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Preisträger und nominierte Unternehmen des Marketing-Preis-Kevelaer 2013

Referent:

Michael Gerber, Bundesvorsitzender der BCSD e.V.

Thema: "Stadtmarketing zwischen Werbund und Strategie - Zur Weiterentwicklung und Profilierung von Städten und Regionen"

Preisträger:

Edeka Brüggemeier

nominierte Unternehmen:

Viele Menschen stehen auf einer Bühne und lächeln in die Kamera, im Hintergrund ein Schild mit der Aufschrift "Marketing-Preis-Kevelaer".

Das "Familienfoto" beim Marketing-Preis-Kevelaer mit den Preisträgern, nominierten Unternehmen,
Organisatoren, dem Bürgermeister und dem Festredner als bleibende Erinnerung.

 

Laudatio
Edeka Brüggemeier

„Dank unserer Mitarbeiter dürfen wir gemeinsam heute hier sein."

Das wäre auch ein schöner Schlusssatz - aber hier ist er ganz bewusst an den Beginn der Laudatio gestellt. Dieser Satz steht für das Unternehmen, das ich Ihnen im Folgenden vorstellen darf ebenso wie Dienstleistung am und für den Kunden. Und das an sechs Tagen in der Woche, 16 Stunden täglich und notfalls auch darüber hinaus. Kunden und Mitarbeiter stehen hier gleichermaßen im Fokus der Unternehmensführung Dieses Handeln ist Unternehmensphilosophie und verhilft dem Unternehmen täglich zum Erfolg.

„Wir lieben Lebensmittel" so ist das Konzept und Leitbild unseres nominierten Unternehmens überschrieben. Die formulierten Ziele beinhalten, neben dem vom Dachunternehmen vorgegebenen „Frischekonzept", Vertrauen der Kundschaft durch Offenheit und Ehrlichkeit, Zufriedenheit der Kunden und der Mitarbeiter, Nachhaltigkeit durch gezielten Wareneinkauf. Diese Ziele sollen vor allem durch den Kundenservice und durch Fachkompetenz der „Stars" des Unternehmens erreicht werden. So und nicht anders werden die Mitarbeiter im Leitfaden bezeichnet. „Sie sind tagtäglich für uns und vor allem für unsere Kunden da, denn ohne unsere Mitarbeiter wäre der Laden nicht sauber, die Regale leer und keiner hinter den Theken und an den Kassen", da sind sich die Unternehmer beider Generationen einig.

Warum steht die Philosophie am Anfang der Laudatio und nicht am Ende einer Firmenbiografie? Der Grund ist leicht gefunden. Lebensmittel verkaufen ist das Eine - den Verkauf von Lebensmitteln als Dienstleistung zu verstehen, ein Lebensgefühl bei einer Alltäglichkeit zu vermitteln ist das Andere. Das waren die Gründe, die die Jury 2013 überzeugt haben, dass sich das nominierte Unternehmen eindeutig hervorhebt und für den Standort Kevelaer durch unternehmerisches Können und Geschick nachhaltig, innovativ und marktorientiert eine Leistung erbringt, die es gilt, auszuzeichnen.

Burkhard Brüggemeier, heute 62 Jahre alt, Einzelhandelskaufmann und Ehefrau Monika, gelernte Bankkauffrau, übernahmen zum 01.01.1983 in Winnekendonk ein Ladenlokal mit einer Verkaufsfläche von 150 qm und entschlossen sich, dort Lebensmittel zu verkaufen. Mit dieser Entscheidung wagten sie den Sprung in die Selbstständigkeit. Der Umzug mit dem Winnekendonker Markt zur Kevelaerer Straße 6 in eine neue, vergrößerte Verkaufsfläche erfolgte zum 14.02.1989. Einige Zeit später wurde vorübergehend die Selbstständigkeit aufgegeben. Allerdings, genau 20 Jahre nach der erstmaligen Eröffnung an dieser Stelle, übernahm Edeka Brüggemeier zum 14.02.2009 nach Renovierung und Modernisierung erneut den Markt. Das Angebot wurde zukunftsfähiger und man schafft es bis zum heutigen Tag, diesen Markt durch das Betreiben weiterer vier Märkte in der Region für den Standort Winnekendonk und die Versorgung im Ort zu erhalten. „Unter dem Motto „klein aber fein" bieten wir unseren Winnekendonkern alles für das tägliche Leben zu regulären Preisen", so Burkhard Brüggemeier, der sich selbst längst als Winnekendonker fühlt.

Zwischenzeitlich wurde im Oktober 2003 der Markt in Kevelaer an der Feldstraße übernommen. Die Brüggemeier Managementgesellschaft betrieb den Markt zunächst als Spar-Markt und wechselte im Oktober 2006 zu Edeka. Durch Renovierung und Modernisierung wird der Markt seit Jahren für die Kunden ansprechend und zeitgemäß gestaltet. Hinzu kommt das großzügige und komfortable Angebot an Parkplätzen. „Mit dem Parkplatzangebot punkten wir täglich", ist sich Denis Brüggemeier sicher.

„Um zeitgemäß zu sein, um sich dem ständigen Wettbewerb stellen zu können, mit anderen Märkten der Umgebung konkurrieren zu können, dem Kunden das bieten zu können, was er sucht und benötigt, wollen wir unsere Fläche und unser Sortiment erweitern", auch da sind sich Vater und Söhne einig. 1053 Quadratmeter sind da heute nicht mehr ausreichend und zeitgemäß. Frischfisch, frische mediterrane Spezialitäten, ein größeres Frischgemüse-Angebot und vielseitigere Produkte. Aber auch mehr Platz für die Kunden, breitere Gänge und Ruheplätze für ältere Menschen sind geplant. All das gilt es zu realisieren. Das ist der Blick in die Zukunft, das ist der Blick in eine Richtung, die gemeinsam mit Verwaltung, überregionalen Behörden und Politik zu gehen ist.

Was unterscheidet Edeka-Brüggemeier von Mitbewerben am Markt? Die Öffnungszeiten sind großzügig bemessen, aber das leisten vergleichbare Anbieter im Segment Lebensmittel ebenfalls. Der kostenlose Lieferservice, der vor allem nicht mobilen, älteren Kunden problemloses und bequemes Einkaufen ermöglicht, ist da schon eine Besonderheit, die ihresgleichen sucht. Selbst der Kleineinkauf wird hier durch hauseigenes Personal bis in den Kühlschrank - sofern gewünscht - des Kunden geliefert. Und zwar bis heute kostenlos. Das ist Dienstleistung pur. Zu den kostenfreien Dienstleistungen gehören auch die Erstellung von Aufschnitt-, Käse- und Grillplatten oder das Zusammenstellen von Geschenkkörben. Manchmal ist es die Kleinigkeit, die hier zur Selbstverständlichkeit gehört: ein kostenloser Taxiruf.

Das Unternehmen „Edeka Brüggemeier" ist mit Herzblut ein Kevelaerer Unternehmen. Die Teilnahme des Marktes an „Verkaufsoffenen Sonntagen" ist ebenso selbstverständlich wie die Ausgabe von Weihnachtslosen des Verkehrsvereins. Vereine und caritative Einrichtungen finden die Unterstützung des Lebensmittelmarktes. Trikotsätze für Vereine wie beispielsweise Viktoria Winnekendonk, DJK Twisteden, KSV Kevelaer und Union Wetten werden ebenso gesponsert wie Bandenwerbung im Sport und die Kinderfahrten und Erholungsmaßnahme von „Zielpunkt Meer". Eine umfassende Liste der Unterstützung, die in den letzten Jahren geleistet wurde.

Die „Stars", wie der Leitfaden des Unternehmens die Mitarbeiter bezeichnet, wollen wir nicht vergessen. Der Markt in Kevelaer beschäftigt derzeit in der Filiale 81 Mitarbeiter - bei Übernahme im Jahre 2003 waren es 26. Im Markt in Winnekendonk arbeiten derzeit 32 Mitarbeiter- 2009 waren es 25. Und in der Verwaltung sind inzwischen 11 Kollegen beschäftigt, die sich um die insgesamt fünf Edeka-Märkte der Familie Brüggemeier in Kevelaer, Winnekendonk, Geldern, Kerken und Wachtendonk kümmern.

In unserem Gespräch erzählt Denis Brüggemeier von seinem persönlichen Einstieg in die Branche. Als Schüler, kurz vor dem Schulabschluss, teilt er dem Berater bei einer Berufsinformation seinen Wunsch mit, eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann im Bereich Lebensmittel machen zu wollen. Der Berufsberater, der den jungen Mann nicht kannte, gab ihm folgenden Rat: „Bewerben Sie sich bei Brüggemeier." Die Antwort des Ausbildungssuchenden lautete simpel: „Das ist mein Vater." - „Und", so der Berufsberater, „warum wollen Sie nicht beim Besten lernen"? Ein schönes Kompliment für ein Unternehmen, für einen Vater, der mir versicherte, von diesem Gespräch bislang nichts gewusst zu haben.

Aber, und hier sind sich die Generationen Brüggemeier wohl einig: Die Familie Brüggemeier hat sich dem Handel verschrieben. Begeistert von der Arbeit und dem Einsatz entschieden sich beide Söhne für den Schritt in den Einzelhandel. Vater Burkhard will einen Gang zurückschalten und nahm Sohn Denis in die Geschäftsleitung, der langjähriger Marktleiter der Filiale in Kevelaer war. Denis Brüggemeier übergab die Marktleitung an seinen Bruder Stefan. Die Unternehmensnachfolge wurde eingeleitet und wird Schritt für Schritt umgesetzt.

Sehr geehrte Herren Brüggemeier,
sehr geehrte Frau Brüggemeier,

das Unternehmen Edeka Brüggemeier wird nominiert für den Marketing-Preis-Kevelaer 2013. So das einstimmige Votum der Jury. Herzlichen Glückwunsch!

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Laudatio
Landhausmode Astrid Biesemann

"Sie haben einen guten Geschmack - Sie sollten ein Geschäft eröffnen", war die Aussage einer Patientin, die letzten Endes die Initialzündung für einen Erfolgskurs sein sollte.

Wir gehen zurück in das Jahr 1953, wir gehen nach Sachsen-Anhalt, nach Wernigerode genauer gesagt. Es ist kein Einzelschicksal. Es trifft Viele - die Bauernflucht aus den Gebieten der ehemaligen DDR. Nach den Kriegsjahren und der allgemeinen Not, die ganz persönliche Hilflosigkeit - das Zurücklassen der Höfe und damit auch der Heimat. Nach der Ankunft in Weeze galt es, in einer fremden Umgebung Fuß zu fassen. Anzukommen. Der Blick ging nach vorne in eine Zeit, die versprach, nicht immer ganz leicht zu sein. Bedingt durch die allgemeine Personalnot war der Anfang im Krankenhaus in Weeze im Pflegedienst gemacht.

„Ich selbst war da noch nicht geboren - mein Bruder gerade einmal ein halbes Jahr alt", sagt die heutige Geschäftsinhaberin mit anerkennendem Stolz für ihre Familie. „Sie haben einen guten Geschmack - Sie sollten ein Geschäft eröffnen" - so eine Patientin, die wohl den Nagel auf den Kopf getroffen hat und vielleicht damals den Anstoß gab.

Ein Geschäftslokal in Kleve stand zur Übergabe. Also sagte man spontan zu. Darauf folgte unmittelbar der erste Messebesuch und Einkauf. Aber, was folgte? Erneutes Pech - oder wohl eher Glück für Kevelaer. Das Klever Unternehmen nahm Abstand von den Übergabegedanken und die junge Unternehmerin stand - noch bevor sie starten konnte - mit Ware, aber ohne Ladenlokal sprichwörtlich „auf der Straße". Doch der erste Schritt war getan - die Ware war vorhanden. Wieder hieß es: „Blick nach vorne!"

In einem Ladenlokal in der Amsterdamer Straße in Kevelaer fand die Unternehmerin in spe eine Anstellung und zwar mit einer Zusatzvereinbarung: Abverkauf ihrer eigenen Ware wird ihr ausdrücklich gestattet. Aber an ein Aufatmen war nicht zu denken - weit gefehlt. Den Geschäftsinhabern nahm der Verkauf der mitgebrachten Ware zu viel Zeit und Platz ein. Galt es doch, verständlicherweise, eigene Umsätze zu erzielen. Es erfolgte der Umzug in die Busmannstraße in eigene, zunächst noch gemietete, Räumlichkeiten - der Sprung in die Selbstständigkeit war endgültig geschafft.

In Kevelaer, meine Damen und Herren, besitzt der inhabergeführte Facheinzelhandel eine beeindruckende Bedeutung. Und das in nahezu allen Branchen: von der Goldschmiede bis zur Bäckerei, von der Galerie bis zum Modefachgeschäft. Hier ist der Kunde wahrlich noch König. Und er liefert dem Kevelaerer Einzelhandel durch seinen Zuspruch den Nachweis, dass auch oder gerade in Zeiten des Internet-Einkaufs die qualifizierte Beratung durch Nichts zu ersetzen ist. Diese Erkenntnisse sind für Kevelaer nicht neu - ist das inhabergeführte Fachgeschäft auch bei uns leider in vielen Bereichen nicht mehr vorhanden - bietet Kevelaer im Vergleich mit anderen Städten immer noch einen großen Anteil dieser „Königsklasse des Einzelhandels"- und bleibt auch dadurch bis heute unverwechselbar.

Zurück zu unserem nominierten Unternehmen für den Marketing-Preis-Kevelaer 2013. „Unverwechselbar" steht hier nicht nur für den Standort Kevelaer sondern auch in besonderer Weise für dieses seit dem 13.11.1961 inhabergeführte Fachgeschäft. Der „Tante Emma-Laden" für Geschenkartikel - er führte von Anfang an auch immer bereits das Besondere. Die ersten Handtaschen und Dirndl, exklusiv, ausgefallen, besonders. Manschettenknöpfe, die man hier nicht vermutete, die aber zum Hingucker wurden und die es anderswo so nicht gab. Immer wieder Angebote, die das Augenmerk der Betrachter auf sich zogen. Es gab nicht alles, aber es gab vielfältige Produkte - und neben Geschenkartikeln hielten auch immer mehr Kleidung und Trachten Einzug. Das Unübersichtliche wurde zum Markenzeichen, ließ den Kunden sich wohlfühlen, eintauchen in eine eigene Welt. „Das Wohlfühlen, das Ankommen, das gute Gefühl, die persönliche Beratung - und vor allem Ruhe und Zeit - das ist auch heute das Wichtigste für uns und unsere Kunden", so die heutige Geschäftsinhaberin Astrid Biesemann, die nach dem Tod ihrer Mutter am 02.01.2002 von der Tochter im Angestelltenverhältnis zur Inhaberin und Chefin wurde.

Zurückblickend und mit dem notwendigen zeitlichen Abstand sagt die Tochter liebevoll von ihrer Mutter: „So war sie halt - Geschäftsfrau durch und durch, das Todesdatum wie gewählt zum Jahresabschluss und zur Euro-Umstellung. Ich wurde Chefin von heute auf morgen - aber ich war durch meine Mutter gut vorbereitet. Nach und nach ließ sie mir mehr Freiraum - konnte ich hineinwachsen in unser Geschäft."

Astrid Biesemann startete durch. Umbau des Ladenlokals an der Busmannstraße, die Linien wurden klar, die Ausstattung hochwertig - das Sortiment aus den frühen Jahren der Geschäftsgründung ohnehin bereits reduziert - begrenzt sich jetzt auf das, was der Name verspricht: Landhausmode Astrid Biesemann.

„Als ich das Geschäft 2002 übernommen habe, gab es in Nordrhein-Westfalen noch 350 Geschäfte mit einem ähnlichen Sortiment. Heute sind wir im weiten Umkreis alleine", so Astrid Biesemann weiter. Früher trug man Trachten und Landhausmode ab einem gewissen Alter. Es war die traditionelle Kleidung nach festen Regeln. Hosen oder gar Jeans undenkbar. Gediegen; für die gestandene Frau oder die Dame in besten Jahren. Heute ist das völlig anders. „Zu unseren Kunden gehören Mädchen ab einem Alter von etwa 15 Jahren, die ihr erstes Dirndl mit viel Zeit und Liebe aussuchen. Gleichermaßen besucht uns auch die Dame mit 90 Jahren, die sich „noch einmal" etwas Gutes gönnen möchte und für einen besonderen Anlass Besonderes sucht", so Astrid Biesemann.

„Ihr fühlt Euch hier wie Pretty Woman", äußerte sich kürzlich eine ganz junge Kundin begeistert zu ihren Freundinnen. Ein Kompliment, das einmal mehr bestätigt: Das Konzept geht auf. Das Ausprobieren, die Unterstützung bei der Anprobe, das finden, was zum Alter und zum Typ passt und worin man sich wohl fühlt, was einen selbst strahlen lässt. Das begeistert vor allem die jungen und ganz jungen Kunden. „Und wenn sich diese Kunden mit Handschlag verabschieden und beim Danke-Sagen strahlen, dann wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben und neue Freunde gefunden haben."

„Die Kundschaft nicht aus dem Auge zu verlieren, den Blick für die Zukunft haben, den Kundenservice pflegen ist das Eine. Herzblut und Spontaneität; das tun, was uns zum Ziel bringt, ist das Andere", so die Philosophie von Landhausmode Astrid Biesemann.

Der Kunde ist König, da sind sich Astrid Biesemann und Angestellte Helga Opgenoorth einig. Die langjährige Verkäuferin ist längst nicht mehr „nur" Angestellte, auch sie ist die gute Seele des Hauses. Landhausmode Astrid Biesemann ist schon lange auch „ihr" Geschäft. Da ist sich das Duo einig und arbeitet seit Jahren auf Augenhöhe, kundenorientiert mit dem guten Blick für's Detail, mit Einfühlungsvermögen und vor allem mit einer wohltuenden Ruhe.

Auch bei Veranstaltungen wie z.B. „Nacht der Trends" oder „Herbstzauber" zeigt Astrid Biesemann Flagge für „ihre" Stadt. Für eine Stadt, die Unternehmer braucht, die spontan und tatkräftig für das Unverwechselbare unserer Stadt einstehen.

Sehr geehrte Frau Biesemann,
Sie wurden von der diesjährigen Jury nominiert für den Marketing-Preis-Kevelaer 2013. Herzlichen Glückwunsch!

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Laudatio
Abels Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG

„Schwein gehabt" - das gilt bei unserer nächsten Nominierung wohl im doppelten oder auch übertragenen Sinne - und es gilt sogar täglich. „Schwein gehabt", also „Glück gehabt", heute nominiert zu sein. Nein - nicht „Glück gehabt" ist Grundlage für eine Nominierung. Unternehmerisches Können und Geschick, Nachhaltigkeit, innovatives und marktorientiertes Verhalten sind die Kriterien für die Nominierung durch die Jury.

Ein gewisses Quäntchen Glück braucht jeder - auch jedes Unternehmen. Doch „Schwein haben" ist für unser nominiertes Unternehmen eindeutig wichtiger - nein, ohne geht es gar nicht. 400 bis 500 Schweinehälften pro Woche und Tage mit 10 Tonnen Frischfleisch sind Normalität. Gearbeitet wird in Nacht- und Tagschicht - und eben genau in dieser Reihenfolge. Gestartet wird mit der Nachtschicht um 21.00 Uhr und der Betrieb schließt mit der Tagschicht gegen 17.00 Uhr. Damit wird fast rund um die Uhr gearbeitet. Etwa 40 Festangestellte und einige Aushilfen stemmen die tägliche Arbeit in den Zerlege- und Verpackungsräumlichkeiten an der Industriestraße 25 im Gewerbegebiet in Kevelaer.

Der eine oder andere ahnt es vielleicht schon. Bei dieser Nominierung handelt es sich um die Abels Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG. Dieses Unternehmen im Kevelaerer Gewerbegebiet kennen Viele, auch über die Grenzen Kevelaers hinaus. Denn bei diesem Unternehmen sprechen wir nicht von einer Metzgerei im herkömmlichen Sinne, sondern von einem Großhandels-Unternehmen in der Lebensmittelbranche. Nicht Sie und ich mit unserem wöchentlichen Einkauf sondern hauptsächlich der Gewerbekunde ist Adressat der Fleischwaren, die täglich per LKW oder Kleintransporter die Hallen des Unternehmens verlassen.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die „Macher" von einst und heute.

Manfred Abels übernahm im Jahr 1982 den Metzgereibetrieb „Martin Schoenen" in Wetten und baute diesen Betrieb kontinuierlich weiter aus, um dann im Jahre 1998 aus Platzgründen den Umzug ins Gewerbegebiet, sprich zur Industriestraße 25, vorzunehmen.

Hans Zimmermann, einst Auszubildender im Betrieb „Josef Iding" in Kevelaer, war nach seiner Ausbildung Angestellter bei Martin Schoenen. In diesem Betrieb kreuzten sich erstmals die Wege von Manfred Abels und Hans Zimmermann - doch ein gemeinsamer Weg war hier noch lange nicht in Sicht. Hans Zimmermann besuchte die Meisterschule in Heidelberg, übernahm anschließend in der Zeit von 1982 bis 1984 die Metzgerei im Rewe-Markt in Wetten und startete damit in die Selbstständigkeit. Danach folgte die Übernahme der Metzgerei Böhm in Kevelaer an der Wember Straße. In den Jahren 1985 bis 2010 wuchs die Metzgerei kontinuierlich und belieferte nach und nach auch immer mehr Großkunden in der näheren Umgebung.

„Die Einführung von EG-Nummern wurde für die Auslieferung an Großkunden gesetzlich vorgeschrieben, unser Platzbedarf für die Bevorratung, die Notwendigkeit des Nachweises einer bestimmten Betriebsgröße sowie die vorgeschriebene Anzahl an Kühlhäusern machte es erforderlich, nach neuen Wegen und damit nach einem neuen Standort zu suchen", so Hans Zimmermann. „Ich wollte den eingeschlagenen Weg weitergehen und musste mich entscheiden." Hans Zimmermann wurde schließlich im Jahre 2011, zunächst mit Manfred Abels zusammen, Geschäftsführer der Abels Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG und übergab seine Metzgerei an der Wember Straße an seinen langjährigen Mitarbeiter Daniel Bos. Im Jahre 2012 zog sich Manfred Abels in den wohlverdienten Ruhestand zurück und Hans Zimmermann wurde nunmehr alleiniger Geschäftsführer und Gesellschafter.

Wenn man den Betrieb an der Industriestraße betritt, erwartet einen neben einer Verkaufsstelle für Fleisch- und Wurstwaren, die für Jedermann eine Vielzahl von Artikeln anbietet, vor allem ein Betrieb, der bereits auf dem ersten Blick eins erkennen lässt: Hier werden Lebensmittel in großem Umfang verarbeitet und zum Versand fertig gestellt. Männer und Frauen in weißen Kitteln und Haube oder Haarnetz gehen ihren vielfältigen Beschäftigungen nach. Die vielen fleißigen Hände haben ein großes Pensum zu schaffen und das will geplant und bewältigt werden. Das muss aber auch kontrolliert, registriert, dokumentiert und gemäß den unbeugsamen Vorschriften der Lebensmittelbranche entsprechend sorgsam gehandhabt werden. Hier herrscht keine Hektik aber emsige Betriebsamkeit, denn der Kunde ist mit einer guten, zertifizierten Qualität pünktlich zu bedienen. „Unser Unternehmen gehört zu einen der wenigen zertifizierten Betriebe im Kreis Kleve", so Hans Zimmermann.

Die Fahrzeuge von Abels Fleisch- und Wurstwaren sind ganztägig unterwegs. Zwei 7,5 Tonnen LKWs gehen auf Nachttour, die übrigen Kleintransporter sind ab 5 Uhr morgens unterwegs und bedienen die Kundschaft, teils täglich, teils im Zwei- bis Drei-Tage-Rhythmus. Immer auf den Bedarf des Kunden abgestimmt. Die Kunden des Unternehmens sind am Niederrhein, im Rheinland und im Ruhrgebiet zu finden. Zu dem Kundenstamm gehören verschiedene Edeka- und Rewe-Märkte sowie Metzgereien aller Größen ebenso wie beispielsweise Krankenhäuser, Altenheime, Hotels, Restaurants und Imbissbetriebe. Auch das „Lindchen", hier in der Region und weit darüber hinaus bekannt, gehört ebenfalls zu den Kunden. Wer kennt Sie nicht, die Mettwurstwochen und das vielfältige Angebot dieses Bauernmarktes? „Schwein haben" - das reicht bei diesem Kunden nicht aus. Für die legendären Mettwurstwochen beim „Lindchen" werden nur Pfalzdorfer Landschweine für die Verarbeitung verwendet. Das ist Bedingung des Großkunden - und dem wird man bei Abels Fleisch- und Wurstwaren gerecht.

Aber nicht nur Großkunden, sondern auch Sie und ich, wir alle können uns täglich von der Auswahl und der Qualität der Fleisch- und Wurstwaren überzeugen. Die Theke des Unternehmens an der Industriestraße steht auch allen Endverbrauchern zur Verfügung. Und der Kevelaerer weiß genau, zur Grillsaison ist dort der erste Anlaufpunkt und Schlange stehen ist hier oft ein Muss, wenn man in den Genuss des begehrten und vielfältigen Grillgutes kommen möchte.

Dem Großkunden und dem Endverbraucher täglich aufs Neue gerecht zu werden, eine hohe Qualität zu gewährleisten, und diese über die Stadtgrenzen hinaus erfolgreich zu vertreiben, saisonale Produkte ebenso zu liefern, wie die täglichen Bedarfe zu erfüllen, die es auch im Metzgereihandwerk gibt, das ist das tägliche Geschäft, das Hans Zimmermann mit seinem Mitarbeiterstab täglich fast rund um die Uhr stemmt. Für diesen unternehmerischen Weitblick bedarf es mehr als einfach nur „Schwein". Es bedarf auch der Unterstützung eines harmonisch funktionierenden Umfeldes. Seine Ehefrau hielt Herrn Zimmermann über all die Jahre den Rücken frei, so dass er sich auf die Führung und den Ausbau des Unternehmens konzentrieren konnte. Sein Blick nach vorn umfasst aber auch seine Kinder. Sein Sohn Max, der zurzeit eine Ausbildung im Fleischerhandwerk absolviert, sowie seine Tochter Laura, die den Beruf der Groß- und Außenhandelskauffrau erlernt, werden in den nächsten Jahren in das Unternehmen einsteigen und ihren Vater unterstützen, um eines Tages selbst das Unternehmen zu leiten.

Sehr geehrter Herr Zimmermann,

die Mitglieder der Jury 2013 waren sich einig, die Abels Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG gehört zu den nominierten Unternehmen für den Marketing-Preis-Kevelaer 2013. Herzlichen Glückwunsch!

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Ansprechpartner

Hans-Josef Bruns
Stabsstelle Kevelaer Marketing
Telefon: (0 28 32) 122-212
Telefax: (0 28 32) 122-989
E-Mail: hans-josef.bruns@stadt-kevelaer.de
Adresse: Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer