach im Schwarzwald. Bereits ein Jahr nach dem Kauf der Apotheke konnte Monika Schwarz aufgrund der erfolgreichen Geschäftsentwicklung weitere Mitarbeiter beschäftigen. Im gleichen Jahr erblickte auch Sohn Julian das Licht der Welt.

Auf dem Rückweg vom Urlaub an der niederländischen Küste steuerte die Familie Schwarz im Spätsommer 1998 mal wieder Kevelaer an, um bei Familie van Briel den obligatorischen Stopp einzulegen. Während Ulrich Schwarz und die Kinder in die Innenstadt gingen, um eine Marien-Medaille zu kaufen, brachte Helmut van Briel mit folgenden Worten den Stein ins Rollen: „Kannst Du Dir vorstellen, in Kevelaer zu leben? Wir möchten unsere Apotheke verkaufen und Du bist unsere Wunschkandidatin für die Übernahme der Apotheke." Unserer Preisträgerin war bewusst, dass dies für sie selbst eine erneute Existenzgründung und für die Familie einen abermaligen Umzug bedeuten würde. „Ich hätte das Angebot nicht angenommen, wenn ich mich der Stern Apotheke und Kevelaer nicht so verbunden gefühlt hätte", erinnert sich Monika Schwarz. Bereits zum 01. Januar 1999 übernahm sie die Apotheke inklusive aller Mitarbeiter und zog mit ihrer Familie nach Kevelaer.

Im Jahr 2004 erlaubte der Gesetzgeber den so genannten „Mehrbesitz von Apotheken", der es Apothekern ermöglicht, bis zu vier Apotheken zu führen. Diese Gesetzänderung wie auch Anfragen aus den umliegenden Ortschaften führten dazu, dass sich unsere Preisträgerin mit dem Thema „Filialisierung" auseinandersetzte. „Aber ich kann mich nicht teilen und möchte weiterhin im vollen Maße für meine Kunden Ansprechpartnerin sein. Außerdem ist es der Stern Apotheke aufgrund unseres Lieferservices möglich, auch Kunden im näheren und entfernteren Umland mit den notwendigen Arzneimitteln zu beliefern", fasste sie in unserem Gespräch ihre Gründe gegen eine Filialisierung zusammen.

Stattdessen entschied sie sich, den Standort der Stern Apotheke zu stärken und in eine Modernisierung zu investieren. Die Offizin wurde vergrößert. Dazu mussten die Arzneimittelschubladen einem Kommissionier-Automaten im Obergeschoss weichen. Dieser schickt seit dem Jahr 2005 auf Knopfdruck von der Datenkasse im Verkaufsraum im Erdgeschoss die gewünschten Medikamente vom Obergeschoss über eine Rutsche in die Offizin direkt zum Kunden. Beim Blick auf die moderne Technik im Kommissionier-Automaten beherrscht ein flinker Roboterarm das Bild. Die eingescannten Medikamente sortiert er selbst nach dem Chaosprinzip ein und aus. „Durch den Einsatz dieses Systems haben wir mehr Zeit für das Kundengespräch", erläutert unsere Preisträgerin die Vorteile für den Einsatz des „Rowa", der etwa 6.000 verschiedene Medikamente verwaltet. Die optimierte Lagerverwaltung sorgt auch für eine hohe Lieferfähigkeit und ist damit ein überzeugendes Argument für die Neukundengewinnung. „Für Stammkunden nehmen wir selbstverständlich auch spezielle Medikamente in unser Lager auf", betont unsere Preisträgerin.

Darüber hinaus liefert die EDV bei registrierten Kunden einen Medikamenten-Check. Sobald das vom Kunden gewünschte Medikament eingegeben wird und der „Rowa" es aus den Regalen holt, zeigt das EDV-System die komplette Medikamentenübersicht des Patienten und die Apothekerin kann jede mögliche Art von Wechselwirkungen verschiedener Medikamente untereinander erkennen und gegebenenfalls mit dem verordnenden Arzt Rücksprache halten.

Darüber hinaus wurde ebenfalls im Jahr 2005 ein Qualitäts-Management-System zur Prozessoptimierung eingeführt. „Es war absehbar, dass Dienstleister im Gesundheitsbereich in Zukunft über eine entsprechende Zertifizierung verfügen müssen", blickt Monika Schwarz auf eine arbeitsintensive Zeit zurück.

Im Rahmen des Umbaus trug Monika Schwarz mit der Einrichtung eines Beratungsraums dem steigenden Bedarf an Beratungsleistungen Rechnung. Diese werden auch mal nach Feierabend und immer unentgeltlich erbracht. „Unsere Patienten sind oft überfordert und brauchen Hilfe bei der Planung ihrer Medikamenteneinnahmen oder Hinweise zu Verträglichkeiten. Wir müssen uns dafür Zeit nehmen, aber ebenso auch die Zeit für Zwischenmenschliches", so Monika Schwarz voller Überzeugung.

Teil der stetigen Entwicklung ist auch das wachsende Team der Mitarbeiter in den vergangenen Jahren. Aktuell engagieren sich - teilweise auch in Teilzeit - 17 Mitarbeiterinnen in der Stern Apotheke. Neben Monika Schwarz arbeiten hier mit Bettina Coenen, Caroline Kutschera, Sabine Quick, Ursula Rous und Renate Spans fünf approbierte Apothekerinnen. Diese sind für die Kundenberatung und den Verkauf, aber auch für die Überwachung der Betäubungsmittelabgabe und die Umsetzung gesetzlicher Vorschriften zuständig.

Ebenfalls für die Kundenbetreuung in der Apotheke und im Speziellen für die Herstellung eigener Rezepturen und die Heimbelieferungen sind neben den Apothekerinnen sechs Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen angestellt, und zwar Hanna Budweg, Elena Busch, Ines Gacionis, Beate Gansen, Cornelia Klotzki und Eva Louven.

Die sechs Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten der Stern Apotheke arbeiten aufgrund ihrer Ausbildung nicht im Verkauf, sondern im Backoffice. Silke Appel, Kristina Jung, Sandra Kampe, Jutta Letford, Marion Stenmans und Heike Woschek kümmern sich hier unter anderem um die komplette Warenwirtschaft, die Dekoration der Offizin und die Pflege von Verleihgeräten.

Seit jeher kümmert sich die Stern Apotheke als Ausbildungsbetrieb um den pharmazeutischen Nachwuchs. Auch intern werden Schulungen von Mitarbeiterinnen für das Team, zu Themen wie Antibiotika, Antiallergika oder über die neue Gefahrstoffverordnung durchgeführt. Der Besuch von Tagungen und Seminaren, die Vorbereitung von externen Fachvorträgen und die Teilnahme beispielsweise an den Gesundheits- und Wellnesstagen der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer runden das Jahresprogramm des Teams der Stern Apotheke ab.

Sehr geehrte Frau Schwarz,

im Namen der Jury darf ich Ihnen sehr herzlich gratulieren. Die Juroren sind einhellig der Ansicht: Die Stern Apotheke erhält in diesem Jahr den Marketing-Preis-Kevelaer. Herzlichen Glückwunsch.

Zum Seitenanfang

Laudatio
Rheinischer Bauernmarkt Winnekendonk e.V.

Nachhaltigkeit, Verantwortung gegenüber der nächsten Generation und Agenda 21 sind Schlagwörter, die seit einigen Jahren häufig inflationär und in fragwürdigen Zusammenhängen als Modewörter gebraucht werden. Dabei ist der Grundgedanke der Nachhaltigkeit eigentlich einfach. Konrad Ott vom Sachverständigenrat für Umweltfragen formulierte es 1999 so: „Regenerierbare lebende Ressourcen dürfen nur in dem Maße genutzt werden, wie Bestände natürlich nachwachsen." Bei der ökologischen Nachhaltigkeit geht es also darum, Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Wenn wir das Thema „Nachhaltigkeit" nun einmal auf Lebensmittel beziehen, so zeigt ein Blick in die Statistik und unsere eigene Wahrnehmung folgendes Bild: Wir leben in einer Zeit, in der die deutschen Verbraucher nur etwa elf Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Sie kaufen Lebensmittel häufig nur mit Blick auf den günstigsten Preis. Und sie verlieren durch Erdbeeren zu Weihnachten, frische Kartoffeln im Februar und Kirschen im Mai das Gefühl für die Jahreszeiten. Doch immer mehr Verbraucher suchen nach Angeboten, die ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind. Bei denen sie die Herkunft identifizieren können und sogar beim Erzeuger nachfragen können.

Hier liefern die Engagierten unseres nächsten Preisträgers seit nunmehr fast zehn Jahren ein eindrucksvolles Angebot. Die Mitglieder des Rheinischen Bauernmarktes Winnekendonk e.V. haben sich die Pflege der regionalen wie auch der saisonalen Landwirtschaft, die Erhaltung der Artenvielfalt sowie den Klimaschutz durch Vermeidung unnötiger Transportwege auf die Fahne geschrieben. Für sie ist Nachhaltigkeit kein Modewort, sondern eine Lebenseinstellung.

Die Geschichte des Rheinischen Bauernmarktes Winnekendonk begann eigentlich bereits vor 20 Jahren. Damals, im Jahr 1992, wurde bei der weltweiten Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio von etwa 130 Staaten die so genannte „Agenda 21" verabschiedet. Sie definiert, dass Entwicklungen nachhaltig sind, wenn sie im weltweiten Maßstab umweltverträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig sind.

Diese Agenda wurde in den darauf folgenden Jahren von zahlreichen Kommunen der Unterzeichner-Länder lokal umgesetzt. Im Zuge der Entwicklung der „Lokalen Agenda 21" in Kevelaer wurden in den Jahren 2000 und 2001 im Rahmen der Zukunftskonferenz und mittels Bürgerbeteiligung verschiedene Ideen und Projekte für eine nachhaltige Entwicklung unserer Stadt erarbeitet. Mit dabei war damals - man tagte in Winnekendonk - auch die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer. Zur Förderung ökologischer Strukturen wurde die Realisierung eines Bauernmarktes vorgeschlagen.

Am 16. Oktober 2001 dann wurde in Winnekendonk in der Gaststätte „Zur Brücke" der „Rheinische Bauernmarkt Winnekendonk e.V." gegründet. Neben Franz Heckens von der Stadt Kevelaer waren ein Dutzend Landwirte und Gärtner mit dabei. Diese mussten nach dem Selbstverständnis des Vereins aus der Region kommen und auf dem Markt ihre selbst erzeugten Produkte verkaufen. Die Standortsuche für den Markt war schnell entschieden. „Das Flair des Alten Marktes im relativ großen Ortsteil Winnekendonk und die gute Wahrnehmung aufgrund des Durchgangsverkehrs nach Kevelaer und zur Autobahn A 57 waren die Haupt-Argumente für diesen Standort", erinnert sich Johannes Schoofs, Mitgründer und Vorsitzender des Vereins.

Das Produktspektrum auf dem Rheinischen Bauernmarkt Winnekendonk spiegelt die verschiedenen Produktionsarten der Landwirte wider. Es gibt Produkte aus konventionellem Landanbau, aus kontrolliert integriertem Anbau und aus kontrolliert ökologischem Landbau. „Damit erreichen wir verschiedene Zielgruppen", so Johannes Schoofs.

Im Mai 2002 fand der erste Markttag statt, der mit einem umfangreichen Marketingpaket beworben wurde. Von Anfang an entwickelte sich - ähnlich wie bei anderen Bauernmärkten - der selbst gebackene Kuchen zum Publikumsmagneten und wurde sozusagen zum „Markenzeichen" des Rheinischen Bauernmarktes Winnekendonk. Hier treffen sich die Winnekendonker auch im Winter zum Kaffeeklatsch und genießen den Erlebniseinkauf mit den Erzeugern ihres Vertrauens. „Viele unserer Marktbeschicker sind seit zehn Jahren dabei", betont Beisitzer Jürgen Hendricks, der für's Organisatorische und beispielsweise auch für die Kontrolle der Regionalität der Produkte zuständig ist. „Ich hatte schon immer ein großes Interesse an ökologischen Themen und besaß PC-Erfahrung", erinnert er sich. „So kam es, dass ich bereits bei der Vereinsgründung mit dabei war." Mit einem Schmunzeln erzählte er, dass er in der ersten Zeit des Rheinischen Bauernmarktes Winnekendonk von Montag bis Freitag in München arbeitete und daher alles per E-Mail organisieren musste. „Deshalb waren unsere Marktbeschicker schon früh EDV-fit und fleißige E-Mail-Schreiber. Es ging ja nicht anders."

Etwa 150 bis 200 Kunden steuern allwöchentlich am Freitagnachmittag die Stände auf dem Rheinischen Bauernmarkt Winnekendonk an. Die aktuelle Produktliste zeigt beispielsweise Fleisch- und Wurstwaren vom Damwild, von Schweinen, Rindern und Ziegen aus eigener Zucht und eigener Weiterverarbeitung. Darüber hinaus werden Kartoffeln, Äpfel und Gemüse sowie Blumen angeboten, die von den Feldern auf kurzen Wegen zum Markt transportiert werden. Besonders üppig ist das Angebot im späten Frühjahr, wenn es neben dem ersten frischen Gemüse auch Spargel und Erdbeeren gibt. Und natürlich Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, das „Markenzeichen" des Bauernmarktes. Häufig runden lebendige Tiere wie der Hofesel „Kalle" und die Reitkuh „Romanze" von Bernd Verhoeven vom Rouenhof das Bild auf dem Alten Markt in Winnekendonk ab.

Wichtig ist allen Marktbeschickern, dass sich die Verbraucher über die Produkte, ihren Anbau, über Düngemittel und Methoden zur Aufzucht von Schlachttieren informieren können. „Die Glaubhaftigkeit und das Vertrauen in unsere bäuerliche Produktion sollen auch durch eine deutliche Kennzeichnung der Produkte gefördert werden", betonen Johannes Schoofs, Jürgen Hendricks und Bernd Verhoeven, die als die „Motoren" des Rheinischen Bauernmarktes Winnekendonk gelten.

In den vergangenen Jahren nahm der Rheinische Bauernmarkt Winnekendonk an verschiedenen Wettbewerben und Veranstaltungen teil. So wurde er im April 2005 von der Verbraucherzentrale NRW im Rahmen der Kampagne „futureeins" mit der „Nachhaltigkeits-Eins" ausgezeichnet. Darüber hinaus nahm er 2005 am Wettbewerb „natürlich regional!" des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege und des NABU teil. Und auch bei einem Wettbewerb des WDR zu acht Bauernmärkten in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2007 gehörte der Rheinische Bauernmarkt Winnekendonk zu den Preisträgern.

„Grenzenlos vermarkten" lautete das Motto auf dem Markt im April 2008, als dort eine Veranstaltung im Rahmen des Interreg-Projektes „Grenzenlos vermarkten" stattfand. Seit dem Jahr 2008 führt der Rheinische Bauernmarkt Winnekendonk gemeinsam mit dem Verkehrsverein Kevelaer und Umgebung e.V. am vierten Verkaufsoffenen Sonntag Anfang November den Rheinischen Bauernmarkt am Museum durch. Hier nutzen alljährlich unzählige Kevelaer-Besucher die Möglichkeit, sich über das Angebot des Marktes zu informieren, Herbstgemüse für die heimische Küche zu kaufen oder beispielsweise die leckere Kartoffelsuppe direkt vor Ort zu probieren.

Die „Genussregion Niederrhein" kürte den Rheinischen Bauernmarkt Winnekendonk im Frühjahr 2009 zum Sieger in der Kategorie „Erzeuger - Verarbeiter - Vermarkter". Eckhard Uhlenberg, seinerzeit Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, überreichte den Verantwortlichen im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung die Siegerurkunde. Ebenfalls seit der Premiere im Jahr 2009 gehört der Rheinische Bauernmarkt Winnekendonk zu den Teilnehmern der Grünkohlwoche der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve und bietet den Interessierten der Region den Grünkohl sowohl als rohes Gemüse als auch als Eintopf an.

Auch durch diese Wettbewerbe und Veranstaltungen blieb und bleibt der Rheinische Bauernmarkt Winnekendonk im Gespräch und im Blick der Öffentlichkeit. Wie sagten es doch die Verantwortlichen des Bauernmarktes bei unserem Gespräch vor einigen Tagen: „Nachhaltigkeit ist eine Lebenseinstellung."

Sehr geehrter Herr Schoofs,
sehr geehrter Herr Hendricks,
sehr geehrter Herr Verhoeven,
sehr geehrter Herr Looschelders,

die Jury des Marketing-Preis-Kevelaer hat sich einhellig dafür ausgesprochen, Ihnen in diesem Jahr für Ihr besonderes Engagement in den Bereichen „Nachhaltigkeit" und „Regionalität" zu danken. Herzlichen Glückwunsch zum Marketing-Preis-Kevelaer 2011.

Zum Seitenanfang

Laudatio
REDSUN garden products GmbH & Co. KG

Der Preisträger, liebe Gäste, zu dem wir nun kommen, wird vielen von Ihnen weitestgehend unbekannt sein. Ganz anders sein Kevelaerer Unternehmen. Vor nunmehr zehn Jahren erwarb er im Kevelaerer Gewerbegebiet Süd eine große Fläche für sein Produktionsunternehmen und legte hier den Grundstock für seinen heutigen Unternehmenserfolg insbesondere in Deutschland. Als ich ihn besuchte, um ihn über die Entscheidung der Marketing-Preis-Jury zu informieren, war er dankbar und tief bewegt. „Wir haben uns immer als deutsches Unternehmen, als Kevelaerer Unternehmen empfunden. Mit dieser Auszeichnung sind wir nun ganz und gar in Kevelaer und bei den Kevelaerern angekommen. Ein tolles Gefühl", so Ger van Ommeren, dessen Unternehmen Redsun sich zu einem der größten Komplettanbieter in Deutschland und den Benelux-Ländern für so genannte „harte Gartenmaterialien" entwickelt hat.

Das heute 380.000 Quadratmeter große Firmengelände ist am Velder Dyck sage und schreibe einen Kilometer lang. 170 Mitarbeiter, davon gut 150 aus Deutschland, kümmern sich um die etwa 3.000 Produkte aus Naturstein, Beton oder Holz. „Und wir suchen immer noch Personal", betont der 50-jährige Unternehmer. Woche für Woche steuern in der Saison rund 1.000 LKW das Firmengelände an der Delbrückstraße an, auf dem im Frühjahr 2012 das dritte, hochmoderne Betonwerk entstehen wird. „Living outside" überschreibt Ger van Ommeren seine Produktpalette aus Naturstein, Zierpflaster und Holzprodukten für den Außenbereich. Die auffälligen Verpackungen mit dem rot-schwarz-blauen Firmenlogo sind in ungezählten Baumärkten, Gartencentern und Baustoffhandlungen zu finden. Und das nach nur zehn Jahren Redsun in Kevelaer.

Die Welt von Sand und Kies wurde Ger van Ommeren sozusagen „in die Wiege gelegt". Sein Vater Arie van Ommeren besaß ein kleines Sand- und Kieswerk mit einem Verputzbetrieb. Und seine erste Berufserfahrung im Bereich „Naturstein" sammelte er als Mitarbeiter im Betrieb seines Bruders Theo van Ommeren im niederländischen Milheeze. Das Unternehmen stellte Natursteine und Holzprodukte für den niederländischen Markt her. Schon bald wurde er gleichberechtigter Partner des Unternehmensteils „Naturstein". 1992 übernahm er alle Firmenanteile und das Unternehmen siedelte aus Platzgründen auf ein 54.000 Quadratmeter großes Gelände in Cuijk um.

Zum Einstieg in den deutschen Markt übernahm Ger van Ommeren im Jahr 1994 den Natursteinbetrieb Töns & Urban aus Dülmen. Die gesamte Produktion und das Lager wurden ins niederländische Cuijk verlagert, Verwaltung und insbesondere der Vertrieb in Deutschland wurden von Dülmen aus gesteuert. Der Markteintritt in den deutschen Markt gelang und das Unternehmen wuchs. Erneut stieß das Unternehmen an seine Kapazitätsgrenzen und zur Jahrtausendwende begann unser Preisträger mit der Suche nach einem etwa 20 Hektar großen Gewerbegrundstück in räumlicher Nähe zu den regionalen Sand- und Kieswerken. Zunächst in den Niederlanden. Aber zwischen Venlo und Nijmegen gab es kein entsprechendes Angebot. Also weitete Ger van Ommeren seine Suche auf den Niederrhein aus. „Ich habe mir sonntags verschiedene mögliche Gewerbegebiete in der Nähe von Sand- und Kieswerken angesehen und so eine Vorauswahl getroffen", erinnert er sich an das Frühjahr 2000. Als Kevelaer zum Favoriten wurde, bat er um einen Termin mit dem damaligen Bürgermeister Heinz Paal. Dieser signalisierte Interesse für den Fall, dass das Werk in Cuijk geschlossen würde. Noch am selben Tag besichtigte er das Werk in Cuijk und legte dem Investor eine Woche später drei mögliche Suchräume in Kevelaer vor. Zu rechtlichen und steuerlichen Fragen der Betriebsverlagerung wurden beispielsweise gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer Gespräche mit einer Fachkanzlei in Kleve geführt.

Nach der Entscheidung für die 160.000 Quadratmeter große Fläche im Süden Kevelaers wurde an der Ausweisung der Fläche als Industriefläche durch die Bezirksregierung gearbeitet. „Das hat toll geklappt", betont unser Preisträger, der im Frühjahr 2001 mit seinem Unternehmen in Kevelaer an den Start ging.

Die Unternehmensgründung in Kevelaer hatte Ger van Ommeren seit gut einem Jahr vorbereitet. Da im Gewerbegebiet Süd auch ein modernes Betonwerk entstehen sollte, stellte er bereits zum 1. Januar 2000 - also gut ein Jahr vor dem Start in Kevelaer - mit Mike Kremers einen erfahrenen Betriebsleiter ein. „Ohne ihn wäre ich in Kevelaer nicht gestartet", betonte er in unserem Gespräch. Gemeinsam mit ihm entwickelte er die Pläne für ein Betonwerk und stellte bereits anderthalb Jahre vor dem Verkaufsstart ab Werk Kevelaer  die ersten Verkäufer für Betonprodukte ein.

Im Jahr 2002 begann das erste Betonwerk auf dem Kevelaerer Gelände mit der Produktion von Betonprodukten wie beispielsweise Gestaltungspflastern. Den Produkten aus dem modernen Betonwerk wurde zunächst von Branchenkennern keine rosige Zukunft vorausgesagt. Der Neubau sei „gegen den Markttrend" und angesichts von „Überkapazitäten" sicherlich unrentabel. Doch die Stimmen verstummten. Redsun wuchs weiter und eroberte mit eigenen Außendienstmitarbeitern den deutschen Markt.

Zu den Redsun-Kunden zählt heute beispielsweise die Hagebau-Kette, ein Verbund von etwa 260 Groß- und Einzelhändlern mit gut 1.100 Standorten in Deutschland. Auch bei Eurobaustoff, der mit über 1.350 Fachhandelsbetrieben in Deutschland und Mitteleuropa größten Fachhandelskooperation für Baustoffe, Fliesen und Holz in Europa, ist das Redsun-Logo vertreten.

Täglich werden bei Redsun etwa 2.000 Tonnen Sand und Kies angeliefert. Etwa 75 Prozent der Rohstoffe kommen vom Kieswerk in Kevelaer-Hüdderath. „Die dortige Qualität stimmt. Und für uns zählt bei der Anlieferung jeder Kilometer. Da sind kurze Wege entscheidend", begründet Ger van Ommeren die lokale Zuliefer-Struktur.

Im Jahr 2006 wurde eine zweite Betonfabrik mit einem jährlichen Produktionsvolumen von weit mehr als einer Million Quadratmetern Pflaster, Mauerelementen und Straßenbordsteinen errichtet. Innerhalb von zehn Jahren wuchs die Mitarbeiterzahl von 60 auf heute 170. Und mit der für 2012 geplanten Erweiterung wird voraussichtlich die Grenze von 200 Mitarbeitern überschritten.

Ob Gabelstaplerfahrer, Kommissionierer, Maschinenführer, Techniker oder Elektriker - ständig sucht Redsun neue Mitarbeiter für das wachsende Unternehmen. Zahlreiche kaufmännische Mitarbeiter haben ihren Berufsweg mit einer Ausbildung bei Redsun begonnen - und sind dem Kevelaerer Unternehmen treu geblieben. Neun Außendienst-Mitarbeiter bearbeiten den deutschen Markt, sechs die Benelux-Länder. 2010 sind für Deutschland ausgewiesene Betonfachleute hinzugekommen. „Denn wir bei Redsun sehen bei Betonprodukten auf dem deutschen Markt ein großes Potenzial", blickt unser Preisträger nach vorne.

Sein „Blick nach vorne" umfasst auch seine drei Söhne Arjan, Geert und Coen. Der 22-jährige Arjan hat nach seinem Wirtschafts- und Logistik-Studium unlängst bei Redsun ein zweijähriges Trainee begonnen. Und auch die Söhne Geert und Coen schlagen betriebswirtschaftliche Wege ein. „Meine Söhne könnten später einmal meine Nachfolge antreten. Wenn sie können. Und wenn sie wollen."

Der unternehmerische „Blick nach vorne" umfasst auch das für 2012 geplante dritte Betonwerk auf dem Kevelaerer Firmengelände. Hier werden künftig mit modernen Veredelungstechniken hochwertige Pflaster und Platten produziert. „Mike Kremers und ich, wir sind viel gereist und haben uns aktuelle Produktionstechniken auf der ganzen Welt angeschaut und dann das neue 'Werk 3' entwickelt. Wir gucken nach dem Markt und produzieren effizient. Wir haben keine Angst vor Investitionen. Und wir wissen, was wir tun", so Ger van Ommeren.

Sehr geehrter Herr van Ommeren,

viele Kevelaerer und nicht zuletzt die Mitglieder der Jury des Marketing-Preis-Kevelaer haben gesehen, dass Sie wissen, was Sie tun. Wir danken mit dieser Auszeichnung unserem Kevelaerer Unternehmen Redsun und damit Ihnen, sehr geehrter Herr van Ommeren, für Ihren Mut zu großen Investitionen und für die Schaffung von nahezu 200 Arbeitsplätzen in unserer Stadt. Wir gratulieren Ihnen zum Marketing-Preis-Kevelaer 2011.

Zum Seitenanfang

Ansprechpartner

Hans-Josef Bruns
Stabsstelle Kevelaer Marketing
Telefon: (0 28 32) 122-212
Telefax: (0 28 32) 122-989
E-Mail: hans-josef.bruns@stadt-kevelaer.de
Adresse: Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer