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Verleihung Marketing-Preis-Kevelaer 2014

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Der Marketing Preis Kevelaer wurde am 3. Dezember 2014 bereits zum 27. Mal verliehen. Ein Ereignis, das sich aus dem gesellschaftlichen Kalender der Stadt Kevelaer nicht mehr wegdenken lässt. Die Festveranstaltung im voll besetzten Kevelaerer Konzert- und Bühnenhaus war und ist immer wieder ein wichtiger Tag für die Kevelaerer Unternehmerschaft und ein gern wahrgenommenes Ereignis, um untereinander ins Gespräch zu kommen.

Die Jury bildete erstmalig der neu gegründete Initiativkreis Wirtschaft. Die Auswahlkriterien für die Entscheidung über die Preisträger waren nach wie vor innovatives Handeln, Kreativität, Kontinuität, Umweltorientierung sowie standortförderndes oder arbeitsplatzschaffendes Engagement.

Für ihre überzeugenden Leistungen wurden in diesem Jahr ausgezeichnet: Das Stadthotel Kevelaer (Frau Jutta Rijkelijkhuisen), das Therapiezentrum Bol & Greuel (Michael Bol und Mario Greuel) sowie die Gaststätte Prinzenhof (Peter Paliwoda).

Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns

Der Wirtschaftsförderer der Stadt Kevelaer, Hans-Josef Bruns, stellte die Leistungen der einzelnen Unternehmen vor, ohne jedoch die jeweiligen Preisträger zu benennen. Die Bekanntgabe der Marketingpreisgewinner erfolgte durch informative Filmeinspielungen über die Unternehmen und die Menschen, die für diese Betriebe stehen.

Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr ein Ehrenpreis für besonderes soziales Engagement verliehen. Eine Anerkennung der Stadt an die vielen Menschen in Kevelaer und den Ortschaften, die sich in Institutionen, Vereinen und Verbänden für ihre Mitmenschen einsetzen und „unverwechselbar Kevelaer“ repräsentieren. Den ersten Marketing Ehrenpreis 2014 erhielt nach fester und einhelliger Meinung der Jury der Hospiz-Verein in Wetten. Der Leiter des Stadtmarketing, Bernd Pool, würdigte die Leistungen des Vereins in seiner Laudatio. Bei der Preisübergabe an die Leiterin des Hospiz-Vereins, Frau Birgitt Brünken, die diesen stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die vielen ehrenamtlichen Helfer entgegennahm, erhoben sich die Anwesenden zur Anerkennung dieses außergewöhnlichen und emotional schwierigen Engagements von ihren Sitzen.

Abtprimas Pater Dr. Notker Wolf

Festredner des Abends war Abtprimas Pater Dr. Notker Wolf der in seinem Vortrag mit dem Titel  „Moralische Werte in einer modernen, vernetzten und globalen Welt“ zahlreiche Denkanstöße für eine gesellschaftliche Ausrichtung der Unternehmen aber auch für das Handeln jeden Einzelnen setzte. Im Vorfeld der Preisverleihung hielt Abtprimas Pater Dr. Notker Wolf eine Messe in der Basilika. Zahlreiche geladene Gäste sowie viele Bürgerinnen und Bürger nahmen an diesem besonderen Ereignis teil.

Formation Hörfunk

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Formation Hörfunk begleitet, die mit ihren Beiträgen unterschiedliche Themenfelder wie Jazz, Musical und Pop-Diven in unterhaltsamer Weise abdeckten.

Referent:

Abtprimas Pater Dr. Notker Wolf

Thema: „Moralische Werte in einer modernen, vernetzten und globalen Welt“

Marketing-Preisträger 2014:

Gruppenfoto der Preisträger, nominierten, Organisatoren, dem Bürgermeister und dem Festredner.

Das "Familienfoto" beim Marketing-Preis-Kevelaer mit den Preisträgern, dem Bürgermeister, dem Fachredner, dem Ehrengast und den Organisatoren als bleibende Erinnerung.

 

Laudatio
Hospiz Verein Kevelaer e.V - Brigitt Brünken

Bernd Pool mit Frau Brünken des Hospiz Vereins Kevelaer e. V.

Neben vielen Gewerbetreibenden und unternehmerisch tätigen Preisträgern des Marketing-Preis-Kevelaer gab es auch in der Vergangenheit bereits die eine und andere Auszeichnung mit einem Sonderpreis für Gruppierungen und Einzelpersonen, die durch ihr Wirken, durch Ihre Persönlichkeit, Ihre Ideen und Ihr Engagement zu der Ausstrahlung Kevelaers beigetragen haben. In diesem Jahr gibt es nunmehr erstmalig die Kategorie "Ehren-Marketing-Preis-Kevelaer".

Im Folgenden stelle ich Ihnen einen Verein vor, der seit seiner Gründung die Anerkennung "mildtätig und gemeinnützig" tragen darf. Einen Verein, den es an anderen Orten nur selten gibt, der mit Kevelaer und unseren Bürgern über Jahre hinweg zusammengewachsen ist. Die Leistung dieses Vereins ist nicht mehr wegzudenken und ist für Kevelaer gerade auch in seiner Ausrichtung als Marienwallfahrtsort eine große Bereicherung.

Jetzt einen Spannungsbogen aufzubauen, der Sie, sehr verehrte Damen und Herren, rätseln lässt, wer heute den Ehrenpreis 2014 erhält, würde dem Preisträger und seiner Arbeit in keiner Weise gerecht: Den ersten Ehrenpreis des Marketing-Preis-Kevelaer erhält in diesem Jahr für sein herausragendes Engagement der Hospiz-Verein Kevelaer.

Hospize gab es schon im Mittelalter. Es waren Rasthäuser und Herbergen an den großen Pilgerstraßen, in denen die Pilger Pflege, Stärkung und Sicherheit fanden. Die Annahme liegt somit nahe, dass bereits aus der Historie begründet eine enge Verbindung zu den Wurzeln unserer Stadt besteht.

Die Definition des Hospizes wurde im Jahre 1967 durch die Ärztin Cicely Saunders neu entwickelt. Die Arbeit der Hospize richtet sich seither nach dem Leitgedanken, Menschen im letzten Abschnitt ihres Lebens zu begleiten und ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Die gekonnte und mitfühlende Pflege im Endstadium eines Kranken steht hier im Vordergrund. Die Grundidee lautet: "Ein Minimum an Technik und ein Maximum an Streicheleinheiten".

In Deutschland fand die Umsetzung von Hospizen erst in den 80er Jahren Eingang. Im Jahr 1986 wurde in Aachen das erste Hospiz gegründet. In Kevelaer wurde 1997 ein Hospiz Wirklichkeit, nachdem sich ein beständig wachsender Interessenkreis mit den dringlichen Anliegen der Sterbebegleitung befasste.

Birgitt Brünken und ihr Team leben diesen Gedanken seit nunmehr 17 Jahren tagtäglich. Besser gesagt: Tag und Nacht, an 365 Tagen im Jahr. 16 Mitarbeiter, alle examiniert und mit einer Zusatzqualifikation im Bereich der Palliativ-Medizin, kümmern sich in Wetten um die Patienten und werden hierbei unterstützt durch Praktikanten und nicht zu vergessen durch 31 Ehrenamtliche. "Möglichst wenig Bürokratie und möglichst immer da, wenn der Gast uns braucht", so Birgitt Brünken, die das Haus von Anbeginn leitet. Im Hospiz gibt es keine Patienten oder Insassen, hier ist man "Gast" und dies ist gelebte Philosophie und Grundgedanke der Hospizbewegung. "Unsere Gäste sind frei, sie können tun und lassen, was sie möchten und soweit sie es können", so die Heimleiterin weiter im persönlichen Gespräch. Das Team lebt "Familie" und die Gäste gehören zur Familie. Da ist ein striktes Arbeiten nach Stempeluhr nicht möglich. Der Gast bekommt die Zeit und die Aufmerksamkeit, die seine Situation erfordert. Da versteht es sich von selbst, dass der Blick auf die "Feierabend-Uhr" tabu ist. Das gute Miteinander im Team und mit den Gästen ist allen Verantwortlichen des Hospizes wichtig. Die Erfahrung der gegenseitigen Unterstützung, der Selbstverständlichkeit des respektvollen und kollegialen Umgangs steht hier im Vordergrund. Da wirkt es fast selbstverständlich, dass sich Mitarbeiter auch außerhalb der Arbeitszeiten im Hospiz oder im Garten zu Kaffee und Kuchen oder zum Grillen treffen. Und die Gäste gehören natürlich dazu wenn sie es wünschen. "Durch unsere Arbeit haben wir auch selbst einen anderen Blick auf das Wesentliche. Und die Wertschätzung des Lebens und der Gesundheit rückt deutlicher in den Fokus", so der Tenor aus den Reihen des Teams.

Der Besuch im Hospiz ist beeindruckend - die Ruhe, die Gelassenheit, die fehlende Hektik. Birgitt Brünken führt durch die hellen, lichtdurchfluteten Räumlichkeiten. Alle Gästezimmer liegen zum Garten und haben einen eigenen Zugang. Die Einrichtungen für die Pflege, barrierefreie Bäder und Personalräume schotten zur Straße hin ab. Bilder von Gästen während ihres Aufenthaltes und bei gemeinsamen Feiern schmücken die Wände der Flure. Und alle diese Bilder erzählen Geschichten. Die Geschichten sind anrührend, teilweise verblüffend. Aber die Selbstverständlichkeit, mit der die hier gelebte Philosophie der Hospizarbeit einfließt, beeindruckt.

Immer wieder wird bei den Erzählungen eines ganz deutlich: Die Erfüllung der Wünsche wird neben der erforderlichen Pflege groß geschrieben. Es geht darum, nicht dem Leben mehr Tage hinzuzufügen, sondern den Tagen mehr Leben zu geben. Noch einen letzten Wunsch oder einen Traum zu erfüllen hier weiß Birgitt Brünken Dinge aus dem Alltag zu berichten, die berühren. Geschichten, die auch vor allem von Freude erzählen, die die Gäste und das Team gemeinsam erleben. Letzte Wünsche zu erfüllen, noch einmal unmöglich geglaubtes lebendig werden zu lassen – das wird zur Freude bei Gästen und beim Team: Mitten in der Nacht den Wunsch einer Sterbenden nach "Pommes mit Majo" zu erfüllen, einmal im Leben noch die offene See zu erleben und die Füße ins Salzwasser zu halten oder mitten im Winter das Krankenbett in den Schnee zu rollen. Um einen Zimmerkoller abzuwenden, wurde schon das Krankenbett eine Runde durch den Ort gefahren, gefolgt von einem Stopp am Supermarkt mit einem Glas Sekt. Hier scheint nichts unmöglich zu sein. Der Kreativität des Teams scheinen kaum Grenzen gesetzt zu sein. Nach 17 Jahren scheint der Fundus an außergewöhnlichen Geschichten und Ereignissen unerschöpflich.

Die Angehörigen der Gäste sind stets gern gesehene Besucher und können jederzeit bei den Kranken und Sterbenden sein. Auch sie brauchen Unterstützung und Begleitung - und auch sie gehören zur großen Familie. Die Eheschließung der Tochter mitzuerleben, ein Wunsch, der durch die standesamtliche Trauung am Krankenbett erfüllt wird. Auch die 1. Heilige Kommunion des Enkelkindes in den Räumen des Hospizes erfüllte den sehnlichsten Wunsch einer Sterbenden.

Und noch eins ist besonders in „unserem“ Hospiz: Haustiere sind jederzeit willkommen, gehören sie doch oft zum Leben der Gäste und sollen auch Wegbegleiter in den letzten Wochen, Tagen und Stunden sein.

Alles in allem bedeutet eines der Hausleitung immens viel: Das Getragensein durch die Bevölkerung, insbesondere auch durch die Dorfgemeinschaft in Wetten; und das auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Das Team des Hospizes erfährt eine fast grenzenlose Unterstützung: "Wir gehören dazu, Wetten und das Hospiz sind über die Jahre hinweg unzertrennlich geworden. Die Unterstützung ist großartig." Und so ist Wetten durch das Hospiz auch weit in der Region bekannt.

In 10 Zimmern werden jährlich ca. 130 Gäste betreut und begleitet. Ein Personalschlüssel von 1,3 Stellen je Gast ermöglicht eine umfassende Rundumbetreuung.

Doch ohne Unterstützung wäre die Arbeit nicht zu leisten. Die vielen Ehrenamtlichen tragen zum guten Erfolg maßgeblich bei. Bei Sterbebegleitung, Begleitung und Betreuung von Angehörigen, aber auch bei ganz alltäglichen Notwendigkeiten wie Bügeln, Pflege von Blumen und Garten tragen Viele dazu bei, dass das Hospiz in Wetten seinen Aufgaben gerecht werden kann.

Die Auszeichnung von unternehmerisch Tätigen mit dem Marketing-Preis-Kevelaer steht für den Wirtschaftsstandort Kevelaer in der Region und darüber hinaus. Dies ist die eine Facette von Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung. Mit der Auszeichnung durch den Ehrenpreis wird die besondere Würdigung von Einsatz und Aktivitäten Einzelner oder –wie in diesem Fall- von Vereinen herausgehoben, die den Standort Kevelaer auch lebenswert machen. Die Arbeit des Hospiz Verein Kevelaer strahlt für den Standort Kevelaer nach außen; für das Leben in Kevelaer bedeutet seine Existenz eine Bereicherung, die unsere Stadt einmal mehr unverwechselbar macht. Das sichere Gefühl, auch in Situationen der Not vor Ort gut aufgehoben zu sein, ist ein Pfund, das inzwischen Viele zu schätzen wissen.

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstandes des Hospiz Verein Kevelaer, liebes Team, liebe Frau Birgitt Brünken, der Initiativkreis Wirtschaft, erstmalige Jury für den Marketing-Preis-Kevelaer, war mit überzeugender Mehrheit der Meinung:

Der Ehren-Marketing-Preis 2014 geht an den Hospiz Verein Kevelaer.

Herzlichen Glückwunsch!

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Laudatio
Bol & Greuel - Michael Bol und Mario Greuel

Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns mit den Preisträgern Michael Bol und Mario Greuel.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir kommen jetzt zur Vorstellung unseres 2. Preisträgers. Zwei Preisträgern mit einer gemeinsamen Idee. Michael Bol und Mario Greuel mit ihrem Therapiezentrum Bol & Greuel im Herzen Kevelaers und in St. Hubert.

Die folgenden Ausführungen habe ich insofern gedanklich überschrieben mit dem Thema „Fit und beschwerdefrei in die Zukunft“.

Meine Überlegungen betrachten  dabei zwangsläufig mehrere Facetten und Sichtweisen des Themas „Bewegung“.  Wie gestaltet sich die Zukunft der Unternehmen, wie entwickelt sich Kevelaer als Kommune, in welche Richtung bewegen wir uns zukünftig  selber und was müssen und können wir eigentlich machen, um für die Zukunft fit und gut gerüstet zu sein.

Als Stadt Kevelaer haben wir es da doch relativ leicht.  Wir formulieren einfach im Rahmen der Stadtentwicklung ein integriertes Handlungskonzept, bauen die Wallfahrt zielgerichtet aus, schaffen so ganz nebenbei eine ausgeglichene Haushaltssituation und wenn wir ganz besonders gut sind, haben wir auch eine Vision. Eine Vision natürlich mit Bürgerbeteiligung.  Die Umsetzung folgt dann zeitnah. Das hört sich natürlich leichter an, als es ist.

Und was machen Sie, meine Damen und Herren, als Unternehmer?  SWOT-Analyse, Wettbewerb beobachten,  ein attraktives Arbeitsumfeld für Ihre Fachkräfte schaffen, eine Vision entwickeln und natürlich die daraus abgeleiteten  Strategien umsetzen.   Sich fit machen heißt für sie aber auch, ein gutes Kostenmanagement  zu betreiben. Und das nachhaltig. Und  zufriedene Kunden wären sicherlich auch ganz gut.

Und wie, meine sehr geehrten Damen und Herren, machen wir uns denn alle selber fit für die Zukunft ?

Die Anforderungen die auf uns alle zukommen werden, werden ja nicht weniger. Nicht nur unser ganzer Körper, sondern auch die Seele muss dafür fit sein .Vielleicht aber auch erst noch werden und vor allen Dingen dann auch so bleiben. Und das ist schon schwierig genug.  Oder?

Michael Bol und Mario Greuel haben es sich auf jeden Fall seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht, uns genau bei der Lösung dieser Problematik behilflich zu sein. Behilflich zu sein, ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Wir haben es mit zwei sehr erfolgreichen Unternehmern zu tun, die damit sogar Geld verdienen wollen.

Egal aus welcher Blickrichtung man auch schaut:  Ein Marathonläufer kann die 42 KM ohne Trainingsplan eigentlich nicht erreichen. Das funktioniert nicht. Dafür ist vielleicht sogar ein Mindestmaß an Grundfitness wichtig. Auf jeden Fall aber eine gute Gesundheit und den echten Willen, es zu schaffen.

Unternehmerische Ziele werden nicht erreicht, wenn keine Visionen da sind. Wenn man nicht weiß wohin die Mannschaft  laufen soll.  Wenn Sie nicht permanent das Ohr am Markt, am Puls der Zeit haben. Mit unternehmerischem „Hüftgold“  werden unternehmerische Höchstleistungen vermutlich nicht erreicht werden können.  Aber man kann sich  fit machen. Vielleicht durch Innovationen.  OK. -  Manchmal hilft  wahrscheinlich auch nur eine ganzheitliche Reha.  Aber es geht.

Innovativ, meine Damen und Herren,  sind unsere Preisträger in höchstem Maße. Sehr sogar. Eine eigentlich simple Idee - umgesetzt nach  jahrelanger Forschung und Entwicklung.  Die Idee - entstanden durch Inspiration von afrikanischen Frauen, die Gewichte tragen. Auf dem Kopf. Wo auch sonst. Aber wir wissen ja - gerade richtig gute Ideen sind i.d.R. simpel, einfach und genial. Und das Ganze auch noch fernsehtauglich vermarktet. Für Kevelaer ebenfalls eine richtig gute PR.

In der Vermarktung sind die beiden Herren ohnehin sehr kreativ, bauen ihr Geschäft mit weitsichtigem Plan konsequent und zielstrebig aus. Internationalität ist das Schlagwort. Und das sogar in doppelter Hinsicht.

Und das schaffen ein Deutscher und ein Niederländer sogar gemeinsam.  Ich finde ein weiteres tolles Beispiel für ein zusammenwachsendes Europa hier im grenznahen Kevelaer.

Ich habe beide Preisträger als sehr sympathische Menschen kennengelernt. Unternehmertypen,  die mit sehr viel Teamgeist hohe Ansprüche an Qualität stellen und sehr viel Wert auf Fort- und Weiterbildung legen.

Moderne Therapieformen, permanente Weiterentwicklung der Angebote  auf vergrößerten Flächen haben unsere Preisträger zu anerkannten Anbietern im Medizin- und Therapiebereich werden lassen. Gerade die medizinische, gesundheitliche Behandlung und Therapie spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Rund 15.000 Menschen kommen so Monat für Monat in die Therapiezentren hier in Kevelaer und nach St. Hubert.

Ich habe Michael Bol und Mario Greuel aber auch als Menschen erlebt. Als zwei Menschen,  die sehr unterschiedlich sind.  Der eine - sehr ruhig und besonnen - klarer Kopf .  Der andere,  eher immer stramm nach vorne gehend – immer in die erste Reihe, Terrier-Qualitäten.  Eine perfekte Mischung. „Physionäre“ hier in Kevelaer.

Beide helfen wieder fit zu werden – in Bewegung zu kommen. Und das mit einem ganzen Team von hoch motivierten und gut ausgebildeten Fachkräften.

Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung und Förderung benachteiligter Menschen.  Unter Anleitung eines  erfahrenen Übungsleiters werden  z.B. Rollstuhlfahrer in einer Turnhalle unentgeltlich  mit fachkundiger Unterstützung gezielt gefördert.  Einfach Klasse!

Alle, die sich nicht fit fühlen sollten,  z.B. wir selbst, eine Kommune, oder auch ein Unternehmen , wir alle  können von unseren Preisträgern vielleicht lernen.  Als Querdenker, Macher – den Ball immer nach vorne spielen – idealerweise  nicht zurück.   In der Vergangenheit versäumtes nachzuholen ist dabei für mögliche Patienten ungleich schwerer. Das wissen wir alle.  Aber es geht.  Aufgeben zählt dabei nicht.

Ein Politiker der ständig  bewahrt und nicht weiter entwickelt, steht irgendwann vor ganz dicken grundsätzlichen Themen. Und ein Unternehmer der z.B. neuen Trends nicht folgt, ist wahrscheinlich irgendwann nicht mehr wettbewerbsfähig.

Wie heißt es so süffisant : Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Und unsere heutige Zeit, meine Damen und Herren, vergeht extrem  schnell. Das haben wir heute schon ein paar Mal gehört.

Also, lieber von vorneherein fit, in Bewegung und auf der berühmten Ballhöhe  bleiben.

Obwohl das Bedürfnis nach Bewegung  uns Menschen ja doch  schon irgendwie im Alltag abhanden gekommen ist.  Oder?

Wir sitzen doch schon ziemlich viele Stunden am Tag auf unserem Stuhl. Unser Körper nimmt dabei eigentlich eine vollkommen unnatürliche Haltung ein. Diese Haltung legt unsere Muskeln lahm.  Die Folge hieraus sind krumme Wirbelsäulen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Bandscheibenvorfälle.  Das kennen wir doch alle. Gerade die unter uns, die schon im berühmten knackigen Alter sind, müssen hier gegensteuern.

Wie auch immer. Noch nie in der Geschichte konnten wir Menschen jedenfalls so alt werden und dabei so fit sein wie heute. Dieses sollten wir alle als Gottes Segen, aber m.E. auch als dicke Chance verstehen.

Michael Bol und Mario Greuel sind mit viel Engagement und auch Spaß bei der Sache. Mit  hoher Professionalität ihre Kunden  beweglich und gesund für die Zukunft zu halten - aber vor allen Dingen auch zu machen, ist die Leidenschaft dieser Kevelaerer Unternehmer.

Ich freue mich ganz besonders,  Ihnen jetzt das Firmenkonzept und auch die handelnden Menschen in einem Filmbeitrag genauer vorstellen zu dürfen.  

(Diese Laudatio ist in Anlehnung an die Rede des Wirtschaftsförderers der Stadt Kevelaer am Tage der Verleihung des Marketingpreises am 03.12.2014 verfasst, erhält jedoch zusätzlich eindeutige Bezüge zum Preisträger. Die Preisträger werden am Veranstaltungstag erst durch eine Filmeinspielung namentlich bekannt gemacht.)

Herzlichen Glückwunsch!

Vorstellungsfilm Bol & Greuel

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Laudatio
Prinzenhof - Peter Paliwoda

Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns mit den Mitarbeitern des Prinzenhofes.

Auch für einen Wirtschaftsförderer, meine Damen und Herren, ist es manchmal gar nicht so leicht, für eine Laudatio die richtigen Worte zu finden.

Aber als das Ergebnis der Jury feststand, Herrn Peter Paliwoda und den Prinzenhof mit dem Marketingpreis auszuzeichnen, habe ich sofort gedacht, die Branche dieses Preisträgers  ist dir schon mal sehr vertraut. Aufgrund meiner vorherigen beruflichen Tätigkeit im Vertrieb einer großen Brauerei habe ich gerade diesen Wirtschaftszweig sehr gut kennengelernt. In diesem Bereich bin ich im Grunde genommen selber etwas älter und auch ein bisschen grau geworden. Insofern kannte ich natürlich auch den Prinzenhof in Kevelaer schon persönlich, bevor ich als Wirtschaftsförderer in Kevelaer angefangen habe.  

Der Preisträger, Herr Peter Paliwoda, ist wahrlich kein unbeschriebenes Blatt hier in Kevelaer  und das meine ich wirklich im aller positivsten Sinne. Insofern freue ich mich ganz besonders, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen nicht nur etwas über den Prinzenhof und den Inhaber Peter Paliwoda erzählen darf, sondern auch über die allgemeine Situation in der Gastronomie.

Deutsches Bier steht für Qualität, Brauchtum und Lebensfreude.  Es gibt wohl in unserem ganzen Land keinen Markenartikel, der so sehr emotionsgeladen ist, wie Bier.  Und hoch emotional geht es ja in der Gastronomie auch zu. Denken Sie nur mal an die ganzen Expertengespräche vor der Theke, wenn es um Fußball, Autos oder auch Politik geht. Ein guter Gastwirt muss insofern ein echter Allrounder sein, sich in sämtlichen Themenbereichen zumindest ein wenig auskennen, mitreden - aber wichtiger noch zuhören können und gegebenenfalls in kritischen Situationen auch schlichtend eingreifen. Ein solcher guter Gastwirt ist Herr Paliwoda.

Wir haben bei der heutigen Preisverleihung schon einiges über Globalisierung gehört. Diese Globalisierung findet natürlich auch in der Brauindustrie statt. Keine Sorge, ich werde sie jetzt nicht mit einem Referat über den deutschen Biermarkt belasten. Es passt nur thematisch ganz gut.  Bier braucht Heimat und Bier braucht die regionale Identifikation. Und im Grunde genommen, meine Damen und Herren,  brauchen wir dies doch alle auch.  Soviel kann ich schon mal vorwegnehmen.  Dieses Heimatgefühl vermittelt Herr Paliwoda seinen Gästen.

Die Gastronomie in all ihren Facetten ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ein ebenso bedeutender Arbeitgeber, aber auch ein wichtiger Teil der Infrastruktur als Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens. Das gilt insbesondere  und gerade im letztgenannten Punkt für Herrn Paliwoda, der nicht nur in den letzten Jahren, sondern sogar schon viele Jahrzehnte die gastronomische  Entwicklung hier in Kevelaer eindrucksvoll mit geprägt hat.  Generationen  Kevelaerer waren und sind dem Prinzenhof immer noch treu. Hier mit Freunden oder Fremden ein oder auch mehrere Biere zu trinken, ist und bleibt nach Aussagen vieler Gäste eine eigene Philosophie.

Das Hotel- und Gaststättengewerbe ist ein Wirtschaftszweig, der auch jungen Menschen mit unterschiedlichsten Ausbildungsberufen sehr gute berufliche Perspektiven bietet. Aus Gesprächen mit Herrn Paliwoda weiß ich, dass gerade eine Mischung aus jungen und älteren Mitarbeitern besonders effektiv ist und auch früher immer schon war.  Es soll sogar Mitarbeiter geben, die in jungen Jahren im Prinzenhof angefangen haben zu arbeiten und die hier alt geworden sind. Früher kellnerte der Schüler heute der Lehrer. Eine Person! Das ist  ein richtig gutes Zeichen, wenn nicht nur die Gäste sich wohlfühlen, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsumfeld zufrieden sind. Dieses gute Gefühl einer funktionierenden Gemeinschaft überträgt sich auf die Gäste und verbreitet die Gemütlichkeit, für die der Prinzenhof bekannt ist.

Übrigens, wissen Sie wieviel Bier in Kevelaer getrunken wird?  Was denken Sie?  Es sind rund 2,95 Mio. Liter pro Jahr, was in etwa 14,75  Mio. 0,2 l Gläsern entspricht. Ich kann nur sagen: Eine stolze Leistung. Pro Einwohner sind das 500 Gläser im Jahr. Mehr als 1,3 Gläser pro Tag sind es also rechnerisch gar nicht. Viele dieser Gläser gehen im Prinzenhof über die Theke.

Die Vielfalt gastronomischer Betriebe in Kevelaer ist groß. Von der Eckkneipe, über Sterne-Restaurants bis hin zur sogenannten Erlebnisgastronomie. Die vielen Variationen von Gastronomie sind auch als Ort der Kommunikation von großer Bedeutung.  Oder ist Kommunikation evtl. ein Thema von gestern?

Im Smartphone-Zeitalter ist durchaus die Frage berechtigt, ob wir heute die Gastronomie noch als Kommunikationsort benötigen.  Kommunikation findet mittlerweile doch im Grunde genommen 24 Stunden am Tag statt und zwar mit unterschiedlichen Medien und egal an welchem Ort.

Im Falle vom Prinzenhof kann die Frage jedoch eindeutig beantwortet werden. Ja, hier findet Kommunikation statt, und wie. Und zwar über alle Generationen hinweg. Im Prinzenhof haben sich unterschiedliche Altersgruppen definitiv noch etwas zu sagen. Mit heutiger Vokabel könnte man den Prinzenhof insofern auch als „Mehrgenerationenhaus“ bezeichnen.

Und wie sagte ein Gast anlässlich meines Besuches: Der Generationswechsel nimmt man im Prinzenhof kaum wahr. Jung und Alt greift hier einfach ineinander - mit unzähligen privaten Geschichten, mit Verkuppelungen und Trennungen. Mit Allem, was einfach zum Leben dazu gehört.

Ob durch Stammtische, als Treffpunkt für Vereine oder als Ort für Familienfeiern, ohne die Gastronomie wäre ein funktionierendes gesellschaftliches Leben undenkbar. Gerade Kevelaer als Wallfahrtsort braucht und hat eine vielfältige Gastronomie, idealerweise auch mit ausreichend schönen Plätzen im Außenbereich, auf einer Terrasse, oder im Biergarten.  Und das ist nicht nur wichtig – es ist unverzichtbar geworden. Unsere Gäste aber auch unserer Bürgerinnen und Bürger wissen das zu schätzen.

Ein abwechslungsreiches Angebot,  eine wirklich lebendige Gastronomie  ist ein wesentlicher, wie sagt man, weicher Faktor. Ein dickes Stück Heimat und  Lebensqualität für die Bürger und auch für die Gäste unserer Stadt. Wir alle sehen es ja gerade an sonnigen Tagen, wie gut besucht die bestuhlten Straßen und Außenplätze  sind. Kevelaer lebt.

Unsere Gastronomen passen sich und ihre Betriebe aber auch ständig den Trends der Zeit an, sie verändern Speisekarten ebenso, wie  das Angebot an neuen Getränken oder die Nachfrage nach speziellen Weinen. Das ist wichtig und richtig.

Sich wie viele andere Branchen auch auf das veränderte Freizeit- und Konsumverhalten einzustellen. Das war und ist nicht so einfach. Der Gast von heute, wir alle, stellen weitaus mehr Ansprüche und wir sind zudem  auch preissensibler geworden.  

Erlebnisorientierung ist gefragt.  Der Gast von heute weiß auch mehr, er ist mobiler, internationaler und hat mehr Auswahlmöglichkeiten als je zuvor.

Mehr denn je zählen deshalb eine klare Positionierung und Profilierung am Markt.  Es muss doch auch einen unverwechselbaren Grund geben, warum  wir bestimmte Geschäfte aufsuchen und andere Lokale eben nicht. Die Übereinstimmung von Konzept und der Persönlichkeit des Betreibers ist wichtig. Das Profil muss eben authentisch sein.

Das Profil unseres Preisträgers, Peter  Paliwoda , ist eindeutig spezieller. Spezieller, weil eben nicht kopierbar. Spezieller weil sich treu geblieben und zeitlos und spezieller, weil wirklich vollkommen resistent gegen Konsum- und Nachfrageveränderungen. Hier geht man hin seit Jahren egal, was sich sonst noch so um uns herum verändert.

Der Wiedererkennungswert ist hier insofern logischerweise gigantisch hoch Veränderungen wie gesagt nicht erkennbar weil letztlich auch überhaupt nicht nötig.  Ein Phänomen in der Gastro-Welt.  Und das alles hier in Kevelaer.

Reihenweise haben Gastro-Profis versucht solche gewachsenen Gastro-Strukturen  nachzubauen nachzukupfern.  Natürlich mit gebauter Patina die dazu  auch noch viel Geld gekostet.  Egal wie die  Konzepte  auch immer hießen. Namen nenne ich bewusst nicht.  Es ist ihnen zumindest dauerhaft nicht gelungen, den Geistern der Zeit voraus zu sein.   Das kann ich rückblickend sagen. Ein Werbe-Slogan „runter vom Sofa – rein in die Kneipe“ ist sicherlich pfiffig formuliert.  Es fehlt dahinter aber das vertraute Gesicht – die Patina, die eben nur von der Zeit selbst den Glanz erhält.

Wir wissen es doch alle selber, wir kehren immer wieder dann  gerne an einen Ort zurück, wenn unsere Erwartungen erfüllt wurden und die Qualität im Verhältnis zum Preis gestimmt hat.  So entstehen Stammkneipen.

Die Qualität des Prinzenhofs , die ist definitiv geprägt durch ein sehr hohes Maß an persönlicher Kundenansprache, sehr viel Herz und sehr viel Verständnis für jeden einzelnen Kunden sowie durch das Gefühl, hier in einer großen Familie zuhause zu sein. Und das, meine Damen und Herren, schon über einen sagenhaft langen Zeitraum von rund 40 Jahren.

In Zeiten standardisierter Gastronomiekonzepte kommt es insofern für die Individualbetriebe auf die persönliche Handschrift ihres  Hauses und die individuelle, lebendige, herzliche Gästeansprache besonders an.

Wir wollen doch gerade hier verwöhnt und eben nicht nur versorgt werden.  Die erlebte  Qualität besteht hier aus hunderten von Details. Apropos Details. Dazu fallen mir gerade die unzähligen Exponate unterschiedlichster Herkunft und Farbe ein, die im Prinzenhof an allen, wirklich allen Wänden liebevoll aufgehängt sind. Jedes einzelne Stück kann wahrscheinlich über seine Herkunft eine eigene Geschichte schreiben.

Die so von uns erlebte Vertrautheit und Wärme ist aber nicht nur vom Wirt, sondern natürlich  auch sehr stark von den Leistungen und der Art des Personals abhängig. Ohne gutes Personal, ohne diese Typen,  geht auch beim Prinzenhof gar nichts. Das Bedienungspersonal muss schon permanent gut drauf sein. Egal wie alt. Identifikation und Teamgeist sind die Faktoren, die im Prinzenhof die Mitarbeiter zu Mitdenkern werden lassen und sie aus eigenem Antrieb motivieren.

Und es gibt  im Prinzenhof ein gastronomisches Highlight. Es steht sogar in Kürze wieder an. Das ist der 23. Dezember! Unausweichlich und unabkömmlich. An diesem Tag  kommen irgendwie alle wieder nach Hause und zwar in doppeltem Sinne – nach Hause zu Peter.

In Zeiten politischer Restriktionen wie z.B. durch das Nichtraucherschutzgesetz hier bei uns in NRW  kann ich persönlich nur den Hut vor all den Gastronomen ziehen, die es  erfolgreich verstanden haben, diese Challenge anzunehmen und zu kompensieren. Da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass Herr Paliwoda als Gastgeber die letzten Kunden persönlich morgens um 6:30 Uhr wieder nach Hause fährt.

Ich habe Ihnen jetzt schon sehr viel über die Erfolgsfaktoren des Prinzenhofs und seines Inhabers erzählt. Aber eins fehlt noch. Und das ist die Suppe - die berühmte Serbische!  Vorzugsweise  mit Tabasco.  

Das Alles, meine Damen und Herren,  schaffen nur starke Gastgeber -Persönlichkeiten mit viel Liebe zum Menschen und auch viel Liebe zum Geschäft. Konzeptionell würde ich es mal so formulieren, wir reden über ein Trendkonzept mit sehr langer Tradition und mit hoher Bodenhaftung und Zuverlässigkeit. Keine Systemgastronomie, aber Individualgastronomie mit System. Und dieses System heißt Herz und Tradition.

Und genau an dieser Stelle, wenn wir von Verwöhnfaktoren sprechen, dem Gefühl, sich heimisch zu fühlen, und Zuhause in einer großen Familie aufgehoben zu sein, fällt es mir ganz besonders leicht, die gastronomische Brücke zu uns hier nach Kevelaer zu schlagen – zum Prinzenhof und zu unserem Preisträger Peter Paliwoda, der seinen Teil dazu beiträgt, dass Kevelaer unverwechselbar ist.

(Diese Laudatio ist in Anlehnung an die Rede des Wirtschaftsförderers der Stadt Kevelaer am Tage der Verleihung des Marketingpreises am 03.12.2014 verfasst, erhält jedoch zusätzlich eindeutige Bezüge zum Preisträger. Die Preisträger werden am Veranstaltungstag erst durch eine Filmeinspielung namentlich bekannt gemacht.)

Herzlichen Glückwunsch!

Vorstellungsfilm Prinzenhof

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Laudatio
Stadthotel - Frau Jutta Rijkelijkhuizen

Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns mit dem Team vom Stadthotel Kevelaer

„Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“  sagte einst ein Philosoph aus dem alten China.

Sind auch wir hier im Raum nicht ständig irgendwie und immer auf Reisen? Wenn wir unsere Kinder in die Kitas bringen, wenn wir unsere Freizeit gestalten, oder auch wenn wir shoppen gehen. Wir reisen aus beruflichen Gründen oder wenn wir Urlaub machen. Menschen auf der ganzen Welt reisen, auch zu uns nach Kevelaer.

Als ich zum ersten Mal unsere Preisträgerin, Frau Jutta Rijkelijkhuizen, im Stadthotel besuchte, sagte mir mein Gefühl: Wenn ich schon nicht zuhause bin, dann ist dies hier  ein Ort, wo ich gerne bleiben würde. Ein Ort, an dem unmittelbar nach der Ankunft Wärme und Gastfreundschaft spürbar werden.

Sie alle kennen das bestimmt selber, wenn man irgendwie sofort ein Gefühl von Vertrautheit und Wohlbefinden hat. Man muss gar nicht erst ankommen. Man ist schon da- „zu Hause“. Ich persönlich glaube, dass sogar für die Mehrheit der Touristen unter uns dieses Gefühl sehr wichtig ist: Sich geborgen zu fühlen und willkommen zu sein.

Für uns in Kevelaer sind Reisende und deren Übernachtungen  eine extrem wichtige Facette. Besonders am Herzen liegen uns dabei die vielen Wallfahrer. Doch auch die Anzahl der Kurzurlaube hat sich stark entwickelt und Städtetrips werden immer beliebter. Wir in Kevelaer haben dieses Potenzial längst erkannt und werden diese Riesen-Chance auch weiterhin für uns nutzen.

Die Hotellerie ist für Kevelaer sehr wichtig wobei insbesondere die  inhabergeführten Betriebe wie das Stadthotel einen ganz besonderen Charme haben. Ich habe mal versucht eine Definition für „Hotel“ zu finden und bin auf eine Beschreibung gestoßen, die einfach mal anders, vielleicht sogar poetisch angehaucht ist: 

„Bereits seit Jahrtausenden werden Wege als Verbindungen in die „Fremde“ genutzt, an welchen sich seit jeher Gebäude reihten, die den Reisenden als kurzfristige Bleibe dienten: Herbergen, Pensionen, Pilgerstätten, Gasthäuser und eben Hotels.“  

Der Begriff „Hotel garni“ entstammt  dem Französischen und bedeutet wörtlich „(mit Mobiliar) ausgestattete Herberge“.

Mit Herberge, Pension oder Gasthaus meine Damen und Herren, verbinden wir doch eher kleinere Gebäude mit einfacher Ausstattung. Der Begriff „Hotel“ impliziert auch eine gewisse Professionalität und umfasst meist umfangreiche weitere Dienstleistungen. 

Vielleicht ein paar Zahlen zu Kevelaer :

Alle Beherbergungsbetriebe zusammen haben im letzten Jahr rund 126.000 Übernachtungen mit 65.000 Gästen erreicht. Das ist ein tolles Ergebnis, auf das wir alle zu recht stolz sein dürfen.

Ein herzliches dickes Dankeschön richtet sich daher an alle Hoteliers unserer schönen Stadt, die wesentlich dazu beitragen, dass sich unsere Besucher wohlfühlen und gerne wiederkommen und Kevelaer somit in guter Erinnerung behalten und heute natürlich ganz besonders an unsere Preisträgerin Frau Jutta Rijkelijkhuizen.

Wie ich schon zu Anfang sagte:  „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“.  Eine alte chinesische Weisheit. Auch heute trifft dieser Satz nach wie vor zu, mit dem großen Unterschied, dass dieser erste Schritt oft in der digitalen Welt stattfindet.

Facebook und Co., Preisvergleichsseiten und auch Plattformen für Hotelbewertungen haben zu einem Wandel in der ganzen Hotelbranche geführt. Die Entscheidung, welches Hotel wir buchen, wird zunehmend ins „Netz“ verlegt. Die Bewertungen und Kommentare anderer Reisender wiegen meist schwerer als jeder gut gemeinte und fachlich fundierte Rat aus dem Reisebüro.

Das passt auch genau zu den Ausführungen, die wir gerade von Abtprimas Notker eindrucksvoll gehört haben. Wir alle leben unweigerlich im digitalen Zeitalter. Computer, Internet und Social Media, Smartphones und Tablets haben unser ganzes Leben verändert. Dies gilt es positiv zu nutzen. So stand unsere Preisträgerin Frau Rijkelijkhuizen den technischen Entwicklungen immer offen gegenüber und ist seit Jahren bereits aktiv in der digitalen Welt unterwegs.

Ein Hotelier muss heutzutage mit jederzeit abrufbaren Informationen seinen unterschiedlichen Zielgruppen gerecht werden und  online entgegenkommen.  Er muss nicht auf allen sozialen Plattformen vertreten sein, aber die neue Vernetzung verstehen, sie ernst nehmen und mit seiner individuellen Antwort aktiv mit gestalten. Dies gelingt der Betreiberin des Stadthotels hervorrangend.

Ein fast schon gnadenloser Verdrängungswettbewerb  prägt den deutschen Hotelmarkt. Vor allem in den großen Städten hält der Bettenboom an. Insbesondere Hotelketten kommen auf den Markt und verdrängen kleinere Häuser, die dann lautlos verschwinden. Hier in Kevelaer ist das nicht der Fall. Die Privathoteliers haben sich klar positioniert und grenzen sich deutlich mit dem Schwerpunkt auf persönlichem Service von der Kettenhotellerie ab.

Jeder einzelne Hotelier muss immer wieder sein Profil schärfen und auf´s Neue Bedarf und Bedürfnisse seiner Gäste prüfen. Vielleicht kann ich es mal so beschreiben: Frau Rijkelijkhuizen adaptiert ihre im Ausland  gesammelten Erfahrungen einfach auf Kevelaer. Sie definiert Standards und prüft und bewertet die Ausrichtung ihres Hotels in regelmäßigen Abständen. Das ist definitiv eine Bereicherung für Kevelaer. 

Bei den Privat- oder Individualhotels handelt es sich i.d.R. um kleinere und mittlere Betriebe. Auch unsere Preisträgerin ist Inhaberin und Managerin in einer Person. Eine herausfordernde  Aufgabe, die unsere Preisträgerin bestens meistert und durch die das Stadthotel sein unverwechselbares Gesicht erhält. Wer wie Frau Rijkelijkhuizen hier in diesem Segment ein Hotel erfolgreich führt, schafft ganz klar den Spagat zwischen der Rolle des Gastgebers und des effizienten Controllers.    

Charakteristisch ist bei unserer Preisträgerin, dass sie die fachliche Kompetenz und auch die sympathische, familiäre Atmosphäre miteinander vereint. Ein ganz besonderer individueller Charme. Sie kennt ihre Gäste persönlich, sie  spricht sie direkt an, sie weiß von ihren Erlebnissen und Vorlieben. Darauf kann sie dann beim nächsten Besuch prima aufbauen und das Band enger knüpfen.

Wir haben heute eine ganz andere Erwartungshaltung an Hotelangebote  als noch vor 15 Jahren. Und in 15 Jahren wird es vermutlich wieder ganz anders sein. Vielleicht kehrt sich der Trend auch einmal komplett um. Denn je mehr wir ständig „on“ sind, desto stärker wächst auch das Bedürfnis, zwischendurch mal wieder „off“ zu gehen.

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Können Sie sich vorstellen, dass  Hotels mit der Aussage beworben werden, dass man während seines Hotelaufenthaltes 3 Tage lang nicht erreichbar ist? Kein Telefon, kein PC , kein Smartphone?  Stellen Sie sich das doch bitte einmal konkret vor fühlt sich doch irgendwie an wie der Super- Gau. Oder?

Die Frage wohin die Reise der Hotels wohl gehen wird, sollte ich vielleicht Frau Rijkelijkhuizen stellen. Dabei dürfte eines klar sein: Das Reisebedürfnis der Menschen wird immer aktuell sein, es wird sich immer internationaler entwickeln.  Und was passiert dann hier in Kevelaer? Eine spannende Frage.

Jutta Rijkelijkhuizen  sieht es als Berufung an, ihren Gästen in ansprechendem Ambiente einen sehr persönlichen Empfang und Aufenthalt zu bieten, so, als seien sie zu Gast bei Freunden.  Und das, meine Damen und Herren,  nenne ich in unserer heutigen  schnellen  Zeit  „Wertschätzung“. Wertschätzung und Respekt dem einzelnen Menschen gegenüber! Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass Frau Rijkelijkhuizen allerhöchsten Wert auf zufriedene und gut motivierte Mitarbeiter legt. Denn sie weiß, dass ohne  die vielen Gesichter der kleinen Gastgeber ihr Hotelbetrieb nicht zu führen ist.

Wir haben jetzt viel über Veränderungen gehört, über erfolgreiches Management im Hotel, über den Wettbewerb.  Wie kann man da bestehen, was muss man können und was befähigt unsere Preisträgerin so einen Hotelbetrieb zu führen?

Eine grundsolide Ausbildung, internationale Erfahrung, 6 verschiedene Sprachen, eine große Liebe zum Geschäft und zu den Menschen, natürlich ein qualifiziertes Team, eine  starke und unterstützende Familie und der eigene eiserne Wille.

In ihrem eigenen Preisträger-Hoteliers-Rucksack steckt zudem ein Erfahrungsschatz, der mit der Kenntnis über die unterschiedlichsten Hoteltypen zu tun hat. Der auch mit der Kenntnis der unterschiedlichsten Nationalitäten und Mentalitäten zu tun hat. Der im weitesten Sinne mit einem umfangreichen kulturellen Background zu tun hat.  In Summe nennt man das glaube ich „know how“. Einfach wissen, wie das Geschäft geht.

Jutta Rijkelijkhuizen  hat ihren Beruf von der „Pieke“  auf gelernt und ist mit ihren Erfahrungen gewachsen. Dabei auf eigenen Beinen zu stehen war mutig, und manches mag ihr leichter gefallen sein, weil  sie von unserem Herrgott mit einem Riesen-Herz ausgerüstet wurde. Dass sie in der Phase der Unternehmensgründung auch noch ihren späteren Ehepartner kennenlernte kann man schlichtweg Glück nennen, sodass der Vereinbarkeit von Familie und Beruf überhaupt nichts mehr im Wege stehen konnte. Einfach  Klasse.

Ich freue mich insofern ganz besonders, Ihnen heute eine junge, dynamische, erfolgreiche und unverwechselbare Kevelaerer Unternehmerin vorstellen zu dürfen, die ganz genau so einen Betriebstyp des „Hotel garni“  hier in der Mitte von Kevelaer erfolgreich führt  Frau Jutta Rijkelijkhuizen.

(Diese Laudatio ist in Anlehnung an die Rede des Wirtschaftsförderers der Stadt Kevelaer am Tage der Verleihung des Marketingpreises am 03.12.2014 verfasst, erhält jedoch zusätzlich eindeutige Bezüge zum Preisträger. Die Preisträger werden am Veranstaltungstag erst durch eine Filmeinspielung namentlich bekannt gemacht.)

Herzlichen Glückwunsch!

Vorstellungsfilm Stadthotel

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Ansprechpartner

Hans-Josef Bruns
Stabsstelle Kevelaer Marketing
Telefon: (0 28 32) 122-212
Telefax: (0 28 32) 122-989
E-Mail: hans-josef.bruns@stadt-kevelaer.de
Adresse: Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer