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Alle Jahre wieder in der Adventszeit wird im Kevelaerer Konzert- und Bühnenhaus der Marketing-Preis-Kevelaer verliehen. . Erstmals erfolgte die Verleihung unter Festlegung in drei Kategorien: „Kevelaer und Europa“, „Innovation/Technologie“ sowie „Mitarbeiterfreundlichkeit“ waren die Kriterien, mit denen die aktuellen Preisträger ausgewählt wurden.

 

Preisträger 2015:

B & B Reinders

Gasa Germany

Oneline Media

Sonderpreisträger 2015:

Elmar Lehnen

Laudatio
B & B Reinders

Innovativ, wegweisend, standortbezogen, besonders, dem Zeitgeist voraus,  außergewöhnlich, detailverliebt, gradlinig, konsequent, individuell, ideenreich – oder einfach englisch?

Zwei Suchende finden sich. Auf der einen Seite befinden sich die Eheleute Reinders, auf der anderen Seite steht eine Immobilie, die schon bessere Zeiten gesehen hat, und einen neuen Eigentümer sucht. Die Immobilie wirkt eher unscheinbar: ein kleines, altes, von Efeu bewachsenes Reihenhaus.

Der gelernte Raumausstattermeister, freiberuflich tätig im Bereich der Innenarchitektur und Architektur und Innenraumgestalter Olaf Reinders und seine Ehefrau Brigitte, kaufmännische Angestellte und Assistentin der Geschäftsleitung, finden mit der Immobile genau das, was sie suchen. Dieses etwa hundert Jahre alte Haus soll zukünftig zu einer Frühstückspension werden. So ist zumindest die Idee, die auf Umsetzung wartet. Die Eheleute Reinders bereisen gerne europäische Länder und sind bekennende England-Fans und Kenner der britischen Insel. Für Übernachtungen auf ihren Reisen wählen sie vorzugsweise kleine Hotels oder Privatquartiere, so auch gerne die typischen Bed and Breakfast-Unterkünfte auf der Insel. Eine Übernachtungsmöglichkeit in Kevelaer zu schaffen, „so wie wir es selbst gerne auf Reisen haben“ ist das klar definierte Ziel. Gleichzeitig geht hiermit der Gedanke von Brigitte Reinders einher, eine neue berufliche Herausforderung zu finden. Noch mal „etwas Neues“ zu beginnen und zwar etwas ganz anderes als ihre bisherige Berufstätigkeit, die sie zwar liebt, die sie aber auch für eine neue Herausforderung aufgeben würde. Einer Inspiration aus einem Aufenthalt in Edinburgh in Schottland folgend sollte der seit längerem gehegte Traum nun endlich Wirklichkeit werden. „Das B & B von John Sandiland bei einem Besuch in Edinburgh gab uns den Anstoß“, so Olaf Reinders im Gespräch. Olaf Reinders ist der kreative Geist, der schnell eine Vorstellungskraft entwickelt und das Resultat bereits vor Augen sieht. „Da bin ich auch sehr dominant“, so seine klare Aussage und Selbsteinschätzung. Mit einem Lächeln und Seitenblick zu Brigitte Reinders sagt er: „Und meine Ehefrau ist da kulant“. Ein Miteinander, das sich sehen lassen kann.

„Kein Stein ist hier auf dem anderen geblieben“, so die Aussage der Bauherren. Dies ist sicherlich nur im übertragenen Sinne zu verstehen. Es ist und bleibt ein „Haus in der Reihe“ und die Grundstruktur ist ebenfalls erhalten geblieben. Aber „Dornröschen“ wurde hier wachgeküsst.

Wieviel gedankliche und körperliche Arbeit nach dem Erwerb des Objektes investiert wurde, lässt sich unschwer erahnen.

Wirklich festgehalten oder gezählt sind hier weder Stunden, noch Wochen oder Monate. Und wer Olaf Reinders im Gespräch kennenlernt und versteht, wie er tickt, der ist sich sicher, der Weiterentwicklung und Veränderung sind hier kaum Grenzen gesetzt. Ideenoffen gegenüber Familie und Gästen lebt hier die Kreativität.

Das gesamte Anwesen atmet „englisches Flair“ und wird hier der Vorstellung von „Bed and Breakfast“ im besten Sinne gerecht. Mit viel Liebe zum Detail, mit typisch englischen Accessoires, mit unterschiedlichen Materialien und gedeckten Farben ist es den Beiden gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, die einzigartig ist. Die unverkennbare Handschrift kreativer Geister findet sich in vielen Details wieder. „Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht und Dinge bewusst wahrnimmt, dann kommen die Ideen fast wie von selbst“, so Olaf Reinders. Ehefrau Brigitte kaufte spontan eine Rolle Tapete, die ihr ins Auge fiel und die sie nicht „ungekauft“ lassen konnte. „Die war einfach schön, die musste ich kaufen“, so Brigitte zu ihrem Ehemann nach ihrem Spontankauf. „Vielleicht hast Du ja eine Idee.“ Klar, die reicht völlig aus, einen gesamten Raum zu gestalten. Mit viel Geschick und Einfallsreichtum wird mit kleinen Ergänzungen das WC im Erdgeschoss zum „WC-Royal“. Der überdimensionale Kronleuchter tut hier sein Übriges. Die Detail-Verliebtheit in Kombination mit klaren Linien, rustikale oder auch alte Bodenbeläge in Kombination mit futuristischen Lampen oder auch verspielten Kronleuchtern. So präsentieren sich die Räume individuell. Hier legt Ehefrau Brigitte immer wieder Hand an

Dass dieses „Projekt“ beiden Freude bereitet, fällt sofort ins Auge.

Werfen wir jetzt einen Blick auf das, was den Aufenthalt und das Miteinander im B & B Reinders wirklich ausmacht. Gastlichkeit und Gastfreundschaft  sind die prägenden Eindrücke, die den Gast bei der Begrüßung sofort ankommen lassen, die Zeit im  kennzeichnen und mit denen Gast und Gastgeber sich nach dieser Zeit verabschieden. Mit dem Öffnen der Haustür beginnt der Aufenthalt mit dem charmanten Gegenüber der Gastgeberin. Brigitte Reinders versteht es, bereits im ersten Kontakt ihren Gästen das Gefühl zu vermitteln, anzukommen und sich wohlzufühlen. Sie begleitet ihre Gäste zu den Zimmern, zeigt ihnen den Frühstücksraum und auch gerne den, nach englischem Vorbild angelegten Garten. Buchsbaumumwachsene Beete mit Rosen bieten den Bewohnern und den „Bewohnern auf Zeit“ auch hier Rückzugsbereiche an Mittagen und Abenden. Gleich welches Zimmer das eigene für den Aufenthalt genannt werden darf, es ist individuell und jedes Zimmer hat seine Besonderheit. Alle Bäder werden heutigen Ansprüchen gerecht – und nicht untypisch für dieses Gemäuer: Kachelreste, ausgefallenes Porzellan oder auch Armaturen lassen jedes einzelne Bad zum Hingucker werden. Und das Besondere – ganz wie bei den Briten üblich: Die Toilette befindet sich nicht im Bad, sondern auf der Etage.

Wohnen in privater Atmosphäre heißt auch Leben gemeinsam mit Gästen und Gastgebern. Die Familie Reinders wohnt und lebt im gleichen Haus, geschlafen wird im Anbau, das private Bad befindet sich im ehemaligen Schweinestall.

Olaf Reinders ist nicht nur der kreative Kopf sondern auch Hobbykoch. Die offene Küche gibt den Gästen Einblick ins Küchengeschehen und so sitzt der Gast durchaus schon mal mit am Esstisch. „Wir bieten dies nicht ausdrücklich an, aber durch den schnellen persönlichen Kontakt schnuppert der Gast bei der Zubereitung und das gemeinsame Essen ergibt sich“, so der Hobbykoch. Bereichernd meist für beide Seiten, wenn man ins Gespräch kommt. Und hier bietet sich für das Reinders-Team meist auch die Möglichkeit, die Besonderheiten Kevelaers oder auch der Region in den Fokus der Gäste zu rücken. Und auch hier sind die Beiden authentisch und werben für das Reiseziel Kevelaer.

Das in Leder gebundene Gästebuch zeugt ebenso von zufriedenen Gästen wie die kleinen Geschenke in Form von Blumen, Pralinen oder Dankes-Schreiben, die die Eheleute Reinders häufig erhalten. Gäste werden zu Stammgästen und Stammgäste zu „guten“ Bekannten und Freunden.

Das B & B Reinders, ein junges und innovatives Unternehmen, ein Start-up-Unternehmen, welches für den Tourismusstandort Kevelaer einen Weg beschreitet, der für Gäste das bietet, was heute gefragt ist: individuelle Übernachtungsmöglichkeiten. Sie  sind neben sogenannten Event-Locations die gefragte Nummer 1 bei Gästen, die das Besondere suchen. „Wohnen bei Freunden“, „Übernachten im Loft“, „Couch-Surfing“, „Backpacking“, „Housesitting“ oder auch die „Übernachtung auf einem Herrensitz“ um nur einige Möglichkeiten aufzuzählen, die bei international Reisenden heute en vogue sind.

Sehr geehrte Frau Reinders, sehr geehrter Herr Reinders,

der Initiativkreis Wirtschaft als Jury ist der Meinung, das B & B Reinders erhält in der Kategorie „Kevelaer und Europa“ den Marketing-Preis-Kevelaer 2015.

Herzlichen Glückwunsch!                                                                                                                                                 Zum Seitenanfang

 

Laudatio
Gasa Germany

Das Unternehmen GASA Germany ist eines der führenden Spezialisten in der Vermarktung von hochqualitativen Zierpflanzen. Von Stauden über Beet- und Balkonpflanzen bis hin zu Baumschulware und Zimmerpflanzen hat GASA Germany ein breites Sortiment an Topf- und Freilandpflanzen im Repertoire. GASA Germany wurde 2002 gegründet und ist eine Tochter der dänischen GASA Group. Der Zierpflanzenvermarkter aus Kevelaer liefert vorwiegend in die Niederlande, Belgien, Deutschland, Skandinavien sowie nach Italien und Frankreich – insgesamt in mehr als 27 Länder. Diese Faktenlage spräche für eine Auszeichnung in der Kategorie „Kevelaer und Europa“, doch die fachkundige Jury entschied sich aus gutem Grund anders.

Im Internetauftritt der Firma ist zu lesen: „Ein Unternehmen kann nur so gut sein wie seine Mitarbeiter. Deshalb legt GASA Germany großen Wert auf die persönliche Qualifikation und fachliche Kompetenz jedes einzelnen Mitarbeiters. Die zumeist langjährige Erfahrung unseres internationalen Teams sorgt für eine stabile und vertrauensvolle Beziehung zu den Handelspartnern.“ Von der Richtigkeit dieser Aussage war die Jury schnell überzeugt. Der Geschäftsführer von Gasa Germany, Michael Bongers, bemerkte allerdings bei der Benachrichtigung über die Ehrung schmunzelnd: „Unser Handeln hat im Grunde nichts so richtig mit Freundlichkeit zu tun. Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen, dass den Mitarbeitern gerade in der Saison viel abverlangt.

Michael Bongers stellt klar, dass er seine Mitarbeiter als wesentlichen Erfolgsfaktor des Unternehmens sieht, weil es um fachliche Kompetenz und persönliche Qualifikation eines jeden einzelnen geht. Und weil alle ein Ziel haben: stabile und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Gasa Germany sieht seine Mitarbeiter als Herzstück ihres Unternehmens. Wer sicherstellen will,  dass seine Mitarbeiter und sein Unternehmen den Weg erfolgreich mitgehen, muss systematisch handeln. Der Unternehmenserfolg steht und fällt mit motivierten, engagierten und qualifizierten Mitarbeitern - Mitarbeitern, die sich in hohem Maße mit dem Unternehmen identifizieren und mitdenken. Um dies zu erreichen, bietet das Unternehmen seinen Beschäftigten viele Möglichkeiten sich persönlich und zum Wohl des Betriebes fortzubilden. So zum Beispiel durch ein Teambuilding-Weekend, durch verschiedenste Coachings, Gesundheitstage, mit Workshops zur gesunden Ernährung oder auch eine Inhouse Rückenschule. Seminare zur Stressbewältigung und Sprachkurse gehören gleichermaßen dazu. Des Weiteren werden die Familien der Mitarbeiter durch Ausrichtung von Familienfesten und zum Beispiel einem „Tag der offenen Tür“ miteinbezogen. „Die Stärken eines jeden fördern und seinen Fähigkeiten entsprechend einsetzen“, so die Devise von Geschäftsführer Michael Bongers. Die Begründung der Jury für die Verleihung des Marketing-Preis-Kevelaer an das Unternehmen Gasa Germany GmbH in der Kategorie „Mitarbeiterfreundlichkeit“ ist klar formuliert: Den Preis bekommt ein Unternehmen in dem jeder Mitarbeiter die Chance für individuelle Entwicklung hat und zum Erfolg des ganzen Teams,rnehmen GASA Germany ist eines der führenden Spezialisten in der Vermarktung von hochqualitativen Zierpflanzen. Von Stauden über Beet- und Balkonpflanzen bis hin zu Baumschulware und Zimmerpflanzen hat GASA Germany ein breites Sortiment an Topf- und Freilandpflanzen im Repertoire. GASA Germany wurde 2002 gegründet und ist eine Tochter der dänischen GASA Group. Der Zierpflanzenvermarkter aus Kevelaer liefert vorwiegend in die Niederlande, Belgien, Deutschland, Skandinavien sowie nach Italien und Frankreich – insgesamt in mehr als 27 Länder. Diese Faktenlage spräche für eine Auszeichnung in der Kategorie „Kevelaer und Europa“, doch die fachkundige Jury entschied sich aus gutem Grund anders.

Der Initiativkreis Wirtschaft als Jury ist der Meinung, Gasa Germany verdient in der Kategorie „Mitarbeiterfreundlichkeit“ den Marketing-Preis-Kevelaer 2015.

Herzlichen Glückwunsch!                                                                                                                                                Zum Seitenanfang

 

Laudatio
Oneline Media

„Innovation und Technik“ zeichnet Oneline-Media aus – das stellte die Jury des Marketing-Preis-Kevelaer 2015 einhellig fest. Seit der Firmengründung im Jahr 2010 durch den Gründer und Inhaber Rudolf Beerden wurden schon zahlreiche Projekte über moderne Internetauftritte bis hin zu unterhaltsamen Smartphone-Apps und emotionalen Video-Produktionen realisiert. Oneline-Media verbindet Marketing und Werbung für Unternehmen mit den technischen Möglichkeiten, den aktuellen Trends der Medienwelt und den vielfältigen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke. Hier sind Spezialisten am Werk, die gemeinsam mit ihren Kunden Ideen und Strategien entwickeln, um diese in fertige digitale und Print-Lösungen umzusetzen. Dabei werden alle Aspekte des viralen Marketings ausgeschöpft - eben alles aus einer Hand.

Als Oneline-Media Anfang 2013 in das alte E-Werk eingezogen ist, hat das Team überlegt, wie man sich auch für die Heimatstadt Kevelaer einsetzen könnte. Daraus entstand die Idee, eine digitale Stadtführung mit QR-Codes aufzubauen. Dies wurde mit dem Stadtportal „Unverwechselbar Kevelaer“ realisiert. Hierbei geht es um allgemeine Themen aus Kevelaer, aber auch darum, Kevelaerer Unternehmen, Vereinen und nicht kommerziellen Organisationen eine Plattform zu bieten, mittels der sie die Gäste und Bürger über alles Interessante und Wichtige informieren können. Natürlich mit intensiver Nutzung der sozialen Medien, wie Facebook oder Instagram. Alles wird über das virale Marketing publiziert - die moderne, schnellere und effektivere Form der Mundpropaganda. Besonders beliebt sind hier die Tipps zum Wochenende am Freitag und die Tipps der Woche am Montag, in dem alle bekannten Termine für Events und Veranstaltungen im Stadtgebiet von Kevelaer übersichtlich aufbereitet sind. Nach Etablierung des kostenfreien Internetzugangs „City WLAN“ in Kevelaer in Verbindung mit dem Stadtportal wurden die Kreativen von Oneline-Media zu Vorträgen in verschiedene Städte eingeladen, um dort von ihren Erfahrungen zu berichten. Der Schlüssel zum Erfolg ist mit den Schlagworten „wertschöpfungsorientierte Kommunikation“ klar definiert und wird für den Kunden umgesetzt.

Das Team um Rudolf Beerden und Daniel Heinrichs lebt seine Kreativität auch durch die Umsetzung der Filmserie „Kevelaer Edition“. Mit dem Titel „Happy“ und dem WM-Song „Das dicke, dicke Ding“, über den in 2014 sogar in der Aktuellen Stunde des WDR berichtet wurde, waren sie in „aller Ohren“. Aktuell arbeitet das Team an einer neuen Ausgabe der „Kevelaer Edition“, die das Heimatlied der Kevelaerer „Wor hör ek t’hüß“ zum Thema haben wird und völlig neu interpretiert. Ein weiteres neues Format ist gerade „an den Start gebracht“: „Kevelaer City Talk". Mit diesem Videoformat werden regelmäßig Menschen vor die Kamera geholt, die etwas über sich oder ihr Schaffen in Kevelaer zu berichten haben. Die Beiträge sind in der CITY Mediathek unter www.unverwechselbar-kevelaer.de/city-mediathek anzusehen.

Alles das war für die Jurymitglieder Grund genug, die Firma Online-Media mit dem Marketing-Preis-Kevelaer 2015 in der Kategorie "Innovation und Technik" auszuzeichnen.

Herzlichen Glückwunsch!                                                                                                                                                   Zum Seitenanfang

 

Laudatio
Elmar Lehnen

Neben vielen Gewerbetreibenden und unternehmerisch-tätigen Preisträgern des Marketing-Preis-Kevelaer gab es auch in der Vergangenheit bereits die eine und andere Auszeichnung mit einem Sonderpreis. Gruppierungen und Einzelpersonen, die durch ihr Wirken, ihre Persönlichkeit, ihre Ideen und ihr Engagement zu der Ausstrahlung Kevelaers beigetragen haben, wurden mit diesem besonderen Marketing-Preis ausgezeichnet.

Kevelaer ist eine der bekanntesten Städte am Niederrhein. Das liegt vor allem daran, dass Kevelaer Nordwesteuropas größter Wallfahrtsort ist. Seit nahezu 375 Jahren bildet die Wallfahrt das Zentrum des Kevelaerer Stadtlebens. „Entdecken Sie Kevelaer mit seinen verschiedenen Facetten. Von der jahrhundertelangen Geschichte und den allgegenwärtigen Zeichen christlichen Glaubens erleben Sie die kunsthandwerkliche Tradition“, so ist dem Stadtprospekt eine Beschreibung Kevelaers zu entnehmen. Richten wir das Auge oder besser das Ohr auf den Kapellenplatz. Egal zu welcher Jahres- oder Uhrzeit und welche Wetterbedingungen herrschen, ob Wallfahrtssaison, Advents- oder Weihnachtszeit oder auch die ruhigen Monate zu Jahresbeginn – eines ist immer gleich. Eines bleibt stets gleich erlebbar und hörbar: die Klänge der großen Seifert Orgel in der Marienbasilika und wer sich Zeit und Muße nimmt, lässt sich einfangen von diesen Klängen, die neben vielen anderen atmosphärischen Eindrücken den wohl wichtigsten Platz in Kevelaer im besten Sinne „unverwechselbar“ machen. Die Facetten der „Unverwechselbaren“ gehen mit der Wallfahrt und der großen Seifert Orgel ein Symbiose ein. „Die Seifert Orgel ist es, die Kevelaer in Deutschland und weit darüber hinaus bekannt macht, sie strahlt für Kevelaer und ist nicht nur in Musikerkreisen ‚berühmt‘“, sagt unser Preisträger, für den Bescheidenheit keine Zier sondern Selbstverständlichkeit ist. Aber was wäre eine Orgel ohne Organist? Ohne den, der die Pfeifen zum Klingen bringt, mit den Registern zu spielen weiß? Nur, würde man einen Organisten mit dem „Marketing-Preis-Kevelaer“ aus-zeichnen, weil er dieses besondere Instrument bedienen kann? Vermutlich nicht.

Blicken wir auf den Menschen Elmar Lehnen: Wer ist er?

Elmar Lehnen zählt fünfzig Jahre, in Hinsbeck geboren, mit Biggi Lehnen verheiratet und Vater von fünf gemeinsamen Kindern im Alter von sechs bis zwanzig Jahren. Elmar Lehnen lernte Kevelaer bereits in jungen Jahren kennen. Den ersten Unterricht an der Orgel nahm er bei Wolfgang Seifen, zunächst in Heimatnähe und ab 1983 nachdem Wolfgang Seifen nach Kevelaer wechselte, an seinem heutigen Arbeitsplatz und an „seiner“ Orgel. Zunächst wurde er vom Vater zum Unterricht nach Kevelaer gefahren, später fuhr er die Strecke dank eigenem Führerschein selbst. Nach seinem Grundwehrdienst nahm er zunächst Unterricht bei Bethold Botzet in Lobberich, da dies für die Aufnahmeprüfung ins Georgiushaus in Aachen sinnvoll war und damit auch dem angestrebten Studium diente. In seiner weiteren Entwicklung kreuzten sich die Wege mit Seifen erneut. Lehnen, inzwischen mit eigenem Chor, gab u.a. auch hier Orgelkonzerte und dirigierte 1993 hier sein Examenskonzert.

„Du bist der Richtige“, hieß es dann völlig unverhofft aus dem Mund von Lehrer und Betreuer Wolfgang Seifen. Gemeint war, dass Lehnen die Nachfolge von Seifen in Kevelaer antreten sollte, da ihm, Wolfgang Seifen, die Berufung zum Professor in Berlin angeboten wurde und er diese auch antreten wollte. Elmar Lehnen war völlig überrascht, hatte gerade seine „neue“ Heimat in Mönchengladbach gefunden und fühlt sich mit der Familie, in seinem Haus mit großem Garten wohl. Aber Kevelaer – er Basilikaorganist in Kevelaer? Organist an dieser Orgel? Kann er das? Will er das? Will man ihn? Elmar Lehnen war zunächst unentschlossen, bewarb sich aber und wurde mit zwei weiteren Bewerbern in die engere Wahl genommen. Die praktische Prüfung wurde zur Herausforderung: „Spielen Sie das Pilgeramt“, so die Aufgabe. Ein Pilgeramt? Nicht gerade das alltägliche Geschäft an seinem bisherigen Wirkungsort. Dieses Pilgeramt entpuppte sich dann auch noch als Pontifikalamt mit dem Bischof von Birmingham. Lehnen meisterte diese Aufgabe mit der Unterstützung seiner Frau, die die Liedanzeige bediente. „Literatur zu spielen ist die eine Sache, Improvisationen sind etwas völlig anderes. Sie sind jedoch meine Stärke – und die haben mir letztlich geholfen, in Kevelaer zu überzeugen“, so Lehnen in der Nachbetrachtung um seine Bewerbung. Im Oktober 2000 trat Elmar Lehnen seine Stelle als Basilikaorganist an St. Marien Kevelaer an.
Die Improvisationen wurden zum Markenzeichen von Elmar Lehnen ebenso wie seine Führungen und Orgelpräsentationen für Gruppen unterschiedlichster Größe und Herkunft. Die große Seifert Orgel wird zu „seiner“ Orgel. Wer ihn bei Führungen erlebt, weiß, er hat sein Herz an die „Königin der Instrumente“ verloren. Mit einer schwärmerischen Faszination zieht er Laien und Experten in den Bann. Von der geschichtlichen Entwicklung des Instruments über Visionen bis hin zu seinen Improvisationen. „Anders als bei gespielter Klassik kommen die Klangfarben der Orgel bei Improvisationen viel besser zur Geltung, so erweckt man die Orgel zum Leben und begeistert das Publikum“, so Elmar Lehnen, der „seine“ Orgel stets in den Fokus rückt. Die Einladung seiner Gäste auf die Orgelbühne zu kommen, ist für ihn Selbstverständlichkeit. - Und ihm beim Spielen der Orgel über die Schulter zu sehen, ist stets ein Genuss. Leicht huschen die Finger über das mehrstufige Manual, die Register werden geöffnet und geschlossen, die Füße fliegen über die Pedale. Die Orgelführungen haben neben der Begeisterung, die Lehnen antreibt aber auch einen ganz praktischen, ja monetären Grund. Das Ziel, welches der Organist betreibt, ist Interesse zu wecken. Aber er möchte auch durch die Einnahmen der Führungen, schneller das Ziel erreichen, die Seifert Orgel wieder in den Ursprungszustand der romantischen Kirchenorgel  zu versetzen.

Die große Seifert Orgel zieht Organisten aus der gesamten Welt nach Kevelaer. „Dieses Instrument spielen zu dürfen, ist auch für die Besten ein Ziel und ein ganz besonderes Erlebnis“, so Lehnen, der selbst immer wieder eingeladen wird, Orgelkonzerte zu geben. Seine Ziele waren in den letzten Jahren neben vielen Orten mit großen Orgeln in ganz Deutschland auch Städte in Finnland, Italien, Frankreich, Russland und Polen. Bei Konzerten in Deutschland, so Elmar Lehnen, hört er  immer wieder Aussagen seiner Konzertbesucher wie „Wir kommen so gerne nach Kevelaer“ oder „Können Sie die Orgel nicht spielen wie in Kevelaer – das wäre unser größter Wunsch.“

Meist kommt es durch die auswärtigen Konzerte auch zu Gegeneinladungen in Kevelaer und damit zu facettenreichen Konzerten in der Basilika.

Elmar Lehnen unterstreicht im Gespräch immer wieder, dass ihm die Gestaltung der Liturgie das Wichtigste ist. Pilgergruppen sagen, dass durch das Orgelspiel Ihnen „die Herzen geöffnet werden“ und sie hier zur Ruhe kommen. „Es ist mein Ziel, jede einzelne Messe als wohltuende Oase für jeden zu gestalten“, so Elmar Lehnen.

Neben der Arbeit als Basilikaorganist war es Elmar Lehnen in den Zeiten der Vakanz der Chorleitung eine Freude und Herausforderung, die Chöre der Basilika zu führen und zu leiten. Während dessen ist der Familienchor der Kirchengemeinde St. Marien ebenso wie die adventliche Konzertreihe „Gemeinsam unterwegs“ entstanden. Bis heute ist ihm das Dirigat der Bläser erhalten geblieben. „Seinem“ Chor Kalobri in seiner Heimat bleibt er gleichfalls treu. Wenn immer Kreativität gefragt ist, Elmar Lehnen ist Ansprechpartner für die Kevelaerer. Seiner Unterstützung können sich alle erfreuen, die sich dem gesellschaftlichen Leben in Kevelaer verschrieben haben.

Deutlich geworden ist eins: Mit seiner Vielseitigkeit im kirchenmusikalischen Bereich, aber auch durch sein Engagement in Kevelaer und darüber hinaus wirkt Elmar Lehnen für den Marienwallfahrtsort Kevelaer, für die Facetten einer Stadt, die von Kunst und Kultur geprägt ist und macht Kevelaer hier einmal mehr „unverwechselbar“.

Sehr geehrter Herr Lehnen, lieber Elmar,

der Initiativkreis Wirtschaft ist der Meinung, Sie erhalten für Ihren Einsatz für den Standort Kevelaer den Sonder-Marketing-Preis-Kevelaer 2015.

 

Herzlichen Glückwunsch!                                                                                                                                                   Zum Seitenanfang

 

Ansprechpartner

Hans-Josef Bruns
Stabsstelle Kevelaer Marketing
Telefon: (0 28 32) 122-212
Telefax: (0 28 32) 122-989
E-Mail: hans-josef.bruns@stadt-kevelaer.de
Adresse: Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer