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Die Preisträger des Marketing-Preis-Kevelaer 2012

Referent:

Ronald Pofalla MdB, Chef des Bundeskanzleramts und Minister für besondere Aufgaben

Thema: "Europa im 21. Jahrhundert - Wachstum und Wohlstand sichern"

Preisträger:
Sonderpreis:

Eine große Gruppe Menschen steht auf einer Bühne. Im Hintergrund sieht man die Silhouette eines blau-gelb-gestreiften Heißluft-Ballons.
"Das Familienfoto" beim Marketing-Preis-Kevelaer mit den Preisträgern, Organisatoren,
dem Bürgermeister und dem Festredner als bleibende Erinnerung.

Laudatio
Bayen Lederwaren

Die „Uniformiertheit der Innenstädte" wird seit einigen Jahren landauf, landab beklagt. Vergleichbare Einkaufsstraßen mit Filialisten und Ketten prägen die 1-a-Verkaufslagen. Und in den 1-b und 2er-Lagen geht das Schreckgespenst „Leerstand" umher. Der Konsument beklagt häufig das Fehlen von service-orientierten, inhabergeführten Fachgeschäften - und er trägt dennoch mit seinen Online-Käufen nicht unwesentlich zum Sterben dieser Königsklasse des Einzelhandels bei.

In Kevelaer, meine sehr verehrten Damen und Herren, in Kevelaer, da gibt es sie noch: die Vertreter eben dieser Königsklasse des Einzelhandels. Zusätzlich zum Service und zur Beratung bekommt der Kunde in einigen Branchen noch weitaus mehr geboten: das sinnliche Erleben von Fühlen und Riechen. Wer einmal den Duft von frisch gebackenem Brot, von geräuchertem Schinken, von gedruckten Buchseiten oder von gegerbtem Leder erlebt hat. Wer die Vorfreude beim Berühren eines guten Füllfederhalters, einer handgefertigten Kerze oder eines edlen Reisekoffers kennt. Und wer dann noch fachlich exzellent beraten wird, der weiß, warum ich diese Geschäfte zur Königsklasse des Einzelhandels zähle.

Die Preisträger, zu denen ich nun komme, gehören mit ihrem Fachgeschäft an der Hauptstraße zu eben dieser Königsklasse. Er ist als gelernter Feintäschner „der" Verkäufer schlechthin. Sie kam als Seiteneinsteigerin vor einigen Jahren hinzu und wird heute gleichwohl als Fachfrau für Lederwaren geschätzt. Beate und Werner Bayen stehen mit ihrem Fachgeschäft „Bayen Lederwaren" in Kevelaer für die Segmente Reisegepäck, Handtaschen und exklusive Schirme. „Wir führen hochwertige Marken, die normalerweise erst in Städten ab 150.000 Einwohnern zu haben sind", erläuterte mir Werner Bayen sein Warenkonzept. Wenn er einem Kunden einen Koffer zeigt, dann wird die Präsentation sozusagen zelebriert. Der Kunde soll die Qualität des Materials erleben und bereits beim ersten Kontakt alle Reißverschlüsse, Taschen und Extras kennen lernen.

Begonnen hat alles in Krefeld. Hier war das 400 Quadratmeter große Lederwaren-Fachgeschäft der Gebrüder Bayen am Ostwall eine bekannte Größe, das von Werner und Helmut Bayen geführt wurde. Werner und seine Frau Beate besuchten regelmäßig Verwandte in Kevelaer. Damals formulierte Werner Bayen seinen Wunsch, einmal in Kevelaer ein Geschäft zu eröffnen. Als das Lederwaren-Fachgeschäft Kleypass-Arts an der Hauptstraße aus Altersgründen aufgegeben werden sollte, handelte unser Preisträger, übernahm das Geschäft und baute kräftig um. „Wir waren Kevelaer und dem Niederrhein immer verbunden", erinnerte sich Beate Bayen bei unserem Gespräch an diese Zeit. „Und nun konnten wir das richtige Ladenlokal am richtigen Ort erwerben."

Am 01. März 1997 öffnete Bayen Lederwaren seine Pforten. Auf 85 Quadratmetern wurde ein dem Krefelder Geschäft vergleichbares Sortiment mit Schwerpunkt Reisegepäck präsentiert. Mit dabei: Karin Verfürth, die beim Vor-Vorgänger Plümpe gelernt und beim Vorgänger Kleypass-Arts als Fachverkäuferin gearbeitet hatte und noch heute für das Haus Bayen tätig ist. Beate Bayen, die insgesamt 31 Jahre als Endoskopie-Assistentin in Krefeld-Uerdingen gearbeitet hat, stieg 1997 zunächst für einige Stunden wöchentlich als Verkäuferin ein. Seit dem 01. Januar 2007, mit dem Umzug der Eheleute Bayen nach Kevelaer, seit dem 01. Januar 2007 widmet sie ihre volle Zeit dem Fachgeschäft. „Geht nicht - gibt's nicht", so ihre Devise.

Befragt man die geborenen Krefelder und heutigen Wahl-Kevelaerer Beate und Werner Bayen, was für sie das Besondere an unserer Stadt ist, so sind ihre Antworten vielschichtig. „Wir lieben diese Kleinstadt der kurzen Wege, die sehr gute gutbürgerliche Küche der Gastronomie und die gemütlichen Cafés." Die Nähe zur Basilika und das häufige Glockengeläut hat für sie eine unverwechselbare Ausstrahlung.

Die Bayen-Kunden kommen aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern. Ob aus Krefeld oder Meerbusch, aus Düsseldorf oder Oberhausen, aus Viersen oder Mönchengladbach - viele Lederliebhaber der Region schätzen das besondere Angebot in Kevelaer. Für eine individuelle Beratung zeichnen neben Werner und Beate Bayen insgesamt sechs weitere Mitarbeiter verantwortlich.

Den 28. Januar 2012 werden viele Kevelaerer, insbesondere aber unsere Preisträger so schnell nicht vergessen. Um 6.30 Uhr klingelte bei den Eheleuten Bayen das Telefon. „Euer Laden brennt", lautete die Schreckensbotschaft. Seit den frühen Morgenstunden brannte die Wohnung im Obergeschoss des Hauses an der Hauptstraße 7. Die Feuerwehr konnte zwar ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser verhindern, das Löschwasser jedoch ruinierte das Ladenlokal von Bayen Lederwaren. „Wir waren mit unserem Geschäft von jetzt auf gleich heimatlos", erinnerte sich Werner Bayen an den Unglückstag. Für ihn und seine Frau stand jedoch fest: „Wir machen weiter. Denn nur wir entscheiden, wann wir aufhören. Und so schon gar nicht!"

Gesagt, getan. Bayens nahmen die Baustelle in Angriff und planten das neue Ladenlokal. Durch die Nachbarn an der Hauptstraße gab es vielseitige Unterstützung. Ob ein wärmendes Mittagessen in der Aufräumphase, ob Paketannahmen oder Schlüsseldienste für Handwerker - die Einzelhändler-Kollegen halfen schnell und umkompliziert. „Für uns war das eine weitere Facette des ‚Unverwechselbar Kevelaer' ", so Werner Bayen. Ende April konnte in einem kurzfristig freigewordenen Ladenlokal an der Basilikastraße nur wenige Meter von der Hauptstraße entfernt ein Übergangsverkauf eingerichtet und zeitgleich eine intensive Marketing-Kampagne eingeleitet werden. Parallel wurden an der Baustelle ein neues Ladenlokal konzipiert und viele Gespräche mit Vertretern für neue Ware für die Neueröffnung geführt. Am 15. September war es dann soweit: Bayen Lederwaren öffnete im neuen Glanz mit großen Schaufenstern, moderner Beleuchtung und gewohnt hochwertigem Sortiment das neue Fachgeschäft an der Hauptstraße. Das attraktive Rimova-Depot zeigt eindrucksvoll die hauseigene Fachkompetenz im Bereich Reisegepäck, zu der auch Koffer von Samsonite, Travelite, Titan und Esprit gehören. Auch bei den Handtaschen wurde das Sortiment in den vergangenen Jahren stetig um hochwertige Marken auch für jüngere Zielgruppen erweitert. Hier reicht das Gebotene von Bogner bis The Bridge, von aunts & uncles bis Mandarina Duck. Exklusive Schirme runden das Warenangebot im Fachgeschäft von Beate und Werner Bayen ab.

Wenn Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, das soeben Gesagte vor Ihrem geistigen Auge einmal Revue passieren lassen, dann verstehen Sie, warum wir Bayen Lederwaren zur Königsklasse des Einzelhandels zählen.

Sehr geehrte Frau Bayen,
sehr geehrter Herr Bayen,

viele Kevelaerer haben Ihr Engagement im Interesse des Standortes Kevelaer aus nächster Nähe gesehen. So auch die Mitglieder der Jury. Die Jury ist einhellig der Meinung: Sie erhalten in diesem Jahr den Marketing-Preis-Kevelaer. Herzlichen Glückwunsch.

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Laudatio
steps
Gesundheits- und Fitnesszentrum

„Gesundheit ist zwar nicht alles - aber ohne Gesundheit ist alles nichts." Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts erkannte der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer, dass Gesundheit das höchste Gut des Menschen ist. Ein Blick auf die Entwicklung in den vergangenen 20, 30 Jahren zeigt jedoch auch bereits bei jungen Menschen motorische Störungen, Bewegungsmangel, Probleme mit Übergewicht und Diabetes. „Immer in Bewegung", überschreiben unsere nächsten Preisträger ihr Firmenkonzept, das sich im Spannungsfeld zwischen Gesundheit und Fitness bewegt. Sie haben sich im wahrsten Sinne des Wortes „gesucht und gefunden". Sie ergänzen sich fachlich und persönlich. Und das schon seit mehr als zehn Jahren. Aber nun der Reihe nach:

Im Sommer 1999 eröffnete Jörg Schaller in Kevelaer einen Fitnessclub für Frauen, nachdem er zehn Jahre eine Anlage im Ruhrgebiet geleitet hatte. „Die Bedingungen in Kevelaer waren ideal. Die guten Marktchancen, die für uns sehr gut geeigneten Räumlichkeiten im HZK und die urlaubsähnliche Atmosphäre in dieser Stadt hatten den Ausschlag gegeben", erinnert sich Jörg Schaller an die Standortsuche. Auf 390 Quadratmetern Fläche bot steps sports & wellness ein breit gefächertes Angebot. Nach einer Erweiterung der Fläche der Fitnessanlage auf 870 Quadratmetern im Jahr 2001 wurde steps ein Club für die ganze Familie.

Im Jahr 2002 sollte der Gesundheitsbereich stärker in den Vordergrund gerückt werden. Jörg Schaller suchte eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter aus dem Bereich Physiotherapie und entschied sich für Christina Schneider aus Berlin, die als Sportphysiotherapeutin und Masseurin nach Kevelaer kam. Steps wurde abermals erweitert und ein Therapiebereich für verschiedene Anwendungen und Behandlungen eröffnet. Kooperationen mit Krankenkassen und Ärzten folgten. Ernährungsangebote komplettierten das gesundheitliche Angebot. Aus der intensiven beruflichen Zusammenarbeit entwickelte sich auch eine enge private Verbindung. Seit 2004 sind Jörg und Christina Schaller verheiratet.

Ebenfalls im Jahr 2004 entschieden die Kevelaerer Unternehmer, dass steps erneut erweitert werden soll - entweder durch einen Sauna- und Spa-Bereich oder durch eine Gesundheitspraxis. Unsere Preisträger entschieden sich für die Etablierung einer Praxis für physiotherapeutische Behandlungen. „Wir hatten schon vor Jahren den Weg zur Gesundheitsorientierung eingeschlagen. Somit war diese Entscheidung nur folgerichtig und eine sinnvolle Ergänzung unseres Firmenkonzepts", so Jörg Schaller.

Einen weiteren Baustein der steps-Philosophie bildet der Rehabilitationssport, der im Jahr 2008 als Verein im Hause steps etabliert wurde. Hier wird Kranken ein ergänzendes Gruppensportangebot zum Erhalt oder zur Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer angeboten. Der Rehasportverein Kevelaer e.V. ist Mitglied im Landessportbund und im Behindertensportbund. Auch hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit allen gesetzlichen Krankenkassen.

Die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer veranstaltete in den Jahren 2005 und 2007 die Gesundheits- und Wellness-Tage hier im Konzert- und Bühnenhaus der Stadt Kevelaer. Bei diesen Sonderaktionen konnten wir auf die engagierte Unterstützung von steps bauen. Gerne erinnere ich mich an den eindrucksvollen Messestand, der bei beiden Veranstaltungen die Besucher zum Mitmachen einlud.

Das Gesundheits- und Fitnesszentrum steps bietet an der Feldstraße aktuell auf insgesamt 2.000 Quadratmetern Fläche ein umfangreiches Gesundheits- und Bewegungsangebot mit einer hochqualifizierten Betreuung. Neben den bereits erwähnten Gesundheits-Bausteinen bietet eine moderne Ausstattung optimale Trainingsmöglichkeiten für das Herz- Kreislauf-System, für eine kraftvolle Muskulatur und eine gute Koordination. Montags bis samstags wird ein vielseitiges Kursprogramm angeboten. Von „Pilates" bis „Functional Training", von „Rückenkursen" bis „Yoga" reicht hier die Palette des Gebotenen.

Bei der steten Fortentwicklung ihres Unternehmens beobachten Jörg und Christina Schaller den Gesundheitsmarkt und prüfen relevante Fitnesstrends. „Was Sinn macht, wird integriert", betont Christina Schaller. Somit ergänzen aktuell beispielsweise auch Zumba-Kurse das hauseigene Kursprogramm.

Für die Unternehmen der Region bieten unsere Marketing-Preisträger besondere Firmen-Fitness-Programme an. Die innerbetriebliche Gesundheitsvorsorge umfasst Beratungen vor Ort, Arbeitsplatzanalysen, Leistungsdiagnostik sowie verschiedene Angebote. „Dass körperlich aktive Mitarbeiter motivierter sind, seltener fehlen oder krankheitsbedingt ausscheiden, haben auch Firmen aus unserer Region erkannt. Hier unterstützen wir die Unternehmen mit maßgeschneiderten Programmen", erläutern unsere Preisträger. Die Steigerung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit, die Kräftigung und Mobilisation der gesamten Muskulatur sowie die Verbesserung der Immunabwehr sind neben dem aktiven Stressabbau, der Motivationssteigerung und dem höheren „Wir-Gefühl" nur einige Bestandteile der Firmen-Fitness.

Mit Blick auf die vergangenen 13 Jahre am Standort Kevelaer stellt Jörg Schaller mit einem Schmunzeln fest: „Viele unserer Mitglieder sind gemeinsam mit uns älter geworden. Das zeigt uns, dass wir mit unserem Angebot auf dem richtigen Weg sind." Insgesamt 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen die derzeit 950 Mitglieder. Die meisten Mitarbeiter sind seit vielen Jahren im Hause steps tätig. Eine Kombination aus fachlich gut ausgebildeten Mitarbeitern und einen sehr persönlichen Umgang mit den Mitgliedern wird bei steps großgeschrieben. „Durch unsere intensive Betreuung helfen wir unseren Mitgliedern auf dem Weg zu ihren Trainingszielen", so unsere Preisträger.

Zur optimalen Betreuung bilden die Eheleute Schaller auch regelmäßig Nachwuchskräfte aus. Nachdem in den vergangenen Jahren erfolgreich Sport- und Fitnesskaufleute sowie Fitnessökonomen ausgebildet wurden, absolvieren aktuell zwei Mitarbeiterinnen einen dualen Studiengang für Gesundheitsmanagement.

Die intensive Berichterstattung der Medien über Themen aus den Bereichen „Gesundheit", „Ernährung" und „Bewegung" habe die Menschen sensibilisiert, betont Jörg Schaller, der hier einen Markt der Zukunft sieht. Der demografische Wandel und eine quer durch alle Altersstufen erkennbare Gewichtszunahme zeigen, dass unsere Gesellschaft vor großen gesundheitlichen Herausforderungen steht. Das steps-Team und die Mitglieder sitzen dabei sprichwörtlich „in einem Boot". „Wir haben erst Erfolg, wenn unsere Mitglieder Erfolg haben, indem sie gesünder und damit fitter werden", bringt es Christina Schaller bei unserem Gespräch auf den Punkt.

Und da der Erfolg stets im Kopf beginnt, basiert beispielsweise beim so genannten „6 Wochen Ernährungs- und Bewegungsprogramm" das Gesundheitskonzept auf drei Säulen: genussvolles essen, mit Spaß trainieren und positiv denken. Das steps-Konzept „Ernährung und Bewegung" beruht auf keiner Diät, sondern auf einem sechswöchigen Training. Das Esstraining vermittelt Grundlagen einer gesunden Ernährung und deren Auswirkungen auf den Körper. Das richtige Training verbrennt Fett, baut Muskulatur auf und führt zu einem dauerhaften und regelmäßigen Bewegungsverhalten. Und mit dem Baustein „positiv denken" verbessern die Teilnehmer ihre optimistische Lebenseinstellung. Wie sagte es Christina Schaller: „Wir haben erst Erfolg, wenn unsere Kunden Erfolg haben."

Sehr geehrte Frau Schaller,
sehr geehrter Herr Schaller,

viele Kevelaerer und auch die Mitglieder der Jury sind der Ansicht, dass Sie mit Ihrem Engagement im Spannungsfeld zwischen Gesundheit und Fitness sehr erfolgreich sind. Wir gratulieren Ihnen herzlich zum Marketing-Preis-Kevelaer 2012.

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Laudatio
ABS Safety GmbH

Der Preisträger, zu dem wir nun kommen, wird den meisten von Ihnen weitestgehend unbekannt sein. Und von Anschlagpunkten, PSA-Systemen und Seilsicherungssystemen haben Sie wahrscheinlich noch nie gehört. Dabei handelt es sich bei der „Absturzsicherung für Personen" um einen innovativen Markt in einer kleinen, hochspezialisierten Nische.

Auch die Stadt Kevelaer reihte sich unlängst mit diesem Konzert- und Bühnenhaus in die eindrucksvolle Kundenliste unseres Preisträgers zwischen die Messe Mailand, die Allianz Arena München und den Flughafen Frankfurt Fraport ein. Denn das Kevelaerer Unternehmen ABS Safety ist auf dem Gebiet der Absturzsicherungssysteme deutschlandweit die Nummer eins und zählt international zur Gruppe der Marktführer. Gebraucht hat es dafür gerade einmal neun Jahre!

Die Wege des Unternehmers Ludwig Beckers und der WfG haben sich in den vergangenen 20 Jahren gleich mehrfach gekreuzt. So absolvierte der gelernte Radio- und Fernsehtechniker im Rahmen einer Umschulung zum Industriekaufmann von Dezember 1993 bis Mai 1994 ein sechsmonatiges Praktikum bei der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer. Als er später nach siebenjähriger Tätigkeit im Bereich „Absturzsicherung für Personen" im März 2003 mit seiner Frau Ingrid den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, informierte sich der Jungunternehmer bei einem Existenzgründer-Seminar mit Herrn Goedhart von der Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve in den Räumen unserer WfG über Businesspläne, Rechtsformen und Steuern. Und im Jahr 2006 konnten wir bei der geplanten Betriebsverlagerung das gefundene Objekt im Kevelaerer Gewerbegebiet als geeignet bestätigen und damit ABS Safety zu einem Kevelaerer Unternehmen machen. Somit ist es mir heute auch persönlich eine ganz besondere Freude, Ihnen den Werdegang der ABS - Absturzsicherung mit System - aufzeigen zu dürfen.

Begonnen hat die Firmengeschichte unseres Preisträgers im Jahr 2003. Im Keller ihres Privathauses starteten Ludwig und Ingrid Beckers mit einem Telefon, einem Faxgerät, einem PC und einem Kopierer in die Selbstständigkeit und boten Absturzsicherungen an. „Du musst deinen Kunden Größe suggerieren", lautete damals die Devise von Ludwig Beckers. Deswegen nannte er in der Öffentlichkeit keine Handy-Nummer sondern ausschließlich einen Telefon-Festnetzanschluss. Darum steckten auch beide die ersten Gewinne in ein professionelles Online-Marketing, um in den Internet-Suchmaschinen hoch gelistet zu werden. Bereits im Juni 2004 wurde der erste Mitarbeiter eingestellt. Josef Bergrath ist heute Verkaufsleiter im Hause ABS. Die Material-Lagerung und der Versand erfolgten damals aus der heimischen Garage heraus. Ludwig Beckers nutzte seine langjährige Berufserfahrung im Bereich „Absturzsicherung" und entwickelte die ersten eigenen Anschlagpunkte. Diese werden in Gebäudewänden oder Dächern verankert, damit beispielsweise Wartungsarbeiten durch Handwerker lediglich mit Seil-Sicherungssystemen und nicht mit aufwändigen Gerüstbauten erfolgen können. Mit seinen Bau-Lösungen im Bereich „Personensicherheit" wurde ABS Industriemontagen schnell ein geschätzter Ansprechpartner für Bauträger und Architekten.

Im Jahr 2005 wuchs ABS von 20 auf 64 Quadratmeter, denn eine komplette Dachgeschoss-Wohnung wurde zum Firmensitz. Weitere Mitarbeiter und der erste Auszubildende komplettierten das noch kleine Team. Doch bereits Anfang 2006 wurden die Räumlichkeiten in Weeze-Wemb endgültig zu klein.„Wir mussten wachsen", erinnerten sich Ingrid und Ludwig Beckers an diese Zeit. Mit insgesamt acht Mitarbeitern bezogen sie im Juli 2006 das „Tor zum Gewerbegebiet". Die ehemalige Bauunternehmung am Gewerbering bot auf 4.800 Quadratmetern Fläche etwa 300 Quadratmeter Bürofläche sowie 300 Quadratmeter Lager und Werkstatträume. Die Zeichen standen auf Expansion. Der Firmenname wurde aufgrund der stärkeren Entwicklungs- und Handelstätigkeit auch im Ausland in ABS Safety GmbH geändert.

Die zweite Halle wurde 2008 gebaut, bereits im Jahr 2009 erfolgte der Ausbau des Dachgeschosses des Bürogebäudes. Als die Mitarbeiterzahl im Jahr 2010 auf 20 angewachsen war, planten Ingrid und Ludwig Beckers den vor wenigen Monaten fertig gestellten Neubau, da sie weiterhin an die positive Entwicklung dieser hochspezialisierten Marktnische glauben. Während der Planungsphase bot sich die Möglichkeit, das Nachbargrundstück zu erwerben und die benötigten Parkplätze dort zu realisieren. Der Spatenstich für das neue Verwaltungsgebäude mit 600 Quadratmetern Bürofläche und das neue verfahrbare Hochregallager mit 1.200 Palettenstellplätzen erfolgte im März 2011. „Wir haben den Großteil der Aufträge an Handwerker aus der Region vergeben können", betonte Ludwig Beckers bei unserem Gespräch.

Die derzeit 45 kaufmännischen, und technischen und gewerblichen Mitarbeiter betreuen rund 5.000 Kunden aus ganz Europa. 30.000 Angebote für teilweise sehr spezielle Kundenanforderungen werden pro Jahr versandt.

Wichtig sind den Eheleuten Beckers neben den Investitionen in Maschinen und Technik auch moderne Arbeitsplätze und verschiedene Angebote für die Mitarbeiter. Ob Getränkeservice oder Grippe-Impfung, ob Obstkörbe, Fortbildungen oder Schulungen - die Motivation der Mitarbeiter genießt bei ABS einen besonders hohen Stellenwert.

Weil bei ABS das Wort Fluktuation ein Fremdwort ist, haben die Kunden über lange Zeiträume ihren ganz persönlichen Sicherheitsspezialisten.„Zwischen 2005 und 2012 konnten wir unseren Umsatz verzwölffachen", geben die Kevelaerer Unternehmer einen kleinen Einblick in die wirtschaftliche Dynamik der ABS Safety GmbH.

Regelmäßig werden neue Produkte entwickelt, gefertigt, zunächst intern und dann durch die DEKRA getestet. Doch erst, wenn das neue Produkt lieferbereit im Hochregallager liegt, wird es im hauseigenen Newsletter vorgestellt. „Wir präsentieren etwa alle zwei, drei Monate ein neues Produkt", so Ludwig Beckers. Minimale Reaktionszeiten und eine moderne Packstraße mit doppelter Kontrolle garantieren eine schnelle Auftragsabwicklung mit hoher Auslieferungspräzision. 30 Produktfamilien mit 500 verschiedenen Produkten gehören zum Leistungsspektrum des Kevelaerer Unternehmens. Die ABS-Fachleute bauen bei Bedarf auch individuelle Anschlagpunkte für schwierige Untergründe und beraten Architekten bei der Planung von Dachsicherungssystemen. ABS Absturzsicherungssysteme - Qualität aus Deutschland nicht für sondern gegen alle Fälle ...

ABS Safety hat die Zukunft fest im Blick. Bereits seit zwei Jahren ist Sohn Stefan als Produktionsleiter und Meister im Hause ABS Safety tätig. Und Tochter Ilona möchte nach ihrem kaufmännischen Studium ebenfalls im Unternehmen tätig werden. „Bei unseren Produkten ist die Mechanik auch in Zukunft nicht durch Elektronik-High-Tech ersetzbar. Deshalb setzen wir weiter auf Expansionskurs", blicken Ludwig und Ingrid Beckers nach vorne.

Liebe Eheleute Beckers,

Sie tragen mit Ihrem Unternehmen ABS Safety den Namen Kevelaers in die Welt. Ihr konsequenter Expansionskurs, Ihre moderne Gewerbeimmobilie und nicht zuletzt Ihr beeindruckender Umgang mit Ihren Mitarbeitern hat viele Kevelaerer und nicht zuletzt die Mitglieder der Jury beeindruckt. Wir sind der Ansicht, dass Sie für diese Erfolgsgeschichte den Marketing-Preis-Kevelaer 2012 verdient haben. Herzlichen Glückwunsch.

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Sonderpreis

Laudatio
Hans-Josef Kuypers

Referent:

Bürgermeister Dr. Axel Stibi

Liebe Frau Keuken,
sehr geehrter Herr Minister Pofalla,
meine Damen und Herren,

wir kommen jetzt zu einem Moment, den der Betroffene, der Preisträger, wie auch immer, so wohl eher nicht voraussehen konnte. Denn eigentlich ist der Marketing-Preis-Kevelaer im Grunde für Menschen wie ihn eher nicht gemacht. In den vergangenen 25 Jahren allerdings, das wissen die aufmerksamen Besucher dieses Abends, haben die Juroren des Marketing-Preis-Kevelaer mit Weitsicht insgesamt drei Preisträger ehrenhalber auserwählt, die unserem Standort Kevelaer auf ureigene, auf ihre Weise besondere Strahlkraft verliehen haben und damit dem Marketing für die Stadt einen überzeugenden Dienst erwiesen haben.

Der erste Preisträger ehrenhalber ist Pastor Richard Schulte Staade, der ehemalige Rektor der Wallfahrt und Ehrenbürger unserer Stadt. Der zweite Sonderpreis wurde Dr. Elke Kleuren-Schryvers verliehen, lange Jahre als Ärztin in Kervenheim tätig, heute in Kevelaer selbst wohnhaft und stetig mit der Aktion Pro Humanität verbunden. Die Aktion Pro Humanität ist eine Hilfsorganisation für das afrikanische Benin, mit der sie unsere Wallfahrtsstadt schon über lange, lange Zeit in positiver Verbindung hält und zwischenmenschliche Hilfen leistet, die bundesweite Anerkennung finden. Das dritte Mal, als die Juroren des Marketing-Preis-Kevelaer einen Sonderpreis vergaben, entschieden sie sich für den Kulturverein Impuls. Stefan Reudenbach, damals noch Vorsitzender des engagierten Vereins, konnte damals die Ehren für eine Gruppe von Menschen entgegen nehmen, die unsere von Kunst und Kultur geprägte Stadt ebenfalls auf besondere Weise ins Licht der Öffentlichkeit gebracht hat. Dreimal also entschieden sich die Juroren für Menschen, deren Initiativen und Leistungen einerseits das öffentliche Leben der Stadt Kevelaer mit geprägt haben - und die andererseits unserem Gemeinwesen ein kleines Stückchen des Unverwechselbaren mit auf den Weg gaben, das wir mit unserem Stadtslogan „Unverwechselbar Kevelaer" immer wieder gerne akzentuieren. Das war es wohl, das stets auch Motiv war für diese Art von Sonderpreis.

So kommen wir heute zu einem Mann, für den dies alles hier, was in nunmehr 25 Jahren zu einem alljährlichen Höhepunkt in unserem Veranstaltungskalender geworden ist, alles andere als neu ist. Am 1. Dezember des Jahres 1988 war es, als hier im Konzert- und Bühnenhaus unserer Stadt erstmals drei verdiente Unternehmer Kevelaers zu ersten Preisträgern wurden. Das Bühnenhaus war noch nicht in dieser Weise umgebaut, man hatte den Nachbarraum, den heutigen Saal 2 gewählt, weil sich zur Premiere „nur" 220 Interessierte angemeldet hatten. Ausgezeichnet wurden damals die Glasmalerei Derix, die Galerie Kocken und das einstige Mera Mischfutterwerk Vos, die heutige Firma Mera, die 1988 gerade erst ein neues Marketing-Konzept hatte erarbeiten lassen und mit diesem einen Weg beschritt, der für uns alle bis heute viele neue Arbeitsplätze bedeutet.

An diesem Abend, der übrigens vom damaligen Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, Gerd Wieneke, mit dem Hauptreferat abgerundet wurde, hielt Hans-Josef Kuypers erstmals die drei Laudationes auf Verdienste um Marketing-Aktivitäten in unserer Stadt, für unsere Stadt, für unternehmerische Aktivitäten in Kevelaer und seinen Ortschaften. Am 1. September des Jahres 1988 hatte er seinen Dienst als Geschäftsführer der noch jungen Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer angetreten, drei Monate später war diese Veranstaltung geboren. Der Marketing-Preis-Kevelaer war da.

„Großer Erfolg für neue Gesellschaft", titelte die Rheinische Post seinerzeit auf der ersten Seite und würdigte vor allem, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger Kevelaers für die neue Art des Umgangs mit den Akteuren unseres Wirtschaftslebens auseinandersetzten.

Was dann folgte, darf man durchaus als eine Erfolgsgeschichte einer Idee bezeichnen. Nicht etwa, dass ich darauf hinaus möchte, dass manche Städte und Gemeinden unserer Region Vergleichbares, Ähnliches, Selbiges auf den Weg gebracht haben und damit irgendwie auch Anerkennung für das gerade in Kevelaer Erlebte zollten. Nein. Für mich ist die eigentliche Erfolgsgeschichte dieses Marketing-Preis-Kevelaer, dass in jedem Jahr, und dies seit einem Vierteljahrhundert, etwa 500 unternehmerisch Tätige ins Konzert- und Bühnenhaus kommen, um dieser Idee gerecht zu werden, hinter der vor allem stand und steht: Die heimische Wirtschaft braucht einen Abend, der als „ihr" Abend Anerkennung findet und als Plattform für Gespräche dient.

Zwischenzeitlich haben mehr als 70 Unternehmen aus Kevelaer und den Ortschaften diesen Marketing-Preis-Kevelaer erhalten. Und dennoch ist die Idee so frisch wie eh und je.

Fast selbstverständlich ist dabei, dass es auch in jedem Jahr den ein' oder anderen gibt, der alles in Frage stellt, der mit der Veranstaltung gewohnt gewordene Rituale verändern möchte oder das Gefühl streut, dass den Juroren die Preisträger ausgehen.

Mitnichten. Längst ist es eine neue, eine junge Generation von Preisträgern, die all' diesen Unkenrufen und ihren Rufern das Leben schwer macht. Die Preisträger sind längst schon Neugründungen und Neuansiedlungen. Namen wie der der Werbeagentur Krause und Schwarz, des Filmemachers Jürgen Zellmann, der Stern-Apotheke von Monika Schwarz oder gar der Firma Red Sun - eine damalige Neuansiedlung mit derzeit über 200 Mitarbeitern - sie alle liefern bis heute den Beweis für das Mehr-Generationen-Projekt Marketing-Preis-Kevelaer.

Weil dem so ist, und die Strahlkraft der Verleihung bis heute erhalten geblieben ist, möchten die Juroren hier und heute dem Ideengeber auf ureigene Weise Dank und Anerkennung sagen. Man ist der Ansicht, und dieser schließe ich mich als Bürgermeister der Stadt Kevelaer gerne an, man ist der Ansicht, dass Hans-Josef Kuypers, heute Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve und damit dem Berufsbild verbunden geblieben, den Marketing-Preis-Kevelaer als Sonderpreis erhalten soll.

Im Jubiläumsjahr sind wir fest davon überzeugt, dass die Besonderheit der Idee, das Fingerspitzengefühl bei der Umsetzung wie auch die gelebte Verbundenheit mit dem einst auf den Weg Gebrachten, dass dies alles keinen anderen Preisträger verdient.

Wir meinen auch, dass Herr Kuypers zu seiner Zeit, als sich die Puppenspiel-Tage, die Oldtimer-Ausfahrt oder das Heißluft-Ballon-Festival in unseren städtischen Terminkalender schlichen - dass Herr Kuypers zu dieser Zeit schon ein Händchen dafür bewies, was dem größten Wallfahrtsort Nordwest-Europas auf touristischer Ebene unverwechselbar zur Seite gestellt werden konnte.

Herr Kuypers, hiermit gratuliere ich Ihnen als Bürgermeister der Stadt Kevelaer und Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer zum Marketing-Preis-Kevelaer ehrenhalber. Sie sind der vierte Ehrenpreisträger in diesem Vierteljahrhundert, gewählt von den Juroren des Jahres 2012. Herzlichen Glückwunsch.

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Ansprechpartner

Hans-Josef Bruns
Stabsstelle Kevelaer Marketing
Telefon: (0 28 32) 122-212
Telefax: (0 28 32) 122-989
E-Mail: hans-josef.bruns@stadt-kevelaer.de
Adresse: Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer